Feinstaub: “Das Feindwesen Diesel”

Screenshot mikeshouts.com

Politiker sind bekannt dafür sich an irgendwelchen Themen abzuarbeiten und infolgedessen Kompetenz der Bevölkerung zu suggerieren. Diesmal wurden Diesel, Feinstaub und die einheimische Fahrzeugindustrie als neue “Achse des Bösen” ausgemacht. Der Feinstaub besteht zum überwiegenden Teil aus Abrieb von Reifen und aufgewirbelten Staub, aber harte Tatsachen hatten es schon jeher schwer Einzug in die “Realpolitik” zu halten.

>>Eurotuner Ausgabe 5-17<<

“Warum müssen jahrzehntelang ignorierte Infrastrukturprobleme in den Städten auf einen Schlag gelöst werden in dem man einfach den Diesel verbietet? Warum muss der Bürger in Sippenhaft genommen werden, weil der Staat seine Fürsorgepflicht verletzt hat? Und hier gilt nicht die Ausrede, dass die neuen EU-Verordnungen Schuld am Desaster seien. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass es in der Politik gerade zum guten Ton gehört, immerhin stehen große Wahlen an, das “Feindwesen” Diesel zu bekämpfen, immerhin lenkt dies von vielen anderen politischen defizitären Baustellen ab!”

 

>>Zeit<<

“Das jetzt in Stuttgart beschlossene Fahrverbot für Dieselautos, die nicht die strengste Abgasnorm Euro 6 erfüllen, wird faktisch kaum Wirkung zeigen. Davon sind Experten überzeugt, etwa im Umweltbundesamt. Auch beim ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland hält man das Vorhaben für eine Krücke. Warum? Erstens ist bei den saubersten Dieseln das Feinstaubproblem ähnlich groß wie bei älteren Fahrzeugen der Abgasnormen Euro 4 und Euro 5. Das liegt auch daran, dass ein Großteil des Feinstaubproblems im Verkehr weniger auf die Motoren als auf aufgewirbelten Abrieb von Reifen und Bremsen zurückzuführen ist. ”

 

>>Stern<<

“Vor allem im Winter legt sich eine Schmutzglocke über Deutschlands Großstädte. Ungünstig sind Inversionswetterlagen, wenn die kalte Luft aus tiefen Schichten von wärmerer Luft überlagert wird. Dann akkumulieren die unsichtbaren Partikel über Tage in der Atemluft. Nicht zufällig trifft der erste Feinstaubalarm dieses Jahres seit Montag die Autofahrerstadt Stuttgart. Sie liegt in einem Tal, die verschmutzte Luft kann nirgendwohin entweichen.”

Abgesehen von den topografischen Besonderheiten einiger Städte, lassen sich die zuständigen Behörden darüber hinaus noch so einiges einfallen, um möglichst hohe Messwerte zu ermitteln.

>>Landesanstalt für Umwelt, Messunge n und Naturschutz Baden-Württemberg (PDF-Datei) <<

“Ausgangspunkt für die Messfahrten war hier die Schwabengarage, die unmittelbar an der Kreuzung Am Neckartor, Cannstatter Straße und Heilmannstraße liegt. Die Streckenführung ist die Fortführung der B14, eine der Haupt-Verkehrsachsen in Stuttgart, die hier mit bis zu vierspurigem Ausbau für eine Fahrtrichtung ein sehr großes Verkehrsaufkommen, 72.000 Fahrzeuge pro Tag, zu bewältigen hat.”

Die Kreativität der Behörden um politische Vorgaben zu untermauern scheint nahezu grenzenlos zu sein. Stuttgart ist ohnehin prädestiniert für seine hohe Feinstaubbelastung, was jedoch unlängst keineswegs ausreicht: Um die Angelegenheit noch weiter auf die Spitze zu treiben, sucht man sich genau dort: Eine der meist befahrenen Straßen – in jenen Brennpunkt – heraus, um die vermeintlich “objektiven” Werte zu ermitteln. Anstatt Geld in Umgehungsstraßen und Unterführungen zu investieren, was Lärm und Schmutz reduzieren würde, fließen stattdessen Unsummen in die Erforschung des Feinstaubes.

 

 

 

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