Flächenverbrauch in der Landwirtschaft: Eine unbemerkte Revolution bahnt sich an

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Im Allgemeinen wird die Landwirtschaft immer mit Ackerbau und Viehzucht in Verbindung gebracht. Besonders der Flächenverbrauch steht hierbei nicht selten in der Kritik. Dabei findet weitestgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit, bereits eine kleine Revolution statt: Am dessen Ende, der klassische Flächenverbrauch im großen Maßstab verringern könnte.

>>Green Petfood<<

„Für viele von uns Menschen in der westlichen Welt gelten Insekten vor allem als „Ungeziefer“. Nur wenigen ist bewusst, dass es viel mehr nützliche als schädliche Insekten gibt. Bienen liefern uns leckeren Honig und Wachs, bestäuben unsere Pflanzen, und viele Insekten finden ihren Einsatz als biologische Schädlingsbekämpfer. Doch Insekten als Nahrungsmittel für Menschen oder im Futternapf unserer treuen vierbeinigen Begleiter? Viele Menschen empfinden bei dem Gedanken erstmal ein Gefühl von Ekel.“

 

>>Spiegel<<

„Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Uno (FAO) forscht seit 2003 zu dem Thema und kommt zu dem Schluss, dass die Züchtung von Insekten ökologischer sei als die von herkömmlichem Fleisch. Laut einer Studie könnte die weltweit benötige Farmfläche um ein Drittel reduziert werden, wenn die Hälfte des aktuell zu hohen Fleischkonsums durch Grillen und Mehlwürmer ersetzt würde. Damit wäre eine Fläche gewonnen, die 70-mal größer ist als Großbritannien.“

Solche Meldungen wirken auf den ersten Blick sehr befremdlich: Jedoch der Hintergrund verhält sich ein wenig anders. Der überwiegende Teil der weltweit vorhandenen Ackerflächen wird zur Treibstoffproduktion, Tierfutter, Pharmazie wie Opium, Kleidung wie Baumwolle oder Hanf und vieles mehr genutzt. Der Nahrungsmittelanbau für den menschlichen Verzehr steht also unmittelbar im Wettbewerb, zu anderen landwirtschaftlichen Produkten.

>>Faszination Regenwald<<

„In deutschen Massentierhaltungen gibt es, Stand 2015, etwa 12,6 Millionen Rinder, 27,5 Millionen Schweine, 1,6 Millionen Schafe und 39,6 Millionen Legehennen (Bundesamt für Statistik). Zusammen genommen sind sie schwerer als alle 82 Millionen Einwohner Deutschlands. Und irgendwie müssen diese Nutztiere ernährt werden. Aber wie? Unsere heimischen Anbauflächen für Futtermittel sind zu klein. Wo also kommen die Futtermittel für unsere Nutztiere her? Die Futtermittel müssen importiert werden, und zwar hauptsächlich in Form von Sojabohnen. Die Sojabohnen werden auf riesigen Plantagen in Südamerika auf Flächen angebaut, die ehemals von einzigartigen tropischen Regenwäldern bedeckt waren. 80 Prozent der Sojabohnen landen als eiweißreiches Mastfutter in den Massentierhaltungen von Nordamerika und der EU, zehn Prozent werden zu Agrartreibstoffen verarbeitet, neun Prozent werden in der Margarineherstellung verwendet und etwa ein Prozent für andere Soja-Lebensmittel.“

 

>>Hühner Haltung<<

„Für viele Tiere ist tierisches Eiweiß in der Ernährung von großer Bedeutung. Mehlwürmer werden von verschiedenen Tierarten als Zusatzfutter sehr geschätzt. Insektenfresser wie Igel, verschiedene Affenarten, Kleinsäuger wie Ratten oder Hamster und nicht zu vergessen einige Vögel vertilgen diese schmackhaften Arthropoden mit Genuss. Unerlässlich bei der Aufzucht von verwaisten Fledermäusen und Jungvögeln, sind sie außerdem hervorragend geeignet um Tiere an den Menschen zu gewöhnen und so das Zähmen wesentlich erleichtert.“

Die Frage dreht sich weniger um die Sojabohne, sondern viel eher um den zukünftigen Proteinlieferanten: Natürlich würden Mehlwürmer oder andere Kleinstlebewesen einen adäquaten Ersatz als Tierfutter sich anbieten. Der noch dazu im heimischen Gefilden produzieren ließe und das ohne nennenswerten Flächenverbrauch. In eine ganz ähnliche Richtung geht auch die Algenproduktion, die sich ebenfalls als Tierfutter infrage käme.

 

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