Die “gebührenfinanzierte Staatspresse” auf den Weg in die Bedeutungslosigkeit

Screenshot mcgarrybowen.co.uk

Mathias Döpfner, Vorsitzender des Zeitungsverlegerverbandes erklärte auf dem BDZV-Kongress der Öffentliche Rundfunk betreibe eine “gebührenfinanzierte Staatspresse” . Derweil befindet sich die “gebührenfinanzierte Staatspresse” selbst in einer Bedeutungskrise – sprich immer weniger Zuschauer sagt das Programm zu. Derweil andere Anbieter immer weiter die Meinungshoheit übernehmen und sich der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk von der Lebenswirklichkeit der Menschen faktisch immer weiter verabschiedet.

>>Stern<<

” Die Slogans lauten «Von führenden Anästhesisten empfohlen» oder «Hinschauen ist wie wegschauen, nur krasser»: Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) wirbt jetzt mit Bierbäuchen und Selbstironie. Mit einer Imagekampagne und neuen Formaten will der Sender seine Fernsehreform vorantreiben. «Wo früher Wiederholungen gesendet wurden, zeigen wir Themen und Geschichten, die alle Berliner und Brandenburger angehen», erklärte der neue RBB-Programmdirektor, Jan Schulte-Kellinghaus, am Dienstag. Die Kosten für die Neuerungen liegen ihm zufolge bei 10 Millionen Euro, die zum Teil durch das Streichen anderer Sendungen frei wurden. Intendantin Patricia Schlesinger sagte, sie wünsche sich den Sender «insgesamt mutiger, kantiger, auffälliger, relevanter». Die rote Laterne, den schlechtesten Marktanteil unter den dritten ARD-Programmen, habe der RBB nicht mehr. «Wir arbeiten uns langsam nach vorne.»

Um Missverständnisse auszuschließen, die Intendantin Patricia Schlesinger meint es tatsächlich so, auch wenn einen objektiven Beobachter nicht ganz einleuchtet, was mit “Wir arbeiten uns langsam nach vorne.” letztendlich gemeint sein soll. Die Rundfunkgebühren und Intendantgehälter erklimmen zwar immer neue bisher unbekannte Höhenzüge, teilweise von 399.000 Euro Jahresgehalt ist die Rede, aber die Relevanz des Staatsfernsehens selbst sinkt kontinuierlich. Besonders die Unterhaltungssparte fristet ein kümmerliches Schattendasein, über das jenseits der veruntreuten ausgegebenen Gebührengelder kaum noch lohnt zu berichten.

>>Märkische Allgemein<<

“Seit einer Woche ist bekannt, dass „Klartext“, alle Sendungen mit Max Moor und „RBB um Vier“ gestrichen werden. Die tägliche Nachmittagssendung hatte – verglichen mit dem Aufwand und vor allem mit den Kosten – zu wenig Akzeptanz gefunden.”

Screenshot rbb24.de

>>anonymer Kommentar<<

“Wer glaubt,die Akzeptanz für den RBB wird steigen,der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Hier werden Zwangsgebühren den Lokus runter gespült.”

Das Motto des Staatsfernsehen “Von führenden Anästhesisten empfohlen” scheint wohl in der Tat: Eine nüchterne Bestandsaufnahme zu sein.

