Bankenpleite: Der Mythos von der Einlagensicherung

Screenshot mastersorbust.wordpress.com

Banken machen es immer schwieriger und kostspieliger Geld von eignen Konto abzuheben. Die angeführten Erklärungen hierfür sind recht vielfältig, aber in Wahrheit dürfte ganz andere Beweggründe eine Rolle spielen.

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

“Banken und Sparkassen in Deutschland sorgen in letzter Zeit mit einer ungeahnten Kreativität im Erfinden neuer Gebühren für Aufmerksamkeit. … Besonders spektakulär war jüngst das Beispiel einiger Sparkassen und Volksbanken, die nun sogar eine Gebühr dafür verlangen, wenn Kunden an den institutseigenen Automaten Geld abheben.”

 

>>Focus<<

“Jahrelang hatte ein Rentner in Ludwigsburg gespart, um sich im Alter etwas gönnen zu können. Jetzt wollte er sich seine Ersparnisse von 36.000 Euro am Schalter auszahlen lassen – und scheiterte. Wie die “Bild”-Zeitung berichtet, empfahlen die Bank-Beamten dem 79-Jährigen, sich das Geld am Automaten auszahlen zu lassen. Der Filialleiter begründet diesen Schritt dem Blatt zufolge damit, dass es in Banken kein Panzerglas mehr gebe. “Deshalb gibt es an unseren Schaltern aus Sicherheitsgründen kein Bargeld mehr.” Stattdessen sollte der Kunde den Geldautomaten nutzen.”

Für gewöhnlich kann man derart große Summen an keinen Geldautomaten abheben. Auch Gebühren für die Abhebung von Bares zu verlangen – noch dazu bei der Nutzung des institutseigenen Automaten – klingen die Begründungen der Banken hierzu doch recht verwegen.

>>Welt<<

“12.500 Anleger, darunter viele Rentner, haben bei italienischen Regionalbanken zusammen 430 Millionen Euro verloren. … Wackelnde Geldhäuser wie die Banca Etruria in Arezzo werden nicht mehr automatisch gerettet, sondern eventuell abgewickelt. Für die Schieflage werden nicht mehr wie bisher die Steuerzahler, sondern Aktionäre, Anleihegläubiger und Einleger mit einem Guthaben über 100.000 Euro zur Kasse gebeten. Mag ein solcher „Bail-in“ ordnungspolitisch richtig sein, so ist er in der Praxis extrem knifflig und der Bevölkerung kaum vermittelbar. Das zeigt sich in Italien derzeit besonders drastisch.”

 

>>Focus<<

“Wer glaubt, der Staat garantiere bei einer Bankenpleite 100 000 Euro pro Kunde, der irrt. Der Staat haftet nicht – leider. … Der Bundesverband deutscher Banken betont nach wie vor: „Die gesetzliche Absicherung ist nicht für den Einsatz von mehreren Pleiten oder im schlimmsten Fall einer Staatspleite gedacht.“ Die Absicherung berücksichtige nur den Zusammenbruch einer größeren deutschen Bank. Bei einem Bank-Run müsse der Staat für die gesetzliche Sicherung von 100 000 Euro je Sparer einstehen und wäre im Prinzip dafür verantwortlich, dass jeder Geldanleger seinen Teil erstattet bekäme. … Wirklich? „Einen gesetzlichen Anspruch auf Staatsgeld gibt es nicht“, erklärt dagegen Dirk Müller-Tronnier, Leiter der Bankenabteilung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. „Das wäre vielleicht eher eine moralische staatliche Aufgabe.“ Denn auch bei der gesetzlichen Einlagensicherung müssen die Entschädigungsgelder per Beitrag von den jeweiligen Kreditinstituten selbst aufgebracht werden. Das gilt übrigens bei der Absicherung von Sparkassen und Genossenschaftsbanken genauso. „Die Staatshaftung ist eine Mär“, bekräftigt auch der Jurist Heinz Steinhübel, Fachanwalt für Bankrecht aus Tübingen. „Öffentliche Beteuerungen von Banken und Politikern mögen beruhigend klingen, aber ein Anspruch darauf, dass der Staat im Ernstfall einspringt, existiert nicht.“

Die Einlagensicherung funktioniert nur bei der Pleite eines recht kleinen Kreditinstitutes. Sobald eine größere oder mehrere kleine Banken ins Wanken geraten, ist die hochgelobte Einlagensicherung der Banken recht schnell am Ende. Es hat demnach gute Gründe, warum die Banken recht zögerlich und zuweilen widerwillig Bargeld auszahlen. Denn jede Auszahlung schmälert ihre eigene Liquidität und bringt die Bank selbst, ein Stück näher zur eignen Zahlungsunfähigkeit.

 

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