Falle Altersarmut: Das unsoziale Rentensystem

Screenshot youtube.com

Es gibt die Altersrente für langjährig Versicherte und die für besonders langjährig Versicherte. Für diese Renten benötigen Sie 35 oder 45 Versicherungsjahre.“ So die Angaben der Deutschen Rentenversicherung: Nur reicht diese Rente im Normalfall kaum zum leben. Allerdings diese Probleme kennt der öffentlich-rechtliche Sektor selbst wohl nur von Hörensagen: Denn er bezieht sein Ruhegeld vielfach aus ganz anderen staatlichen Quellen.

>>Focus<<

„Im Grunde reicht das Geld hinten und vorne nicht. Die Rentnerin legt die Stirn in Falten, ihre Stimme wird hörbar fester: „Fast 40 Jahre habe ich gearbeitet und nun bekomme ich genauso viel Unterstützung wie jemand, der nie oder sehr viel weniger als ich gearbeitet hat?“ „Die Realität sieht anders aus.“ Bei der Tafel hatte sie bereits vor fast einem Jahr um einen Platz gebeten, jedoch bisher ohne Erfolg. … So wie ihr gehe es eine Vielzahl an Rentnern in ihrem Bekanntenkreis, erzählt die Dame. Auch sie hätten nicht ausreichend Geld im Monat zur Verfügung, um sorgenfrei zu leben. Namen möchte sie aber keine nennen. Denn viele schämen sich, dass sie im Alter Grundsicherung beziehen. Deshalb wird selbst unter den Nachbarn im Hochhaus nicht offen darüber geredet. Auch Hannelore will nicht ihren vollen Namen nennen, aus Sorge, Nachbarn könnten sie wiedererkennen.“

 

>>Beamte – Was die Adeligen von heute wirklich verdienen von Torsten Ermel (Buch) <<

„Bei Arbeitnehmern ist die Altersversorgung durch die Beitragsbemessungsgrenze nach oben gedeckelt. Die Altersversorgung der Beamten ist dagegen nicht nach oben, sondern nach unten gedeckelt, denn es gibt eine Mindestpension. Diese Mindestpension beträgt insgesamt 35 % der ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge, mindestens aber 65 % des Endgrundgehalts aus der Besoldungsgruppe A4. Voraussetzung dafür, sie zu beziehen, ist eine Dienstzeit von lediglich fünf (!) Jahren. Die Mindestpension beträgt zurzeit (inklusive Ehegattenzuschlag) 1.573 € monatlich und damit etwas mehr als das Doppelte einer durchschnittlichen Rente (771 €, vgl. o.). Von den männlichen Rentnern im Westen erhalten nach der Statistik der Deutschen Rentenversicherung überhaupt nur 16,8 % eine Rente in Höhe von 1.500 € oder mehr. Über 80 % der Rentner erhalten somit eine Rente, die unterhalb der Mindestpension eines Beamten liegt. Die Rentnerinnen im Westen erhalten gar nur zu 1,1 % eine Rente, die 1.500 € oder mehr beträgt; sie erreichen also praktisch überhaupt nicht die Mindestpension eines Beamten. In der Praxis hat die Mindestpension allerdings nur eine geringe Bedeutung. Gerade einmal 0,5 % der Pensionäre sind auf sie angewiesen, und zwar diejenigen, die bereits nach kurzer Berufstätigkeit dienstunfähig werden. Mehr als 99 % der Beamten bekommen hingegen ohnehin eine höhere Altersversorgung. Beamte können die Mindestpension schon nach fünfjähriger Dienstzeit erhalten. Ein Durchschnittsverdiener muss dagegen für eine Rente in Höhe der Mindestpension 54 Jahre lang durcharbeiten, darf nie arbeitslos sein, niemals länger krank werden und keine Familienphase einschieben. Wenn die Mindestpension also auch keine praktische Bedeutung hat, weil die tatsächlichen Pensionen ohnehin wesentlich höher sind, so verdeutlicht sie doch den ganzen Irrsinn der Beamten-Überversorgung.“

 

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Beim Westdeutschen Rundfunk (WDR), der seine Intendanten traditionell sehr gut bezahlt, lassen sich die Ansprüche für Ex-Intendantin Monika Piel auf beeindruckende 3,2 Millionen Euro beziffern. Für den derzeitigen Intendanten Tom Buhrow wurden zuletzt 3,1 Millionen Euro genannt. Für alle aktuellen Mitglieder der Geschäftsleitung zusammen kommt der WDR 2014 auf 15,1 Millionen Euro. Welche Pensionen sich daraus genau ergeben, dazu sagt der Sender lieber nichts. Klar ist: Sie sind üppig. Die „Bild“-Zeitung hat ausrechnen lassen, dass Tom Buhrow im Pensionsalter wahrscheinlich nicht bedeutend weniger verdienen wird als jetzt: Zuletzt bekam er 359.000 Euro im Jahr. … Umso größer ist das Unverständnis, wenn das Geld aus den Gebühren nicht nur fürs aktuelle Programm, sondern auch – und das immer mehr – für Renten ausgegeben wird. … Allein die ARD-Anstalten müssen in den kommenden vier Jahren laut ihrer Finanzplanung knapp 1,4 Milliarden Euro an Pensionen auszahlen. Dazu kommen noch die Rückstellungen, die für künftige Rentner gebildet werden, so dass für die Altersversorgung insgesamt mehr als drei Milliarden Euro in vier Jahren kalkuliert sind. Wie groß die Lasten einmal werden, kann man an den Rückstellungen der Sendeanstalten ablesen. Die ARD allein hat insgesamt 7,4 Milliarden Euro auf der hohen Kante für künftige Pensionen, ZDF und Deutschlandradio zusammen noch einmal eine Milliarde. Und es wird immer mehr angespart.“

Während die Armut der Rentner immer größer wird, hat sich der öffentlich-rechtliche Sektor selbst ganz gut versorgt und in der Zwischenzeit enorme Summen deswegen beiseite geschafft.

 

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