Die finanziellen Desaster bei öffentlichen Bauvorhaben

Screenshot meetgray.com

Bei einer ganzen Reihe von öffentlichen Bauvorhaben ist eine Menge Geld im Spiel – jedoch die genauen Verantwortlichkeiten bleiben trotz genauer Prüfung gänzlich ungeklärt.

>>Tagesspiegel<<

“So leid es ihr tut, die Koalition konnte beim besten Willen explizit keinen der ihren als Schuldigen am Milliardendesaster erkennen. Und so heißt es auf Seite 402 in scheinbarer Zerknirschtheit: „Angesichts des katastrophalen Projektverlaufs ist sich der Ausschuss bewusst, dass ein großes öffentliches Interesse an einer klaren Benennung von Verantwortlichen besteht. Seriöserweise kann jedoch in einem derart komplexen Projekt nur von einer Verflechtung geteilter Verantwortlichkeiten gesprochen werden.“ Das sollten Sie sich merken, falls Ihnen mal einer was vorwirft: Sorry, ich war in geteilter Verantwortung verflochten und kann also nix dafür. Was für ein Blech. Am drastischsten reagiert darauf der Ausschussvorsitzende Delius: Den Vertretern von SPD und CDU sei es „nicht um Aufklärung des BER-Debakels“ gegangen, „sondern darum, die Verantwortlichen zu decken.“

Ein simpler Flughafen mutiert zu einem sogenannten “komplexen Projekt” .  Ungeachtet der Tatsache: Dass es auf der Welt weitaus größere und ehrgeizigere Bauvorhaben gibt.

>>HeidelbergCement<<

“Die Hongkong-Zhuhai-Macao-Brücke (HZMB) wird die im chinesischen Perlflussdelta gelegenen Städte Hongkong, Macao und Zhuhai mit einer Reihe von Brücken und Tunneln verbinden. Die Gesamtlänge beträgt rund 50 km. Der Hauptteil ist insgesamt 29,6 km lang und in beide Fahrtrichtungen dreispurig. Er besteht aus einer Brücken-Tunnel-Konstruktion und zwei künstlichen Inseln. HeidelbergCements Tochterunternehmen Alliance Hong Kong liefert Baustoffe für den Brückenbau.”

 

>>WirtschaftsWoche<<

“Das geschätzt rund elf Milliarden Dollar teure Infrastrukturprojekt wird Brückenbauwerke, künstliche Inseln und Straßentunnel kombinieren und mehr als 35 Kilometer überspannen – als längste Brücke der Welt. „Wie hier Wasser, Schiene, Luft und Straße vernetzt werden, finden Sie weltweit kein zweites Mal“, sagt Rainer Hirsch, Leiter der Niederlassung des deutschen Unternehmens Herrenknecht in Guangzhou. Die Tunnelbaumaschinen des badischen Mittelständlers bohren in Hongkong an der größten Baustelle der Welt. Allein auf dem Gebiet der ehemaligen Kronkolonie entstehen 26 Kilometer Schnellbahntunnel für die Expressverbindung nach Shenzhen, die sich ab 2017 an die Strecke nach Peking anschließt.”

 

>>German.china.org.cn<<

“Der Mila Mount Tunnel der Autobahn Lhasa-Nyingchi soll im September eröffnet werden und wird der welthöchste lange Tunnel sein. Der Tunnel befindet sich an der Anschlussstelle von Lhasa und Nyingchi im Autonomen Gebiet Tibet auf einer durchschnittlichen Höhe von 4.740 Metern über dem Meeresspiegel, heißt es vom Hauptsitz des Mila Mount Tunnel-Projekts. Als wichtiger Abschnitt der Autobahn Lhasa-Nyingchi auf der Fernverkehrsstraße 318 seien die beiden Spuren des Tunnels 5.727 Meter beziehungsweise 5.720 Meter lang, heißt es vom Hauptsitz des Projekts.  Der Bau des Tunnels habe im April 2015 begonnen, und das Projekt sei mittlerweile zu 70 Prozent abgeschlossen. Der Bauprozess sei durch die natürliche Umwelt auf der extremen Höhe erschwert worden. “Wegen des Mangels an Sauerstoff und Temperaturtiefs von minus 30 Grad Celsius im Winter sind hochqualifizierte Arbeiter erforderlich”, so Wang Liang, Chef-Ingenieur des Projekts. Wang sagte, viele Arbeiter hätten während des Baus des Tunnels an der Höhenkrankheit gelitten, und die Rekrutierung qualifizierter Arbeiter habe viel Zeit und Mühen gekostet. Um die Schwierigkeiten zu überbrücken, gebe es 15 Oxygenatoren, einen Sauerstofftank und fünf Boiler auf der Baustelle.”

Die Fluktuation von Mitarbeitern hat in heimischen Gefilden andere Ursachen.

>>Zeit<<

“Mühlenfelds Nachfolger Daldrup ist der vierte Flughafenchef seit dem Baubeginn des BER 2006. Rainer Schwarz hatte wegen der geplatzten Eröffnung 2012 und des Krisenmanagements danach 2013 seinen Posten räumen müssen. Sein Nachfolger Hartmut Mehdorn blieb bis März 2015 zwei Jahre lang am BER. Er trat nach Konflikten mit dem Aufsichtsrat zurück. Daraufhin kam Karsten Mühlenfeld. Dass er geht, bedeutet nach zwei Jahren den nächsten Führungswechsel beim Flughafenprojekt. Diverse Airlines hatten zuvor davor gewarnt, sich von Mühlenfeld zu trennen. Sie fürchten weitere Verzögerungen an dem Flughafen, der eigentlich schon seit mehr als fünf Jahren in Betrieb sein sollte.”

 

>>airliners.de<<

“Der BER hat mit Engelbert Lütke Daldrup einen neuen Chef. Wie viel verdient er? Laut einem Medienbericht beträgt das Grundgehalt 400.000 Euro – das wäre etwas weniger als bei Vorgänger Karsten Mühlenfeld.”

Ob diese sechsstellige Summe angesichts des angerichteten Desasters und das offenkundige Fehlen jeglicher Verantwortlichkeit wirklich gerechtfertigt ist – muss unbeantwortet bleiben. Darüber hinaus gibt es noch weitere Bauprojekte: Die ähnlich ökonomisch und organisatorisch katastrophal verlaufen.

 

 

 

Share on StumbleUponFlattr the authorBuffer this pageShare on LinkedInShare on TumblrPrint this pageEmail this to someonePin on PinterestShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on VK

Andere interessante Beiträge

Werbung

table-layout
Bild: getdigital.de
Bild: getdigital.de
Bild: getdigital.de
Loading...
Scroll Up