Das Spiel mit Zahlen: Rente und Beruf versus Lebenserwartung

Screenshot vimeo.com

Forderungen nach einen höheren Eintrittsalter für die Rente sind allgegenwärtig. Begründet wird das Unterfangen in der Regel mit der höheren Lebenserwartung – jedoch diese ist sehr ungleich verteilt.

>>T-Online<<

“Eigentlich klingt es nachvollziehbar: Die Bundesbürger werden immer älter. Parallel gibt es immer weniger Arbeitnehmer, die in die gesetzlichen Rentenkassen einzahlen. Deswegen sollten sie in den kommenden Jahrzehnten auch länger arbeiten und schrittweise später in Rente gehen, argumentieren Teile von Wirtschaft und Politik. … Es kommt grundsätzlich auf die Art der Tätigkeit an. Ist die Arbeit körperlich anstrengend, ist ein Renteneinstieg erst ab 70 fast undenkbar. Schichtarbeiter, Jobs auf dem Bau, wie Maurer und Dachdecker, oder der verarbeitenden Industrie dürften nicht in Betracht kommen, weil es auch um Sicherheitsfragen geht, die bei einem über 60-Jährigen schwieriger sind als bei einem Mittvierziger.”

Die Argumentation ist durchaus nachvollziehbar: Allerdings schlagen sich diese Tatsachen bisher nur unzureichend in der Rentenrealität nieder: Obwohl bei diesen Berufen die Lebenserwartung signifikant geringer ist.

>>Hannoversche Allgemeine<<

“Rosenbrock verwies auch auf eine Studie des Robert Koch-Instituts. Demnach sterben Männer, die an oder unter der Armutsgrenze leben, im Schnitt 10,8 Jahre früher als wohlhabende Männer. Bei Frauen betrage die Differenz etwa acht Jahre. Arme Männer hätten eine durchschnittliche Lebenserwartung von 70,1 Jahren, arme Frauen von 76,9 Jahren. Dagegen lebten wohlhabende Männer im Schnitt 80,9 Jahre, wohlhabende Frauen 85,3 Jahren. Als Gründe für die geringere Lebenserwartung der Armen nannte Rosenbrock ein riskanteres Gesundheitsverhalten durch schlechte Ernährung, mangelnde Bewegung, Rauchen und Alkohol. Das erkläre jedoch nur die Hälfte des Unterschieds. Sozial Schwache seien auch größerem psychischen Druck ausgesetzt, unter anderen durch schlechtere Arbeitsbedingungen und Arbeitslosigkeit. Der Paritätische Wohlfahrtsverband beruft sich auf das Statistische Bundesamt, das den Anteil der Menschen mit einem Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens misst. Die Quote stieg von zuvor 15,4 Prozent auf den jüngsten Wert aus dem Jahr 2015 an. Zehn Jahre zuvor lag sie noch bei 14,7 Prozent. „Die wirtschaftliche Entwicklung schlägt sich schon lange nicht mehr in einem Sinken der Armut nieder“, sagte Schneider.”

 

>>Berliner Zeitung<<

“Die Junge Union will sie, Wirtschaftsverbände fordern sie, und auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble(CDU) hat schon für sie geworben: die Rente mit 70 scheint ihren Befürwortern unvermeidlich, um Rentenhöhe und Beitragslast in erträglichem Verhältnis zueinander zu halten.”

Die Forderungen aus der hohen Politik lautet Rente mit 70 Jahren und die Lebenserwartung der Schwächsten unser Gesellschaft liegt ebenfalls bei ungefähr 70 Jahren.

 

 

 

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