Das beständige Risiko von Bankenpleiten

Screenshot affordablehousinginstitute.org

Als gesetzliches Zahlungsmittel stellt Bargeld ein Monopol da: Trotzdem verweigern immer mehr Institute die Annahme desgleichen. Die Abschaffung des 500 Euro-Geldscheins und die schleichende Inflation tragen einen erheblichen Teil zu der Aufwertung des Bankensystems bei. Zum Vergleich: Der 1.000 DM-Schein hätte heutzutage einen Nennwert von ungefähr 2.000 Euro.

1931 – Deutschland: Pleite der Danat-Bank

>>Spiegel<<

„Halunken, Gauner, Betrüger“, brüllte die Menge. Seit acht Uhr morgens drückte rheinisches Volk gegen das Portal der Kölner I. D. Herstatt-Bank (Werbespruch: „Geldanlegen darf kein Glücksspiel sein“) und forderte sein Geld. Doch hinter der Glastür stand das Wort „geschlossen“ und vor der Tür die Polizei: Westdeutschlands zweitgrößte Privatbank war mit mindestens 480 Millionen Mark Defizit aus Devisenspekulationen am vergangenen Donnerstag dichtgemacht worden. … Nie wieder seit dem Danat-Krach 1931 nämlich hatten sich so viele Sparer vor den Toren einer geschlossenen Bank zusammengerottet.“

 

2007 – Großbritannien: Pleite der Northern Rock

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Tausende Kunden der britischen Hypothekenbank haben am Freitag und Samstag versucht, ihre Einlagen abzuziehen. Die Finanzaufsicht beruhigt. Doch die Krise zieht inzwischen Kreise. … Nachdem am Freitag und am Samstag Tausende von Kunden ihre Gelder von der Hypothekenbank abgezogen hatten, reagierte die britische Finanzaufsichtsbehörde FSA auf die Panik und verkündete: „Nach unserer Einschätzung ist Northern Rock zahlungsfähig, …“

 

2013 – Zypern: Staatspleite

>>Rheinische Post<<

„Der Staatsbankrott Zyperns ist abgewendet. Wer einen Urlaub auf die Insel plant, sollte sich trotzdem nicht auf Geldinstitute verlassen und viel Bargeld in den Koffer packen. Angst vor Anfeindungen durch Einheimische müssen Deutsche auf Zypern nicht haben. Das Auswärtige Amt in Berlin rät Reisenden ausdrücklich, mehr Bargeld als ursprünglich geplant mitzunehmen. Obwohl es in Zypern üblich sei, mit Geldkarten zu zahlen, würden Kartenzahlungen nur eingeschränkt akzeptiert werden, hieß es weiter.“

Der kurze Auszug von Banken- und Staatspleiten erhebt den Anspruch der Unvollständigkeit. Auch wenn die Ursachen sich im Einzelfall unterscheiden mögen: Die Folgen für den Bürger sind nahezu identisch. Ungeachtet dessen, gibt es darüber hinaus noch eine ganz andere „Bankenkrise„.

>>n-tv<<

„Zahlreiche Geschäftspartner haben in den vergangenen Tagen die Zusammenarbeit aufgekündigt. Der Fluss von Spenden an die Internetseite ist dadurch erheblich behindert, auch auf technischer Seite gibt es Probleme. Die Unternehmen sehen sich dem Vorwurf ausgesetzt, auf Druck von Regierungen zu handeln. Der Kreditkartenkonzern Visa stellte inzwischen alle Zahlungen an Wikileaks ein. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben zunächst prüfen, „ob die Tätigkeit von Wikileaks den Geschäftsbedingungen von Visa zuwiderläuft“. Visa habe die Entscheidung ohne „jeglichen Druck einer Regierung“ getroffen. Visa folgte damit dem Schritt des Konkurrenten Mastercard, der ebenfalls alle Kreditkartenzahlungen an Wikileaks einstellte. Mastercard berief sich auf einen Passus seiner Geschäftsbedingungen, wonach alle Kunden gesperrt würden, die „illegale Handlungen direkt oder indirekt unterstützen oder erleichtern“. Die Schweizer Bank Postfinance sperrte das Konto von Wikileaks-Gründer Julian Assange. Dieser habe „falsche Angaben zu seinem Wohnort gemacht“, begründete die Bank den Schritt. Assange hatte als Wohnort Genf angegeben. Das Konto nutzte er, um Spenden von Unterstützern zu sammeln. Auch das Internet-Bezahlsystem Paypal, ein wichtiges Spendeninstrument, sperrte das Konto von Wikileaks.“

 

>>Zentralkomitee der MLPD<<

„Heute kündigten die Deutsche Bank und ihre Tochter, die Postbank, alle Konten der MLPD auf Bundes-, Landes- und Ortsebene. „Das ist ein massiver Angriff auf die Geschäftsfähigkeit der MLPD. Kurz nach den Bundestagswahlen bedeutet es einen neuen Höhepunkt in einer Kriminalisierungs-Kampagne gegen die MLPD und im politisch motivierten Bankenboykott“, so Gabi Fechtner, Parteivorsitzende der MLPD.“

Selbstverständlich kann jeder über die genannten Organisationen seine eigene Meinung bilden. Dennoch zeigen die Vorgänge einmal mehr: Die bestehenden Abhängigkeiten des etablierten Banksystems. Natürlich ist die Verfügbarkeit von Bargeld wichtig, aber mindestens genauso bedeutsam ist: Eine Alternative in der Hinterhand zu haben und je mehr es davon gibt umso besser für den Bürger. Mittlerweile gibt es neben den klassischen Regionalwährungen, einige tausend Währungen basierend auf der Blockchaintechnologie.

 

 

 

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