Die philosophische Ausleuchtung von unterschiedlichen Perspektiven

Screenshot youtube.com

In der heutigen Zeit wo Spezialisierungen immer weiter voran schreiten, ist es von enormer Bedeutung – über den eigenem Horizont hinaus zu schauen, um dadurch die philosophische Perspektive zu wechseln, womit sich Problemstellungen aus einem ganz anderen Blickwinkel beleuchten lassen.

>>gulli<<

„Wie sehr die von Edward Snowden ans Tageslicht gezerrten Überwachungsmaßnahmen das Verhalten der Menschen im Netz verändert, lässt sich jetzt auch in Zahlen ausdrücken: 20 Prozent weniger Menschen haben seit den Enthüllungen über die Tätigkeiten der NSA und kooperierender Geheimdienste Wikipedia-Artikel über Terrorismus aufgerufen. Die Studie fasst den Begriff dabei relativ weit und schließt auch Artikel, die nur bestimmte Schlüsselbegriffe, wie beispielsweise Autobombe, Taliban oder Al-Qaida enthalten, mit ein, wie die Washington Post berichtet. Auch wenn die Studie nur spekuliert, ohne konkrete Befragungen durchgeführt zu haben, so ist die Schlussfolgerung, dass die Nutzer schlicht Angst davor haben, selbst auf Listen zu landen, wenn sie sich über bestimmte Themen informieren, doch nachvollziehbar. Außerdem deckt sich diese These mit den Ergebnissen weiterer Studien, die sich ebenfalls mit dem wandelnden Nutzerverhalten post Snowden beschäftigt haben. “Wenn Menschen Angst davor haben oder davor zurückschrecken, sich über wichtige Themen wie Terrorismus oder nationale Sicherheit zu informieren, stellt das eine echte Gefahr für eine vernünftige, demokratische Debatte dar”, kommentiert der Autor der Studie, Jon Penney. Weitere Studien zu dem Thema untermauern diese Aussage. Eine Untersuchung von 2015 hatte Googles Suchanfragen zum Thema und fand heraus, dass “Benutzer deutlich seltener Suchbegriffe verwenden, von denen sie meinen, sie könnten ihnen Probleme mit der US-Regierung einbringen”. Dieses Phänomen der Selbstzensur ist aber keinesfalls nur auf die Konsumenten von Informationen beschränkt.“

Die Angst der Bevölkerung vor Überwachung ist offensichtlich größer als vor einem Terroranschlag – was sicherlich durch die Veröffentlichungen von Edward Snowden alles andere als unbegründet ist.

Screenshot theintercept.com

Die Auswertung der gesammelten Metadaten ist einem beständigen Wachstum unterworfen, wodurch Umfang als auch Auswirkungen auf die Bevölkerungen immer weiter verschwimmen und dadurch die Faktenlage sich zunehmend immer weiter in dem Bereich der reinen Spekulation verschiebt.

>>Posteo e.K. <<

„Liebe Posteo-Kundinnen und Posteo-Kunden,

wir möchten, dass Sie wissen, wie häufig Behörden bei uns um Kundendaten ersuchen. Deshalb haben wir heute unseren Transparenzbericht für das Jahr 2016 veröffentlicht. In dem Bericht legen wir offen, wie oft Ermittlungsbehörden sich im Jahr 2016 an uns gewandt haben – und wie oft wir tatsächlich Daten herausgeben mussten. Er enthält alle Behördenanfragen, die wir im Jahr 2016 erhalten haben. Wir führen außerdem die Anzahl der rechtswidrigen Ersuchen in der Statistik auf, da in der Praxis Missstände existieren, die wir seit einiger Zeit auch auf unserer Website mit geschwärzten Beispielen dokumentieren.“

Screenshot posteo.de

Selbstverständlich bleibt das rechtswidrige Verhalten der Behörden völlig folgenlos, hingegen müssen Bürger selbst dann eine Verurteilungen über sich ergehen lassen, wenn die gewonnen Daten aus illegalen Quellen und Praktiken stammen. Selbst im Mutterland der elektronischen Überwachung der USA sind solche Vorgehensweisen rechtswidrig und die gewonnen Beweise dürfen gerichtlich nicht verwendet werden. Natürlich zieht das Verhalten einheimischer Behörden eine ganze Reihe von Konsequenzen nach sich, die mehr an einem Polizei- und Überwachungsstaat erinnern, als an einer „Freiheitliche demokratische Grundordnung“ .

>>Bundesverfassungsgericht<<

„Die Vorschrift dient nicht dem Schutz von Gewaltopfern allgemein und stellt bewusst nicht auf die Billigung, Verherrlichung und Rechtfertigung der Gewalt- und Willkürherrschaft totalitärer Regime insgesamt ab, sondern ist auf Äußerungen allein in Bezug auf den Nationalsozialismus begrenzt.“

Sicherlich wäre es besser die Prioritäten zu mehr Rechtsstaatlichkeit und Datenschutz zu verschieben, denn die Geschichte legt offen: Wohin solche Entwicklungen führen können. Andere Beispiele zeigen ebenso, das beteiligte Individuen zu sehr mit Details beschäftigen sind und dabei völlig das Große ganze aus dem Augen verlieren: Auch hier wäre es nötig dem Blickwinkel auf Grundlage der philosophischen Perspektive zu wechseln. Das amerikanische Raketenschild beispielsweise soll anfliegende Raketen eliminieren. Die ersten Überlegungen stammen bereits aus dem 1980er Jahren: Der damalige US-Präsident Ronald Reagan wollte unter anderen mit satellitengestützten Laserwaffen anfliegende Raketen abschießen lassen – bevor sie ihr Ziel erreichen. Das gestartete SDI-Programm war seiner Zeit mehr Science-Fiction als Stand der verfügbaren Technik. Demzufolge gab es schon damals enorme Bedenken, ob sich ein solch komplexes technisches Unterfangen in einem vernünftigen Zeitrahmen überhaupt realisieren ließe: Diese Einschätzung hat bis in die Gegenwart keine wesentlichen Änderungen widerfahren.

