Datenschutz: Die systematische Vermessung des Menschen

Screenshot psychologicalsciences.unimelb.edu.au

Zahlreiche Dienstleistungen und Produkte kommen heutzutage kostenlos oder wahlweise mit geringen Preisen daher, aber eine altes Sprichwort besagt: „Nichts ist umsonst. Nicht einmal der Tod: Denn der kostet das Leben.“ So auch hier: Der Preis sind ihre ganz persönlichen Daten.

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Web of Trust (WOT) wird als Erweiterung (Add-on) für alle gängigen Browser wie Firefox, Chrome, Safari oder Internet Explorer angeboten. Dahinter steht die Idee, dass Netznutzer die Vertrauenswürdigkeit von Websites beurteilen und zugleich von den Beurteilungen anderer profitieren sollen. … Einmal installiert, übermittelt das Programm im Hintergrund Daten zum Surfverhalten an einen Server im Ausland, wo ein Profil erstellt wird. Es beinhaltet etwa die aufgerufenen Websites, Datum und Uhrzeit, die IP-Adresse und den Ort. Jedem Nutzer wird ein Identifizierungsmerkmal hinzugefügt. In den Datenschutzbestimmungen weist die finnische Firma ausdrücklich darauf hin; allerdings behauptet sie auch, dass die Profile anonymisiert würden, bevor man sie an Dritte weitergebe.“

Sicherlich mag es stimmen: Das Nutzerprofile anonymisiert vermarktet würden, allerdings lassen sich die meisten Profile Aufgrund der ganz individuellen Datenspur im Nachgang wieder rekonstruieren und im Anschluss einer natürlichen Person zuordnen.

>>www.der-staubsauger-test.de<<

„Das zum Vergleichszeitpunkt modernste Modell der 700er-Baureihe saugt problemlos 70 – 100 qm große Wohnungen und nimmt auch hartnäckigere Verschmutzungen auf. Hartböden sowie kurzflorige Teppiche sind für das Gerät kein Problem. Damit der kleine Saugroboter auch jede Fläche in der Wohnung erwischt, hat iRobot ihm die sogenannte iAdapt Responsive-Navigation-Technologie verpasst. Mit dieser Technologie ist es dem Roomba 782 möglich, den bestmöglichen Weg durch die Räumlichkeiten zu finden. Ein weiterer Fortschritt ist die Dirt Detect Series 2. Diese Elektronik nutzt sowohl die akustischen- als auch die optischen Sensoren des Staubsaug-Roboters. Mit diesen Sensoren ist es möglich, stärker verschmutzte Stellen zu erfassen und diese anschließend gründlicher zu reinigen. Ein weitere schöne Erweiterung ist das Virtual Wall Lighthouse. Diese Technik ermöglicht dem Roomba das Navigieren von Raum-zu-Raum. Das heißt, dass er zwei Räume in einem Arbeitsgang reinigen kann. Mit weiteren Virtual Wall Lighthouse-Modulen können dementsprechend mehr Räume angesteuert werden (diese sind jedoch nicht im Lieferumfang enthalten).“

 

>>c’t 21/2016<<

„So ist er etwa mit einem Laserscanner ausgestattet, mit dem er eine digitale Karte der Wohnräume erstellt. Anhand dieser Karte fährt der Sauger systematisch die Wohnung ab, indem er sie in Rechtecke unterteilt. Dies funktionierte auf unseren Testfahrten zuverlässig. Durch Ultraschallsensoren erkennt das Gerät frühzeitig Hindernisse wie Tischbeine oder Schuhe, im Rückwärtsgang stößt es jedoch gelegentlich an. In puncto Steuerung hat man die Qual der Wahl. Der Hersteller liefert eine Fernbedienung mit, außerdem gibt es Knöpfe und ein Farbdisplay am Gerät. Seit dem jüngsten Firmware-Update kann man den Kobold sogar per App auf Reisen schicken. Es schaltet die seit jeher verbaute WLAN-Schnittstelle frei.“

Die mit Sensoren reichlich bestückten Saugroboter sammeln nicht nur fleißig Dreck auf, sondern saugen zugleich die verfügbaren Daten der heimischen Wohnung gleich mit auf und bieten diese im Nachgang dem meistbietenden Datenhändler am freien Markt feil. Ähnliches gilt auch für einige Rasenmähroboter.

>>Wanzl Metallwarenfabrik GmbH<<

„Der Einkaufswagen oder Handkorb als ständiger Begleiter des Kunden im Markt ist zukünftig mit einem RFID-Tag ausgerüstet und transportiert nicht nur Waren, sondern liefert dem Händler wichtige Informationen über seine Position im Markt und sein Nutzungsverhalten: durchschnittliche Einkaufszeiten, Aufenthaltsdauer vor bestimmten Regalen Wartungsempfehlungen und vieles mehr. Gleichzeitig kann neben dem Generieren von Nutzerdaten auch der Diebstahl von Waren oder des Wagens selbst verhindert werden. Dank zusätzlicher Verbindung der Einkaufswagens mit dem Smart Phone lassen sich kundenspezifische Informationen gewinnen und personalisierte Coupons im Markt als Kaufanreiz absetzen.“

 

>>Verbraucherzentrale<<

„Legt der Verbraucher beim Einkauf seine Kundenkarte vor, ist er nicht mehr anonym. Aus den im Kartenantrag freiwillig gemachten persönlichen Angaben können zusammen mit den Umsatzdaten Nutzungs- oder sogar Kundenprofile erstellt werden. Je öfter der Kunde die Rabattkarte einsetzt, desto genauer also kann sein Konsumverhalten beobachtet und entsprechende Prognosen für die Zukunft aufgestellt werden.“

Mit mathematischen Algorithmen lassen sich heutzutage sehr aussagekräftige menschliche Verhaltensprofile erstellen, wobei nicht nur kommerzielle Unternehmen ein Interesse daran haben. Am internationalen Datenmarkt tummeln sich ebenfalls zahlreiche Geheimdienste, denn die gesammelten Informationen eignen sich genauso gut, um damit Personen gezielt zu erpressen und somit für ihre Zwecke gefügig zu machen.

 

 

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