Codename ONKEL: Agenten als Desinformaten

Screenshot madewith.unity.com

Im Internet sind viele Informationen zu finden und teilweise werden von Geheimdiensten gezielt Falschnachrichten verbreitet um bestimmte Ziele zu erreichen. Dieses Phänomen ist alt und reicht bis in die Antike oder vielleicht noch weiter zurück. Die Filmbranche greift das Genre Agentenfilm natürlich auch auf.

>>CINEMA Verlag GmbH<<

“Das 75 Millionen Dollar teure Kino-Reboot des zweifachen „Sherlock Holmes“-Regisseurs Guy Ritchie zeigt nun, wie die anfangs verfeindeten Agenten im Schatten des Kalten Krieges zueinanderfinden und ein aus der Not geborenes Team bilden.”

Wohl inspiriert von amerikanischen Film mit dem Orginaltitel: “The Man from U.N.C.L.E.” liefert das Staatsfernsehen “ZDF” seine Interpretation als vermeintlich reales Ereignis.

>>Staatsfernsehen “ZDF” <<

“Hat der russische Geheimdienst FSB jahrelang Agenten als Asylbewerber getarnt nach Deutschland geschleust? Das jedenfalls berichtet ein ehemaliger hoher FSB-Offizier in der „ZDFzoom“-Doku „Putins Kalter Krieg – Ein russischer Spion packt aus“, zu sehen am Mittwoch, 8. Februar 2017, 22.45 Uhr, im ZDF. Die Aufgaben der Agenten, so der ehemalige Oberst des russischen Geheimdienstes FSB: Unterstützung von Lügenkampagnen, psychologischen Manipulationen und Unterwanderung, mit denen der Westen destabilisiert werden soll. … Der ehemalige Oberst des russischen Geheimdienstes FSB, der in „ZDFzoom“ zu Wort kommt, kennt die Methoden, die verantwortlichen Generäle und die Pläne des Kreml, den Westen mit Hilfe von Agenten zu unterwandern und zu destabilisieren. Er ist der wahrscheinlich ranghöchste Geheimdienst-Offizier, der sich in der Ära Putin aus Russland abgesetzt hat. Zwanzig Jahre lang diente er dem russischen Staat, dann wurde er kaltgestellt. Am Ende setzte er sich aus Russland ab und ist seitdem auf der Flucht.”

Zweifellos mag es viele russische FSB-Agenten geben, aber nur sehr wenige im Rang eines Oberst. So ein Überläufer wäre sicherlich ein echtes Husarenstück – sofern es der Realität entsprechen würde.

>>Welt<<

“Der glaubwürdigste Beleg für die Echtheit seiner Vita ist ein Gruppenfoto. Darauf ist die gesamte Führungselite des Geheimdienstes FSB abgelichtet. Auch der ZDF-Informant sei auf dem Bild zu sehen, sagt der Journalist Egmont Koch. Ihm ist bewusst, dass er einen Spagat zwischen Glaubwürdigkeit der Quelle und Informantenschutz wagen muss. … Unklar bleibt bis zum Ende die Motivation des FSB-Überläufers. Warum hat er Russland verlassen? Warum geht er jetzt an die Öffentlichkeit? Igor sagt, er habe seine Arbeit ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mit dem Gewissen vereinbaren können. Aus dem Munde eines Top-FSB-Offiziers klingt es aber eher nach einer floskelhaften Begründung.”

Die Welt der Geheimdienst ist auch die Welt der Desinformation. Speziell bei einem angeblichen derartigen hochkarätigen Agenten sollten bei einer seriös arbeitenden Redaktion alle Alarmleuchten gleichzeitig angehen. Denn es liegt sehr wohl im Bereich des Möglichen: Das es sich hierbei um einem – echten – Nichtrussischen Agent handelt, welcher falsche Informationen liefert um damit eine andere – unbekannte Missionen zu erfüllen. Alleine schon deswegen hätte der vermeintliche “FSB-Oberst” sehr viele harte Beweise und noch mehr Fakten liefern müssen – was eben nicht geschehen ist. Die ZDF-Redaktion reagiert in diesem Fall auf keinerlei Nachfragen. Vertrauen ist im Zeitalter des Internets leicht zerstört und kann nur schwer wieder hergestellt werden.

>>CINEMA Verlag GmbH<<

“Die Ausstatter des „U.N.C.L.E.“-Kino-Remakes greifen in die Vollen und warten mit allen Blümchenmustern und Pop-Art-Firlefanz auf, die ein Ottokatalog aus den 60ern zu bieten hatte. Manchmal ist das zum Kreischen grässlich. Guy Ritchie tritt mit dem Anspruch an, das Genre des Spionagefilms humorvoll zu entschlacken und den Fun-Faktor und die Eleganz stärker zu betonen.”

Offensichtlich muss das Staatsfernsehen “ZDF” an seinem Agentenkomödien noch etwas feilen.

 

 

 

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