>>Wikipedia<<

„Das Projekt zum Bau einer antiballistischen Rakete gründet auf einem israelisch-amerikanischen Beschluss vom 6. Mai 1986, der vor allem die Kofinanzierung eines solchen Vorhabens regelt, das vermutlich mehrere Milliarden US-Dollar umfassen würde. Bis heute beläuft sich der amerikanische Anteil auf schätzungsweise 2 Milliarden Dollar. Das Interesse der Reagan-Regierung lag in der Einbindung Israels in das SDI-Programm. … Am 29. Juli 2004 wurde eine Arrow-Rakete bei einer Übung mit Erfolg gegen eine tatsächlich eingesetzte SCUD-Rakete abgefeuert. Die Scud wurde punktgenau getroffen.“

Screenshot worldwar2-memoires.com

Bei dem SCUD-Raketen handelt es sich um eine Weiterentwicklung der 1941 erfolgreich gestarteten >>Aggregat 4<< oder Vergeltungswaffe 2 – kurz „V2“ – realistisch betrachtet wohl eher um einen Nachbau. Wie auch immer: Es dürfte – aus heutiger Sicht – das mit Abstand primitivste Überbleibsel sein, was moderne Raketenarsenale hergeben. Darüber hinaus können SCUD-Rakete auch mit kostengünstigeren Nahbereichsverteidigungssystem bekämpft werden.

Screenshot fas.org

Es bleibt aber die offene Frage im Raum stehen: Ob sich anfliegende moderne Raketen in der Praxis überhaupt abgefangen lassen? Denn diese verfügen in der Regel über Täuschkörper, Mehrfachsprengköpfe, können Ausweichmanöver fliegen und darüber hinaus elektronische Gegenmaßnahmen einleiten. Alles Variablen wo keine schlüssige und befriedigende Antworten zu finden sind.

Screenshot mda.mil

Natürlich lassen sich in animierten Computergraphiken die beeindruckensten Präsentationen darstellen, unabhängig wie weit weg sich diese von der Realität befinden. Die hier gezeigte anfliegende Rakete – welche später zerstört wurde – leitet keinerlei Gegenmaßnahmen ein. Selbst die Satellitenkommunikation bleibt vom vermeintlichen Gegner völlig unbehelligt und wird nicht elektronisch gestört. Zudem kann man davon ausgehen, dass das US-Raketenschild nur eine limitierte Zahl an Raketen verfügt, demnach müsste ein potentieller Gegner nur durch Täuschungsmanöver dafür Sorge tragen: Das die Amerikaner ihr Arsenal leer schießen und die US-Streitkräfte würden danach verteidgungstechnisch wieder am Anfang stehen. Solange keine greifbaren Technologien zur Verfügung stehen, sollten die Prioritäten besser auf andere Waffensysteme verlagert werden.

>>Martin Mißfeldt<<

„““Item Perspectiva ist ein lateinisch Wort, bedeutt ein Durchsehung.“ So hat Dürer den Begriff der Perspektive zu umschreiben gesucht… “ So leitet Erwin Panofsky seinen Aufsatz „Die Perspektive als symbolische Form“ ein. Tatsächlich ist es methodisch das Sinnvollste, das Phänomen erst einmal begrifflich einzugrenzen, indem wir der Panofskyschen Definition folgen: „… Wir wollen da, und nur da, von einer im vollen Sinne »perspektivischen Raumanschauung« reden, wo nicht nur einzelne Objekte, wie Häuser oder Möbelstücke, in einer „Verkürzung“ dargestellt werden, sondern wo sich das ganze Bild […] gleichsam in ein »Fenster« verwandelt hat, durch das wir in den Raum hindurchzublicken glauben sollen – wo also die materielle Mal- und Relieffläche […] zu einer bloßen Bildebene umgedeutet wird, auf die sich ein und durch sie hindurch erblickter und alle Einzeldinge in sich umfassender Gesamtraum projiziert – wobei es nichts verschlägt, ob diese Projektion durch den unmittelbaren sinnlichen Eindruck oder durch eine mehr oder minder »korrekte« geometrische Konstruktion bestimmt wird.“ Die „Durchsehung“ (von Dürer) ist demnach als ein „Fensterdurchblick“ zu verstehen. Diese Formulierung entspricht auch der des Leon Battista Alberti, der seine Erkenntnisse zur Perspektive 1426 in dem Traktat „De Pittura“ (über die Malkunst) niedergeschrieben hat. Einige Jahre zuvor hatte Filippo Brunelleschi nach Ansicht vieler Kunsthistoriker die erste perspektivisch konstruierten Bildtafeln der Neuzeit (1410) erstellt.“

Es kann in vielen Fällen überaus erhellend sein, das Prinzip der philosophischen Perspektive zu verstehen: Denn erst diese Erkenntnis schuf die Grundlage der modernen Zivilisation.

Screenshot tetraktys.de

Screenshot eule-der-minerva.de

 

 

 

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