Die strukturelle Gewalt an öffentlichen Schulen

Screenshot youtube.com

Waren Sie in den letzten 12 Monaten in Schlägereien in der Schule verwickelt?“ Darauf Antworteten 93,7 Prozent der befragten Schüler in einer Umfrage mit – Ja. Demzufolge lassen diese Zahlen den Schluss zu: Gewalt an Schulen gehört zum Alltag. Und genau dieser Schulalltag kann mitunter sehr brutal sein.

>>Mitteldeutsche Zeitung<<

„Auf MZ-Nachfrage, was sich nun auf und vor dem Schulgelände ereignet hat, sagt Ralf Moritz von der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost: „Es gibt eine Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung. Wir haben vier syrische Tatverdächtige im Alter von 13 bis 17 Jahren und vier deutsche Geschädigte im Alter von 15 bis 16 Jahren, von denen drei ambulant behandelt werden mussten.“ Auch eine „Kette“, die nicht näher beschrieben wird, kann die Polizei bestätigen. „Allerdings werden erst die weiteren Ermittlungen gesicherte Erkenntnisse darüber bringen, was sich genau ereignet hat.“ Dafür werde man die syrischen Jugendlichen mit Dolmetschern vernehmen. Während die Strafverfolgungsbehörden sich derzeit also noch einen Überblick über den Hergang der Auseinandersetzung verschaffen müssen, schildert ein 17-Jähriger, der nach eigenen Aussagen die Hintergründe kennt und bei der Auseinandersetzung dabei war, gegenüber der MZ seine Sicht auf die Dinge. „Die Situation ist eskaliert“, sagt der junge Mann und spricht davon, dass plötzlich auch „Erwachsene“ zugegen gewesen und mit „Fäusten und Fahrradketten“ auf das Mädchen, ihren Freund und weitere Beteiligte eingeschlagen haben sollen.“

 

>>Kölnische Rundschau<<

„Wenn ihre zwölfjährige Tochter in die Schule gehen sollte, dann hatte sie plötzlich Bauchschmerzen oder Kopfweh. Immer wieder, wenn ihr Kind in der Schule war, sei sie angerufen worden, weil sie ihre Tochter abholen sollte. Denn der war unwohl oder sie war plötzlich krank. Seit wenigen Wochen weiß die Mutter der Sechstklässlerin der Euskirchener Gesamtschule, warum sich die Krankheiten bei ihrer jüngsten Tochter häuften: „Sie wurde von Schülern gemobbt, aufs Übelste beleidigt und regelrecht fertig gemacht“, berichtete die Frau dieser Zeitung.“

 

>>Brigitte<<

„Daniel wollte nur akzeptiert und gemocht werden. Stattdessen wurde der 13-jährige Schüler so grausam gemobbt, dass er sich schließlich das Leben nahm.“

 

>>Welt<<

„Die Homepage der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen ist schwarz eingefärbt: „Wir trauern“ steht dort. Ein 15-jähriger Schüler soll einen 14-Jährigen erstochen haben.“

Die Polizei beschreibt das Problem als „Herausforderungen unseres demokratischen Staates“ und gibt dazu eine Broschüre heraus. Allerdings vermittelt die eher den Eindruck des Verwaltens – anstatt Bereinigen – des Problems: Konkrete Hilfestellungen sind jedenfalls dazu kaum zu finden. Angesichts der Masse der Fälle kann wohl kaum auf die Zuständigkeit der Gerichte verwiesen werden und speziell bei Minderjährigen kommt noch hinzu: Das sie entweder überhaupt nicht oder kaum Straffähig sind. Die Webseiten der brandenburgischen und sächsischen Schulverwaltungen kennen offensichtlich das Problem gar nicht. Ignorieren scheint wohl die gängigste Lösung zu sein.

 

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