Die unbekannten Perspektiven des Konservatismus

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Unter einen konservativen Politiker wird allgemein an eine bodenständige und traditionsbewusste Menschen gedacht. Die Person >>Otto von Bismarck<< dürfte als einer der bekanntesten Prototypen dieser sozialen Weltanschauung überhaupt gelten. Dabei wird gern vergessen: Fürst Bismarck duellierte sich – nach einer hitzigen Parlamentsdebatte – auch schon mal gerne mit Schusswaffen und war darüber hinaus ein standfester Trinker.

>> Inszenierung als Beruf: Der Fall Guttenberg von Oliver Lepsius & Reinhart Meyer-Kalkus (Buch) <<

“Das durfte man damals hoffnungsvoll als Datum in der Geschichte des deutschen Konservatismus verbuchen. Denn dieser hatte seit Otto von Bismarcks »Welfenfonds« – dem Vermögen der gestürzten Könige von Hannover – eine solide Tradition von Schwarzgeldern, Schwarzkonten und extralegalen Hilfsmitteln angelegt, in einer Mentalität des latenten, stets abrufbereiten Ausnahmezustandes, die besagte: Die Regeln des Staates stehen uns, seinen eigentlichen Inhabern, zur freien Verfügung, unser Geschwätz von gestern braucht uns im Zweifelsfall nicht zu kümmern, sofern die Notwendigkeit einer höheren Staatsräson neue Richtlinien erzwingt. … Durchgehend in dieser fatalen Tradition steht die Entformalisierung der Staatsräson, mit der auch Grundregeln des Anstands zur Disposition gestellt werden. Prinzipien müssen, so hatte es der darin immerhin ehrliche Metternich gesagt, drehbare Geschütze sein; die Legitimität ist also nichts ein für alle Male Feststehendes, sondern darf nach aktuellen Bedürfnissen im aufgewühlten Zeitlauf immer wieder neu aufgestellt werden. Der Konservative reitet den Tiger der Revolution, bevor dieser ihn zerfleischt. Das ist natürlich das Gegenteil von Republikanismus und insofern Signum und Symptom von historischen Übergangszeiten, über das man sogar historisch dissertieren, ja habilitieren könnte. Wer meinte, dass der Konservative, dieser Zweitgeborene der Revolution, ein Vertreter von festen Grundsätzen sei, hat also zu kurz gedacht. Grundsätze haben etwas Unhistorisches, fast Jakobinisches; der geschichtliche Prozess aber ist lebendige Bewegung, gemacht vom Menschen mit seinem Widerspruch. Es kommt eben immer auf den Kairos an, den Karl-Theodor zu Guttenberg im Vorwort seiner Dissertation beschwört.”

Was darunter zu verstehen ist: “Der Konservative reitet den Tiger der Revolution, bevor dieser ihn zerfleischt.” lässt sich am Beispiel von den Werdegang von Petra Hinz festgemachen.

>>Westdeutsche Allgemeine Zeitung<<

“Das Gerücht, das seit Tagen durch das politische Essen wabert, es stimmt: Die SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Hinz hat wichtige Teile ihres Lebenslaufs erlogen. Das hat am Dienstagabend ihr Essener Rechtsanwalt in einem Schreiben an die Essener Medien bestätigt, in dem die SPD-Politikerin reinen Tisch macht und ihr Doppelleben offenbart.”

 

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

“Joschka Fischer, der ehemalige Außenminister, besaß als höhere Qualifikation nur einen Taxischein. Parteichefin Claudia Roth studierte nur zwei Semester Theaterwissenschaften, bevor man ihr etwas Besseres anbot, wie sie heute sagt. Und Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt ist, anders als oft behauptet, keine Theologin. Sie hat zwar etliche Semester Theologie studiert, aber das Studium nicht abgeschlossen.”

 

>>Focus<<

“Geradezu peinlich wird es für sie allerdings an den Stellen, die das „SchavanPlag“ für eindeutige Plagiate hält, auch wenn die Ministerin noch am 30. Januar betonte: „Ich kann in Anspruch nehmen, nicht plagiiert zu haben.“ Ein Gegenbeispiel findet sich etwa auf Seite 109. Dort heißt es: „Menschliche Triebe sind immer schon personifiziert, d.h. alle Triebhaftigkeit ist beim Menschen immer schon von einer geistigen Stellungnahme überformt.“ Eine Fußnote dazu verweist auf ein Handbuch der Psychotherapie von Viktor Frankl. Das hat Schavan aber offensichtlich nie gelesen, stattdessen eher die Habilitationschrift des polnischen Psychologen Antoni Nowak – mit 19 Fragmenten nach Einschätzung von „SchavanPlag“ ihre bedeutendste Plagiatsquelle.”

Die einstige konserative Bildungsministerin hat demnach ihre eigene wissenschaftliche Dissertation nicht einmal gelesen. Das kann aber mitunter durchaus der Fall sein: Eine ganze Reihe von sogenannten >>Geisterschreibern<< bieten auf dem freien Markt ihre Dienste feil. Die Tätigkeit ist an und für sich genommen, mitnichten etwas verwerfliches: Sofern es sich dabei um den letzten Feinschliff einer Niederschrift oder um die Erstellung eines Buches handelt.

 

 

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