Die ganze Einfallslosigkeit des Deutschen Geheimdienstes

Screenshot rollingstone.com

Bei den fiktiven Geheimagenten >>James Bond<< wird oft behauptet, dass echte “Agenten” unauffällig und vollkommen anonym – sprich inkognito agieren würden. Ob das stimmt, ist eher von zweifelhafter Natur.

>>Spiegel<<

“Anna Chapman läuft im TV-Studio am Stadtrand von Moskau ein, eine schemenhafte Figur im schummrigen Licht, ein blaues Kleid, ein feuerroter Schopf, ihr Markenzeichen. Chapman, bekannt geworden als 2010 in den USA enttarnte russische Spionin, macht Aufnahmen für ihre TV-Sendung. “Chapmans Geheimnisse” läuft bei Ren TV, der Kanal gehört einem Freund von Präsident Wladimir Putin. In der Folge, die gerade gedreht wird, geht es um die Macht von Kartenspielen. Chapman bekräftigt, die CIA unterweise ihre Agenten eigens in der Kunst des Poker-Spiels. “Die wirksamste Methode”, haucht Chapman, “ist der Bluff.” Als Anna Wassiljewna Chapman, geborene Kuschtschenko, in den Vereinigten Staaten verhaftet wurde, stand sie im Ruf einer Meister-Spionin.”

Screenshot nbcnews.com

 

Screenshot mirror.co.uk

An dieser Stelle treten die kulturellen Verwerfungen klar zu Tage. Es wäre vollkommen unvorstellbar, dass eine aufgeflogene Agentin ihre eigene Fernsehsendung im Deutschen Staatsfernsehen bekommt und sich selbst derart provokativ zur Schau stellt. Es zeigt das man woanders mit dieser Thematik viel unverkrampfter umgeht, als es bisweilen hier der Fall ist. In ihren – mittlerweile eingestellten – Fernsehformat von Anna Chapman legt sie die ganze westlich-materiell orientierte Dekadenz offen und zwar genau jene – welche den Deutschen Agenten wiederum zum Verhängnis geworden ist. Die ganze Einfallslosigkeit wie in jenen Fall mit dem „drei Polizisten“ ist bezeichnend, für die gesamte Deutsche Agententätigkeit.

>>Staatsfrundfunk “Norddeutscher Rundfunk” <<

“Das niedersächsische Innenministerium in Hannover rät Polizisten davon ab, privat nach Russland zu reisen. Es bestehe die Gefahr, dass sie dort durch staatliche Organisationen gezielt festgehalten und nach dienstlichen Tätigkeiten gefragt würden. Entsprechende Einzelfälle seien bekannt.”

Um genau zu sein, es handelt sich hierbei exakt um einen isolierten Einzelfall: Drei Polizisten die rein “zufällig” und ganz “privat” eine Urlaubsreise tätigten. Der Deutsche Auslandsnachrichtendienst BND hat nicht gerade den Ruf, dass dort geistige Überflieger beschäftigt sind und bei so einen dilettantisch Vorgehen ist das Aufliegen fast schon vorprogrammiert. Es ist allgemein bekannt, das insbesondere Personal in Staatsdienst – wie beispielsweise Polizisten – zugleich für den Geheimdienst tätig sind. Das eine schließt das andere eben keinesfalls aus. Im Wesentlich geschieht dies aus zwei Gründen: Zum Einen, benötigen die Agenten eine berufliche Legende und zum Anderen, muss die Loyalität gesichert werden.

>>Stern<<

“Spione oder Diplomaten? Neutrale Inspektoren oder feindliche Soldaten? Seit fünf Tagen werden vier deutsche Bundeswehrsoldaten und acht weitere Offiziere aus Polen, Tschechien und Dänemark in der Ostukraine von prorussischen Separatisten gefangen gehalten. Für die Aufständischen in der Unruheregion ist klar: Die OSZE-Gruppe um den deutschen Oberst Axel Schneider habe “keine Genehmigung für ihre angebliche Beobachtermission”, wie der selbsternannte Bürgermeister der Stadt Slawjansk, Wjatscheslaw Ponomarew, sagte. Vielmehr sei mindestens ein Mitglied ein Agent Kiews, die Männer würden daher als “Kriegsgefangene” festgehalten, aber wie “Gäste” behandelt, so Ponomarew.”

 

>>Staatsrundfunk “Tagesschau” <<

“Der Bundesnachrichtendienst ist besorgt, zumal ihm gute Nachwuchsspione fehlen: Der BND muss intensiv um junge Hacker werben.”

Das “gute Nachwuchsspione fehlen” den Punkt wird weder der BND noch das Staatsfernsehen zuweilen bestreiten wollen – fraglich ist höchstens, ob sie jemals gute Spione hatten? Wie dem auch sei, plumpe Versuche der Personalrekrutierung über die “Tagesschau” zeugen nicht unbedingt von einer gelebten Professionalität. Genauso wenig, wie mittels offener IP-Adresse direkt von BND-Anschluss auf Webseiten zu zugreifen, in den naiven Glauben die betreffende Partei wird es nicht merken. Immerhin besteht durch die offengelegten Aktivität Hoffnung: Das selbst ein BND bereit ist von professionellen Nachrichtendiensten zu lernen. Ein Anfang wäre, dass der zuständige Sektionschef die Anweisung erteilt in Zukunft vorzugsweise VPN-Verbindungen einzusetzen – nur ein Gedanke.

 

 

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