Die Nachhaltigkeit in der IT-Infrastruktur

Screenshot youtube.com

Das Unternehmen Microsoft befindet sich mit seinem Betriebssystem Windows bei vielen Computern auf dem Rückzug. Jedoch bei heimischen Behörden ist dem amerikanischen Konzern ein Refugium geblieben, obwohl sich die Bundesregierung „offiziell“  der Nachhaltigkeit verschrieben hat.

>>Presse- und Informationsamt der Bundesregierung<<

„Wie nachhaltig ist Deutschland? Welche Ziele streben wir an für mehr Nachhaltigkeit? Und wie übernehmen wir Verantwortung für kommende Generationen und leisten unseren Beitrag für ein Wohlergehen aller Menschen? Antworten darauf gibt die Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. … Der hohe Anspruch der Strategie zeigt sich schon in der deutlichen Zunahme der Ziele und Messgrößen: 13 zusätzliche Themenbereiche und 30 Indikatoren wurden neu aufgenommen. Neu ist beispielsweise das Ziel für nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion, das anhand von drei Messgrößen überprüft werden soll: …“

Das 260 Seiten starke Dokument rotiert im Mikrokosmos der Regierung und ist im wesentlichen gefüllt mit hegen Zielen, vielen Plattitüden und wenig Konkreten. Hingegen sind die Handlungen der selben Institutionen – gleichwohl sehr aussagekräftig.

>>Tagesspiegel<<

„Seit mehr als zehn Jahren galt die Münchner Stadtverwaltung weltweit als Vorbild. Unter Führung des früheren SPD-Oberbürgermeisters Christian Ude hatte die Stadt rund 60 Millionen Euro in den Umstieg auf offene Software investiert. Das eigene Betriebssystem „Limux“ (Linux + München), zahlreiche Spezialprogramme und die Formularsammlung namens „Wollmux“ machten München zum Leuchtturm zur Open-Source-Bewegung. Die Stadt sparte bis 2012 mehr als zehn Millionen Euro. Legendär ist der Dialog, den Ude mit Microsoft-Gründer Bill Gates im Auto zum Flughafen führte.

„Warum tun Sie das?“, fragte Gates.

Ude: „Wir wollen Freiheit.“

Gates: „Freiheit von was?“

Ude: „Freiheit von Ihnen!“

Richtungswechsel: Der neue politische Führung in München setzt sich – trotz Widerstände und massiver Kritik – für Microsoft ein. Im Gegensatz zu dem Softwareanbieter aus Redmond hat Linux keine finanzstarke Lobby bei dem zuständigen Stellen und demnach sehr wenige zahlungskräftige Fürsprecher. Allerdings reist die Kette der unnötigen Ausgaben bei der Software keineswegs ab, sondern setzt sich bei der Hardware nahtlos fort: Viele Computer in dem Behörden lassen sich nur schwer oder gar nicht reparieren, hinzu kommen technische Beschränkungen bei der Aufrüstbarkeit. Weswegen die Lebensdauer vieler IT-System von Hause aus überschaubar ist. Gleichzeitig steigen die Anforderungen des vielfach verwendeten Betriebssystems Windows stetig an.

>>why! open computing SA <<

„Mit der Hilfe von Ersatzteilen aus anderen Maschinen lief dieser Computer (links), der 1986 als Occasion gekauft worden ist, 20 Jahre lang, und er hat ohne Millenium Bug den Sprung ins neue Jahrtausend geschafft. 2002 konnte 75% des Source-Codes der Betriebs-Software der Waadtländer Reparatur-Firma La Bonne combine, die zwei Jahrzehnte lang auf der Maschine gelaufen war, auf einem Linux-Server neu kompiliert werden. Sie tut hier weiter ihren Dienst. Das ist ein Beweis, dass Informatik – Hardware wie Software – nachhaltig sein kann. Voraussetzung ist, dass man sich vom Diktat eines proprietären Softwareherstellers befreien kann.“

Screenshot whyopencomputing.ch

Das schweizer Unternehmen >>why!<< bietet leistungsstarke reparaturfreundliche Computer mit Linux als Betriebssystem an. Bezogen auf die gesteigerte Lebensdauer ist der höhere Preis durchaus gerechtfertigt, denn nach einigen Jahren lassen sich die extra Ausgaben problemlos amortisieren. Bei genauer Betrachtung ist die IT-Infrastruktur nämlich keinen schnelllebigen Zeitgeist unterworfen.

>>Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (.pdf) <<

„Bereits seit 2010 arbeiten Bund, Länder und Kommunen unter dem Vorsitz der Bundesregierung in der Allianz für Nachhaltige Beschaffung (AfNB) zusammen.Sie soll dazu beitragen, den Anteil nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen beim Einkauf der öffentlichen Hand deutlich zu erhöhen.“

Für die meisten Menschen gehören diese Art von Schlussfolgerungen zu tägliche Selbstverständlichkeit, wozu mit Sicherheit kein teures Gutachten von Nöten ist.

 

 

 

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