Das Erfolgsgeheimnis des Urchristentums

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Zu Zeiten des Römischen Reiches konkurrierten – neben der offiziell Staatsreligion – zahlreiche Glaubenssysteme. Die Frage, warum gerade diese Religion sich durchgesetzt hat: Beschäftigt und fasziniert zugleich viele Menschen noch heute. Die ersten Christen praktizierten ihren Glauben im Geheimen, hatten geheime Erkennungsmerkmale und trafen sich konspirativ. Deswegen liegt insbesondere Geschichte der Urchristen, weitestgehend im dunklen.

>>Meinungs Bildung<<

„Ein Fingerring mit einer christlichen Inschrift liefert den ältesten Hinweis auf das Christentum in Ladenburg. Wie aber verlief die Ausbreitung dieses neuen Glaubens bis an den Rhein? Diese Frage soll aufgrund der dünnen historischen Quellenlage nur anhand archäologischer Funde beantwortet werden.“

 

>>Spiegel<<

„Nach ihrem Begründer wurde die „neue Prophetie “ später Montanismus genannt. Zeitgenössische Gegner schimpften sie die „phrygische Ketzerei“. Von der Mitte des 2. bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts blühte die Bewegung rund um das Mittelmeer. Der jeweilige Patriarch residierte in Pepouza, wo der Schrein der drei Gründerfiguren – Montanus, Priscilla, Maximilla – Wallfahrer aus dem gesamten Römerreich anzog. Neben dem heiligen Zentrum entstand im frühen 3. Jahrhundert auch im weiter nördlich gelegenen Themenothyrai (Usak) eine Montanistengemeinde, die ihre Grabsteine in einer lokalen Steinmetzwerkstatt in Auftrag gab: so genannte Türstelen, die heute im Museum von Usak zu sehen sind. Die in Reliefs auf den Steinen dargestellten Tore, den Eingängen zu Mausoleen nachempfunden, symbolisierten den Übergang vom Leben ins Totenreich, aus dem nur Gott zu befreien vermochte. Auf den Türsteinen Themenothyrais wird neben zwei montanistischen Bischöfen auch eine montanistische presbytera namens Ammion erwähnt – eine Frau, die dem Klerus angehörte. Im östlich von Pepouza gelegenen Eibeos (bei Sivasl / Neo-Sebaste) blühte eine weitere wichtige Gemeinde der Montanisten. An ihrer Spitze, so eine Inschrift, stand spätestens im 5. oder frühen 6. Jahrhundert einer der hochrangigen Koinonoi. Diese „Teilhaber“, wie ihr Titel zu übersetzen ist, rangierten in der montanistischen Kirche unmittelbar hinter dem Patriarchen in Pepouza, noch vor Bischöfen und Priestern. Die Glaubensrichtung verbreitete sich rasch über die unmittelbare Ursprungsregion hinaus. Sie fand in Kleinasien den Weg bis nach Ancyra (Ankara), stieß vor bis nach Nordafrika, bis nach Rom und Gallien (Lyon). Auch in Konstantinopel fasste sie Fuß. Für eine Weile sah es so aus, als hätte diese charismatische Form des Christentums eine Chance, zur herrschenden Version des christlichen Glaubens im Römerreich zu werden.“

 

 

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„Auch heute noch sind viele Christen vom Urchristentum fasziniert, von dem sie glauben, dort habe sich die Ursprünglichkeit der Jesusbewegung bewahrt. Mit Jesus «kommt eine alternative Existenzweise in den Blick, die für die Gesellschaft eine ständige Herausforderung darstellt», schreibt Bernhard Lang. «Es ist schwer, sich ihrer Faszination zu entziehen.» Jesus lebte ein soziales Experiment. Neues aber wurde gar nicht erprobt; er kehrte zu den Wurzeln des Homo sapiens zurück. Menschheitsgeschichtlich betrachtet ist Jesus hyperkonservativ.“

Das Geheimnis des Erfolgs der Christentums war in erster Linie die Nächstenliebe: Zu Zeiten des Römischen Reiches war es ungewöhnlich, dass sich Menschen im der geheimen Treffen und sich untereinander unterstützen. Dieses Prinzip der christlichen Nächstenliebe erwies sich in der Nachbetrachtung als Erfolgsrezept. Denn zu jener Zeit gab es keine soziale Absicherung, weswegen der christliche Glaube auf fruchtbaren Boden viel und rasch im damaligen Römischen Reiches verbreitete. Für die römischen Machthaber stellte diese Religion eine Gefahr da, weil die gläubigen Christen nicht den alten Göttern von Rom huldigten und eine differenziertes Verhältnis zum römischen Staat hatten. Matthäus 5,44-45:  „Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

 

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