Enteignung: Der staatliche Zugriff auf Gold, Immobilien und Bargeld

Screenshot cnbc.com

Gold, Bargeld und Immobilien gelten allgemein hin als sichere Wertanlagen, was bis zu einen gewissen Punkt auch stimmen mag: Aber von sicheren Schein von Betongold, Münzen oder diversen Edelmetallen sollte sich zuweilen niemand blenden lassen.

>>Wirtschafts Woche<<

„Die Bilanzen der Notenbanken sind geschwächt. Sie haben von ihren nationalen Kreditinstituten immer mehr Schrottpapiere als Sicherheiten akzeptiert oder – wie die Bundesbank – quasi uneinlösbare Forderungen innerhalb des Euro-Systems übernommen. Der Anteil der im Vergleich zu den ausfallsicheren Goldbeständen ausgesprochen schwachen Sicherheiten in den Notenbank-Bilanzen nimmt zu. Theoretisch ließen sich die Bilanzen verbessern, wenn privater Goldbesitz in Staatsbesitz gelangte. Die Frage wäre: Würde für privates Gold ein fairer Marktpreis bezahlt – und passierte der Übergang freiwillig? „Es ist gefährlich, richtig zu liegen, wenn die Regierung falsch liegt.“ Vermögensverwalter und Börsenguru Marc Faber zitiert Voltaire, wenn er gefragt wird, ob er sich ein privates Goldbesitzverbot vorstellen könne, so wie in den USA zwischen 1933 und 1974. Am 5. April 1933 erließ der damalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt eine Durchführungsverordnung, die das private Horten von Gold unter Strafe stellte. Ausgenommen waren Goldmünzen und Goldzertifikate, deren Wert pro Person 100 Dollar nicht überstieg, sowie Sammlerstücke. Verstöße konnten mit bis zu 10.000 Dollar Strafe belegt werden oder mit einer Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren. US-Bürger hatten ihr Gold bis zum 1. Mai 1933 zum Festpreis von 20,67 Dollar pro Unze bei der Notenbank abzugeben, anschließend wurde die Parität auf 35 Dollar pro Unze fixiert.“

Zum besseren Verständnis sollte man wissen, das im Jahr 1933 eine Weltwirtschaftskrise herrschte, welche im Jahr 1929 ihren Ausgang nahm. Bedingt durch die massiven ökonomischen Verwerfungen jener Jahre war ein katalytischer Faktor gegeben, um politisch eine de-facto Enteignung der Bevölkerung im großen Stil durchzuführen. Der damals festgesetzte Goldpreis von 20,67 Dollar pro Unze lag selbstverständlich jenseits des realen Marktpreises. Viel Rücksicht nahm man bei der großen Enteignungswelle auf Erbstücke und andere historisch goldbestückte Gegenstände kaum. Abseits der USA ordnete während der NS-Zeit Hermann Göring am 28. Oktober 1936 eine Ablieferungspflicht für Gold an. Verstöße dagegen wurden mit einer Anklage der Wirtschaftssabotage geahndet und im schlimmsten Fall drohte die Vollstreckung der Todesstrafe. Goldverbote sind in der Geschichte reichlich vorhanden und die Liste an Beispielen ließe sich nach Belieben fortsetzen. Der gemeinsame Nenner ist immer – wie oben beschrieben – ein katalytischer Faktor und treffen tut es in der Regel den einfachen Mann auf der Straße. Es wird zwar vor Beginn jeder Enteignungswelle von Edelmetallen reichlich suggeriert, dass man mittels Goldverbot gegen Kriminelle und Vermögende vorgehen will, aber in der Regel riecht genau dieser Personenkreis zeitig den Braten und bringt alle Wertgegenstände rechtzeitig – gut geschützt – vor irgendwelchen Zugriffen in Sicherheit. Das Kapital war schon seit jeher ein scheues Reh. In eine ganz ähnliche Richtung geht das angestrebte Bargeldverbot.

>>Welt<<

„Der Kampf gegen die großen Scheine dient einem hehren Ziel. Dahinter steht die erklärte Absicht, die finanziellen Aktivitäten von Terroristen, Waffenschiebern und Drogenhändlern zu erschweren. Die großen Scheine stehen im Verdacht, als bevorzugte Währung der Unterwelt zu dienen. … „Die jüngsten Vorstöße von Notenbankern, Politikern und Wissenschaftlern sehen für mich wie eine koordinierte Bargeld-Beschränkung aus“, sagt Unternehmensberater Daniel Stelter, der ein Buch über die neue „Eiszeit der Weltwirtschaft“ verfasst hat. „Wir sind gefangen in einem System, das immer niedrigere Zinsen braucht, um den Schuldenkollaps abzuwenden“, warnt er. Das Bargeldverbot sei ein Mittel zum Zweck, um die Menschen im System zu halten.“

 

>>derStandard.at<<

„In der Debatte um die Bewältigung der Euro-Schuldenkrise schlägt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) einem Medienbericht zufolge vor, zur Haushaltssanierung stärker Bürger mit hohen Einkommen heranzuziehen. Der Staat könne das Vermögen entweder durch eine einmalige Abgabe belasten, die dann sukzessive abgezahlt werde, berichtet „Handelsblatt Online“ am Mittwoch unter Berufung auf eine DIW-Studie. „Man könnte das aber auch mit einer Zwangsanleihe kombinieren, indem die betroffenen Abgabepflichtigen Schulden übernehmen müssen“, zitiert das Blatt Studienleiter Stefan Bach. … Ein Zwangskredit oder eine Abgabe in Höhe von zum Beispiel zehn Prozent auf diese Bemessungsgrundlage könnten somit gut neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts mobilisieren – rund 230 Milliarden Euro“, zitiert das Blatt aus der Studie. … So wurden in Deutschland 1922 Zwangsanleihen eingeführt, um die Schuldenberge nach dem Ersten Weltkrieg abzutragen.“

Die Neuauflage von der bereits eingelebten Praxis jener Zwangshypotheken war der 21. August 1948 in der alten Bundesrepublik – genau einen Tag nach Einführung der Währungsreform. Auch die „neue“ Währung Euro oder genauer gesagt die „Rettung“ davon macht so einiges möglich. Das Bundesverfassungsgericht hat in diversen Urteilen die politischen Tore dazu bereits weit geöffnet.

 

 

 

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