Die Macht der Pharmalobby

Screenshot hna.de

Manch eine Veränderung erschließt sich nur beim bewussten hinsehen. Unscheinbar am Wegessrand sprießen mancherorts Pflanzen, die für hitzige Diskussionen sorgen können: Cannabis. Die Meinungen darüber könnten beim Bürgern kaum weiter auseinanderklaffen, aber innerhalb der Pharmalobby herrscht Einigkeit: Denn eine Cannabis-Legalisierung würde höchstwahrscheinlich zu Umsatzeinbrüchen innerhalb der Branche führen.

>>Goettinger-Tageblatt<<

„In den Jahren zuvor hatte die Aussaat stets die Göttinger Polizei und Mitarbeiter der Stadt beschäftigt: Die Pflanzen wurden abgemäht, die Mahd getrocknet, um dann den Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) zu bestimmen. Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz wurden von der Polizei eingeleitet. Inzwischen hat sich die Grüne Jugend Göttingen (GJ) mit den Blumenkindern solidarisiert. Sie fordern eine „vollkommene Legalisierung von Cannabis und eine Entkriminalisierung der Konsumenten“. Das Verbot von Cannabis spiegele nicht die tatsächliche Gefährlichkeit der Pflanze wider. „Im Gegenteil: Es sind Drogen in der BRD erlaubt, neben denen das Verbot von Cannabis unverhältnismäßig erscheint. Alkohol und Tabak bergen deutlich größere gesundheitliche Risiken“, heißt es in einer Mitteilung der GJ. Die Kriminalisierung von Cannabis-Konsums sei absolut absurd und realitätsfern. „Kiffen gehört für viele Menschen zum Alltag dazu.“

Über das wilde Aussehen von Cannabis in Göttingen kann sich jeder selbst ein Urteil bilden. Allerdings hat es sicherlich einen gewissen amüsanten Charakter, wenn die Polizei zur „großen Ernte“ in die Innenstadt ausrückt und das Einsammeln von zahlreichen Pflanzen – wie eine gewöhnliche Touristenartaktion – vonstatten geht. Einerseits handelt es sich unbestreitbar um eine Drogenpflanze. Andererseits kann der Einsatz für schwer erkrankte Menschen unbeschreibliche Linderung und eine höhere Lebensqualität sorgen. Und genau an dieser Stelle treten die eigentlichen Ursachen der Cannabis-Problematik zu Tage.

>>Der Tagesspiegel<<

„Man kann ja von Horst Seehofer (CSU) halten, was man will, aber als Bundesgesundheitsminister hätte er fast Geschichte geschrieben. 1993 wollte er eine sogenannte Positivliste einführen, die alle verschreibungsfähigen Medikamente enthalten sollte. Damit sollten die stetig steigenden Kosten bei den Arzneimittelausgaben ausnahmsweise mal gesenkt werden. Doch noch vor dem Inkrafttreten wurde der Plan wieder aufgegeben, und Seehofers Staatssekretär beschenkte den Präsidenten des Pharma-Verbandes bei einem Empfang mit einer geschredderten Positivliste, wie ein Schwarz-Weiß-Foto mit zwei gut gelaunten Herren belegen soll. … Strukturelle Veränderungen seien „nicht möglich wegen des Widerstandes der Lobby-Verbände“, sagte der Politiker damals dem Magazin „Frontal 21“. Eine erstaunlich resignative Aussage, die nahe legt, dass vielleicht die Lobbyisten-Route im Berliner Regierungsviertel dichtgemacht werden sollte.“

Pharmakonzerne unterliegen – anders als Ärzte – keinen Eid des Hippokrates, sie sind nur den Gewinnstreben der Aktionäre verpflichtet, weswegen so manche „Gesundheitsempfehlung“ wohl mehr der Jahresbilanz, als den Wohlbefinden der Menschen geschuldet ist.

>>Zeit<<

„In einem waghalsigen Urteil erlaubte er französischen Gerichten, der Familie eines Mannes Schadenersatz zuzusprechen, der nach mehreren Hepatitis-B-Impfungen an Multipler Sklerose erkrankt war. … Der Mann, der zusammen mit seiner Familie 2006 die Firma Sanofi Pasteur auf Schadenersatz verklagt hatte, war in den Jahren 1998 und 1999 mit einem zugelassenen Impfstoff des französischen Herstellers gegen Hepatitis B geimpft worden. Kurz darauf zeigten sich bei ihm Symptome einer Multiplen Sklerose. Die Erkrankung wurde schließlich im Jahr 2000 diagnostiziert. 2011 starb der Patient, die Klage seiner Familie gegen das Pharmaunternehmen lief weiter.“

Natürlich lässt sich vortrefflich über die Sinnhaftigkeit solcher Klagen im allgemeinen streiten, aber es zeigt vortrefflich, wie schwierig und langwierig es mitunter sein kann, bis eine Impfschaden überhaupt positiv zugunsten des Opfers beschieden ist. Auf diese Weise lässt sich auch die vermeintliche Sicherheit von diversen Impfungen scheinbar gut belegen.

 

 

 

Share on StumbleUponFlattr the authorBuffer this pageShare on LinkedInShare on TumblrPrint this pageEmail this to someonePin on PinterestShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on VK

Andere interessante Beiträge

Werbung

table-layout
Bild: getdigital.de
Bild: getdigital.de
Bild: getdigital.de