Bundeswehr: „Die Unterschicht übernimmt die Landesverteidigung“

Screenshot robsmovievault.wordpress.com

Innerhalb der Bundeswehr kann man mit etwas Glück die geflügelten Worte hören: “Die Bundeswehr verteidigt Deutschland und…” – je nach dem, ob ein Offizier mithört, folgt daraufhin eine Zusatzbemerkung.

>>Wirtschafts Woche<<

“Befürchtungen, die Bundeswehr würde nach der Aussetzung der Wehrpflicht zu einer Armee der Armen, Abenteurer und Außenseiter verkommen – „Die Unterschicht übernimmt die Landesverteidigung“, so beschrieb Professor Michael Wolffsohn von der Bundeswehr-Universität München 2011…”

Offenbar ist man Seitens der politischen Führung der Auffassung, dass die sogenannte “Unterschichtarmee” eher bescheidene Ansprüche – was die Ausrüstung anbetrifft – stellt.

>>Focus – Offzier: “Thomas P.” <<

“Besonders schlimm ist es bei den Fahrzeugen. Viele von ihnen sind 20 oder 30 Jahre alt und wurden in dieser Zeit ausgiebig gefahren. Damit sind sie älter als manche Soldaten. Eigentlich ist die Nutzungsdauer längst überschritten, aber weil es keine Nachfolger gibt, wird die Grenze einfach angehoben. Entsprechend hoch ist die Pannenhäufigkeit. … Wenn ich beispielsweise eine Übung mit vier Fahrzeugen abhalten muss, nehme ich noch zwei Ersatzfahrzeuge mit – weil ich damit rechnen muss, dass zwei im Verlauf der Übung ausfallen. Das kostet zusätzliches Geld, weil sie mit Schwerlasttransportern befördert werden. … Ja, die Heimat kommt definitiv zu kurz. Dabei ist es unsere Aufgabe, uns in der Zeit, die wir zu Hause verbringen, für den Einsatz fit zu halten und für den Ernstfall zu proben.”

 

>>Deutscher Bundestag (PDF-Datei) <<

In den vergangenen Jahresberichten wurde wiederholt auf das massive Fehl an Ausrüstung , die damit verbundene provisorische Mangelverwaltung und die Folgen für Ausbildung , Übung und Einsatz der Soldatinnen und Soldaten hingewiesen. … An der dem Bericht zugrunde liegenden Umfrage sollen knapp 800 Soldaten teilgenommen haben , die im Herbst 2015 an der NATO – Übung „Trident Juncture“ beteiligt waren. Acht Prozent der Befragten vertrauten danach ihren Waffen voll und 16 Prozent eingeschränkt. 22 Prozent sagten dagegen, sie hätte n überhaupt kein Vertrauen in ihre persönliche Ausrüstung. 21 Prozent hätten eher kein Vertrauen und 28 Prozent seien zwiegespalten. Der Bericht sollte nun schnellst – möglich veröffentlicht und vom Ministerium kommentiert werden.

 

>>Stuttgarter Nachrichten<<

“Dem Verteidigungsausschuss hat das Ministerium allerdings brieflich einen Zwischenbericht übermittelt. Laut dem Schreiben von Staatssekretär Markus Grübel, das dieser Zeitung vorliegt, „lösten sich, nachdem das Luftfahrzeug in den starken Sinkflug übergegangen war, vor dem Aufschlag Teile vom Luftfahrzeug, darunter die Hauptrotorblätter.“ Bis zum Absturz des Kampfhubschraubers vom Typ „Tiger“, bei dem zwei Soldaten getötet wurden, sei der Flugverlauf „unauffällig“ gewesen.”

Das ein Hubschrauber während des Sinkfluges die Hauptrotorblätter verliert, ist ein äußerst bemerkenswerter Vorgang innerhalb der Geschichte der Luftfahrt – aber wohl weniger in der Geschichte der Bundeswehr. Der Kampfhubschrauber “Tiger” hatte schon lange vor dem tödlichen Zwischenfall eine sehr bezeichnende Vergangenheit – was seine Zuverlässigkeit anbetrifft. Und deshalb stellt dieser tragische Vorfall nur einen vorläufigen pannentechnischen Höhepunkt seiner bisherigen Historie da. Oder ein kleiner Mosaikstein, warum man in den Kreisen der Bundeswehr – mit etwas Glück folgende – Worte zu hören bekommt: “Die Bundeswehr verteidigt Deutschland und das solange – bis eine richtige Armee kommt.

 

 

 

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