Die ungleiche Behandlung von Reisekosten

Screenshot forbes.com

Die Wege zur Arbeit werden immer länger, die Kosten dafür immer höher und Absetzmöglichkeiten Seitens des Finanzamtes immer weiter zusammengestrichen. Von der Stellschraube Kostensteigerung sind jedoch nicht alle betroffen.

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>>The Guardian<<

“According to a European Union financial transparency system, commission staff spent €22,193 (£17,610) staying at the five-star Shangri-La hotel in Singapore and €54,677 at the five-star Stamford hotel in Brisbane in 2014. Other expenses listed that year include €439,341 on Abelag/Luxaviation, a luxury private jet provider, and €23,696 on chauffeur taxi services. Priti Patel, a Brexit campaigner, said European commission officials were “getting away with living the high life at our expense”. Other European commission spending included €2,228 at the Restaurant de Watermolen in Antwerp and €7,450 at the Jean Monnet and Altiero Spinelli dining rooms of the Atelier Euro in Brussels, €2,500 at the European Golf Club and €907 at Club Zaudin Golf.”

Der Lebensstandard dürfte höher, als das äquivalent bei einen Millionär aus der freien Wirtschaft liegen. Der Vergleich kommt keineswegs von ungefähr: Denn normalerweise transportiert das Unternehmen >>Luxaviation<< mit Sitz in Belgien, gut betuchte Kunden vorzugsweise wohnhaft an der südfranzösischen Küste Côte d’Azur – unweit von Monaco. Der geflügelte Ausspruch: “Leben wie Gott in Frankreich” könnte man getrost mit “Leben wie ein EU-Kommisar in Brüssel” ersetzen.

Screenshot olivierminaire.com

>>Deuscher Bundestag<<

“Wenn ein Abgeordneter eine Dienstreise unternimmt, trägt der Bundestag die Kosten, genau wie ein Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter auf Geschäftsreise schickt.”

Der aufgeführte Vergleich des Bundestags hinkt gewaltig: Bevor ein privates Unternehmen Mitarbeiter auf Geschäftsreise schickt, müssen triftige Gründe vorliegen und es wird peinlich darauf geachtet, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen – allein schon wegen den Finanzamt.

>>Focus<<

“Abgeordneten des Bundestags haben im Jahr 2013 Flüge im Wert von 8,01 Millionen Euro abgerechnet. Das bestätigte die Bundestagsverwaltung auf Anfrage der „Bild“-Zeitung vom Dienstag.”

Aktuellere Zahlen waren nicht zu finden und dabei sind lediglich die Flugreisen aufgelistet, ob die Flugbereitschaft der Bundeswehr mitenthalten ist kann nicht abschließend geklärt, darf aber – Aufgrund der Höhe der Kosten – bezweifelt werden. Alleine die Leerflüge der Regierungsmaschinen zwischen Bonn und Berlin kosten pro Jahr 3,5 Millionen Euro. Ungeachtet dessen, sind in den rund acht Millionen Euro nur reine Flugreisen und keine Reisen mit der Bahn, PKW und sonstige Verkehrsmittel enthalten. Ausgeklammert sind ebenso Hotel- und Bewirtungskosten. Über wahre Kostenhöhe der Dienstreisen lässt sich allenfalls spekulierten. Kaum ein Mittelständische Unternehmen und schon gar kein Arbeitnehmer wären in der Lage: Die illustre Reisetätigkeit den Finanzamt zu erklären, aber im Regierungsviertel laufen die Dinge wohlweislich wesentlich entspannter ab.

>>Focus<<

“Wenn Hartz-IV-Empfänger ihre getrennt lebenden Kinder besuchen, können sie künftig 20 Cent pro Kilometer Fahrstrecke erhalten.”

 

>>Lohnsteuerhilfeverein<<

“Die meisten Berufstätigen müssen jeden Tag mehrere Kilometer zur Arbeit fahren. Zum Beispiel Fabian, der frischgebackene Mediendesigner: Er fährt täglich mit seinem Auto 25 Kilometer zur Arbeit hin und 25 Kilometer wieder nach Hause zurück. Für jeden Kilometer der einfachen Fahrtstrecke, also entweder der Hin- oder der Rückfahrt, bekommt Fabian 30 Cent Steuervergünstigung vom Staat.”

In der Praxis bedeutet es: Lediglich 15 Cent pro Kilometer, was mit Sicherheit kein kostendeckender Betrag ist. Am Beispiel “Fabian” den Mediendesigner käme in der Realität nur das Auto infrage: Das Fahrrad ist Aufgrund der Strecke von täglich 50 Kilometer ungeeignet. Der öffentliche Nahverkehr ist viel zu umständlich: Täglich diesen Arbeitsweg mit Bus und Bahn zu pendeln dürfte nur in sehr seltenen Einzelfällen eine praxistaugliche Alternative darstellen. Hierbei ist zu bedenken: Vielerorts – besonders im ländlichen Raum – sind Busverbindungen Nachts, sowie am Wochenende schon seit Jahren eingestellt und selbst ohne diese Einschränkungen, kommt mit mehrmaligen Umsteigen zeitlich schnell eine gefühlte kleine Weltreise zusammen.

>>Staatsrundfunk “Tagesschau” <<

“In der Debatte um den Dieselskandal bringt das Umweltbundesamt die Abschaffung des Dieselprivilegs bei der Mineralölsteuer ins Gespräch. “Das Dieselprivileg bei der Mineralölsteuer muss auf den Prüfstand”, sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger der “Rheinischen Post”. “Dieselfahrer zahlen pro Liter Kraftstoff 18,4 Cent weniger als bei Benzin – den Staat kostet diese Subventionierung mittlerweile 7,8 Milliarden Euro pro Jahr, gut dreieinhalb Milliarden davon für die Pkw-Nutzung”, sagte Krautzberger.”

Subventionen für Diesel? So mancher Dieselfahrer dürfte sich beim lesen der Meldung des Staatsrundfunks verwundert die Augen reiben. Natürlich gibt es keine Subventionierung von Dieselfahrzeugen. Es handelt sich hierbei um einen einseitigen Bericht, wo lediglich die tendenziöse Meinung des Umweltbundesamt wiedergeben wird und andere Stimmen kommen überhaupt nicht zu Wort. Selbstverständlich unterhält das Umweltbundesamt auch eine eigene Webseite und benötigt keinen Staatsrundfunk zur Publikation ihrer hauseigenen Meldungen. Allerdings wer bei der Behörde selbst nachschaut, um dazu genauere Informationen zu finden, wird unglücklicherweise enttäuscht. Nur mühsam ist ein englischsprachiges Dokument zu der Thematik zu finden und auf Seite 35 tauchen auch die rund sieben Milliarden Euro wieder auf. Dort nimmt man einfach 38 Milliarden Liter Diesel – welche 2010 verkauft wurden – als Berechnungsgrundlage, ansonsten sind Inhalte und Argumentationsweise nicht zu unterscheiden, obwohl das Dokument aus dem Jahr 2014 stammt. Abgesehen von der Wahl der Sprache sind Tenor des Umweltbundesamt und Staatsrundfunk nahezu identisch.

 

 

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