„Am Ende bleibt Pensionären fast doppelt so viel wie den Rentnern“

Screenshot wmky.org

Während die durchschnittliche Rente immer weiter sinkt, erklimmen die Pensionen der Beamten immer neue Höhenzüge. Nicht ohne Grund: Politiker haben ein vitales Interesse daran, dass die Pensionen der Beamten weiter steigen.

>>Focus<<

„Mehr als eine halbe Million Rentner in Deutschland brauchen zu ihrem Lebensunterhalt Hilfe vom Staat. In Städten reicht selbst eine normale Rente kaum noch. Und die Beamten? Können sich auf üppige Pensionen freuen – im Schnitt bekommen sie jetzt erstmals mehr als 3000 Euro. Mehr als eine Million Rentner und Erwerbsgeminderte sind in Deutschland auf Grundsicherung angewiesen – so viele wie noch nie. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Unter den knapp 1,06 Millionen Menschen, die Stütze bekommen, sind demnach hunderttausende Senioren: 544.090 Rentner bekommen Hilfe vom Staat, weil ihnen das eigene Geld nicht zum Leben reicht. Die Betroffenen haben im Schnitt gerade einmal 371 Euro Rente zur Verfügung. Die Differenz zum Grundbedarf von 800 Euro übernimmt auf Antrag das Sozialamt. Vor allem Frauen trifft die Altersarmut: 316.425 Seniorinnen erhalten laut Statistik Leistungen zur Grundsicherung. Ihnen stehen 227.665 männliche Senioren gegenüber. Doch auch diejenigen, die offiziell nicht auf Grundsicherung angewiesen sind, müssen zunehmend sehen, wo sie bleiben. Anfang 2017 bekamen Männer in Deutschland im Schnitt 1300 Euro Rente, Frauen etwa 760 Euro. Nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen bleiben den Männern davon im Schnitt 1172 Euro zum Leben, Frauen gerade einmal 685 Euro. Diese Zahlen stehen im krassen Widerspruch zur Situation ihrer Altersgenossen, die einst dem Staat dienten: Beamte im Ruhestand erhielten Anfang 2017 im Schnitt erstmals mehr als 3000 Euro: Satte 3030 Euro brutto betrug die durchschnittliche Beamtenpension laut Daten des Statistischen Bundesamtes. Das sind 50 Euro mehr als ein Jahr zuvor.“

 

>>Bild<<

„Der Pensionär steht wesentlich besser da. Und noch eine schlechte Nachricht für Rentner: Ihre Bezüge werden 2010 erstmals seit vier Jahren nicht angehoben. Nullrunde! Grund ist die schwere Wirtschaftskrise. Sie hat bei vielen Beschäftigten zu spürbaren Lohneinbußen geführt. Das wirkt sich auf die Renten aus: Die Bezüge sind an die Lohnentwicklung gekoppelt, hätten in diesem Jahr eigentlich sogar sinken müssen. … Die Nullrunde dürfte bei Rentnern kaum Freude auslösen – denn Pensionäre bekommen mehr Geld! … Bitter für die Rentner: Auch in den kommenden Jahren sind allenfalls Mini-Erhöhungen drin.“

 

>>Der Tagesspiegel<<

„Neue Zahlen des Statistischen Bundesamts haben die Diskussion über eine gerechte Verteilung der Vermögen in Deutschland wieder entfacht. Nach der jüngsten Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) der Behörde gehören nämlich die Pensionäre zu den größten Gewinnern der vergangenen Jahre. … Hinzu kommen die Pensionen. Das Durchschnittsruhegehalt eines Bundesbeamten liegt bei 2850 Euro im Monat, deutlich höher also als die Durchschnittsrente von gerade einmal 854 Euro.“

 

>>Beamte – Was die Adeligen von heute wirklich verdienen von Torsten Ermel (Buch) <<

„Nach dem Bundessonderzahlungsgesetz erhalten Pensionäre einmal im Jahr noch zusätzlich eine dreizehnte Zahlung, die für Bundesbeamte jeweils 60 % einer Monatspension beträgt. Für den Zeitraum von 2006 bis 2011 wurde sie auf 30 % einer Monatspension halbiert. Ab 2012 wurde sei wieder auf den alten Wert von 60 % angehoben – aber nicht nur das: Nunmehr wurde die Sonderzahlung in die Grundbesoldung integriert. Die Besoldungen wurden um 2,5 % monatlich erhöht, die Sonderzahlung fällt dafür weg. Der Zweck dieses Manövers war es, die Höhe der Sonderzahlung, über die der Dienstherr bisher frei entscheiden konnte, nunmehr endgültig auf 60 % festzuschreiben. Kürzungen, wie sie etwa von 2006 bis 2011 aufgrund der schwierigen Haushaltslage vorgenommen wurden, sind jetzt nicht mehr möglich. Ein weiteres Privileg für Beamte. Für Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft sind Sonderzahlungen wie etwa das Weihnachtsgeld weiterhin variabel und in die Disposition des Arbeitgebers gestellt. Viele Arbeitnehmer wären froh, wenn die Sonderzahlung fix in das Grundgehalt integriert würde. Das Verhalten von Politikern aber, die sich auf solche (verständlichen) Wünsche der Beamtengewerkschaften einlassen, grenzt schon an Untreue gegenüber dem Steuerzahler.“

So ganz uneigennützig ist das Verhalten der Politiker keineswegs: Denn die Pensionen der Abgeordneten sind an die der Beamten gekoppelt.

 

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