>>Netzpolitik<<

“Als zentrale Schlussfolgerung nennen die StudienautorInnen um Martin van der Ende, dass sich keine statistisch nachweisbaren Verdrängungseffekte zwischen illegalen und legalen Angeboten feststellen lassen … Einzige Ausnahme sei eine Substitution im Bereich aktueller Blockbusterfilme, bei denen laut Studie zehn illegale Nutzungen zu durchschnittlich vier Kinobesuchen weniger und damit insgesamt zu 5 Prozent niedrigerem Umsatz führen. Mit ein Grund dafür dürfte die Preispolitik der Filmindustrie sein. Die Preise für Filme und Serien online überstiegen im Jahr 2014 im Unterschied zu den Bereichen Musik, Bücher und Games die Zahlungsbereitschaft bei weitem. Hier stellt sich natürlich die Frage, ob die größere Verbreitung von Streamingdiensten wie Netflix in den letzten Jahren nicht mittlerweile zu anderen Ergebnissen führen würde (abgesehen davon, dass es auch auf absehbare Zeit keine Vollsortiment-Anbieter geben dürfte). In den anderen Bereichen gab es keine statistisch nachweisbaren Verdrängungseffekte, im Bereich von Games war sogar ein leicht positiver Trend ersichtlich: Illegale Nutzung führte demnach zu vermehrter legaler Nutzung (S. 15). Umso erstaunlicher aber, dass der Chefökonom der Kommission mit einem Kollegen bereits 2016 auf Basis der Studiendaten einen wissenschaftlichen Aufsatz veröffentlicht hat, in dem ausschließlich der statistisch signifikante Fall der Blockbusterfilme behandelt wird. Diese Vorgehensweise ist ein bemerkenswertes Beispiel für (in diesem Fall: bewusstem) „Publication Bias“, also der ausschließlichen Veröffentlichung von signifikanten Resultaten bei gleichzeitiger Zurückhaltung von nicht-signifikanten Ergebnissen. Die Herkunft der Daten wiederum wurde nur in einer kurzen Fußnote 3 wie folgt erwähnt, ohne Hinweis darauf, dass die Untersuchung viel breiter angelegt war.”

Die besagte Studie erblickte mehr oder minder nur durch Zufall das Licht der Öffentlichkeit und sollte eigentlich – weil sie vermutlich zu politisch unerwünscht Ergebnisse führte – unter Verschluss bleiben. Wie dem schlussendlich auch sei: Die besagte Studie zeigt, das Downloads im rechtlichen Graubereich den Absatz durchaus fördern können. Propagiert wurde bisher exakt das Gegenteil.

>>Computer Bild<<

“Die Streaming-Seiten im Test locken Nutzer mit einer Vielzahl an Hollywood-Filmen für lau auf die Seiten. Aber ist das Nutzen dieser Seiten wirklich illegal? Manche meinen, das reine Streamen – also das Abspielen von Filmen im Browser – sei im Gegensatz zu „echten“ Downloads rechtlich kein Problem. Schließlich landet dabei die Datei nicht auf der Festplatte. Tatsächlich entschied vor Kurzem der Europäische Gerichtshof in einem Einzelfall: Das Zwischenspeichern von Inhalten (wie es beim Streamen passiert) ist legal.”

 

>>Computer Bild<<

“Über 93 Millionen Film- und Serienfans in mehr als 190 Ländern haben bereits ein Abo beim US-amerikanischen Video-on-Demand-Anbieter Netflix – Tendenz: steigend. Eine Meedia-Studie aus dem März 2016 zeigte, dass der Streaming-Dienst 30 Millionen Visits erzielen und damit erstmals das illegale Portal kinox.to überholen konnte.”

Solche Zahlen sind immer mit Vorsicht zu genießen, weil das Portal kinox.to selbst im Wesentlichen nur Links auf andere leicht zugängliche Server anbietet, weshalb der generierte Traffic oder die Klickzahlen nur schwer ermittelbar sind. Portale wie kinox.to haben Erfolg Dank ihrer Kreativität und dessen Einfallsreichtum, Dinge die beim Staatsfernsehen bereits in weiter Entfernung vor deren Eingangstoren verhaftet werden.

>>Staatsfrundfunk “Kulturradio” <<

“Hass ist keine Meinung … Nun hat Künast ihre Erfahrungen mit denen, die sie so inbrünstig zu hassen scheinen, aufgeschrieben und sich Gedanken über sie gemacht. Was haben die eigentlich? Woher kommen sie? Warum sind sie so hasserfüllt? “Hass ist keine Meinung” heißt das Buch, das aus diesen Gedanken entstand und über das wir mit ihr sprechen.”

Demnach ist der Hass auf die Rundfunkgebühr keine Meinung – wohl eher ein orwelsches Gedankenverbrechen?

 

 

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