Frauenrechte: Die Wiederbelebung der Tugendwächter

Screenshot youtube.com

Als im Jahr 1960 der Minirock erfunden wurde kam das Tragen für Frauen seiner Zeit einen revolutionären Akt gleich. Seit dem hat sich für Frauen vieles zum besseren gewandelt, aber in den letzten Jahren geht es mit dem Rechten und Möglichkeiten für das weibliche Geschlecht enorm bergab.

>>Stern<<

“Offen und ohne große Umschweife erzählte sie, wie die 35 Jahre als Putzfrau schuftete und ihr dennoch auf ihrem Rentenbescheid nur 735 Euro in Aussicht gestellt werden. Dies sei nur knapp mehr als die Grundsicherung. Durch ihr Krebsleiden sei unklar, ob und wann sie wieder arbeiten könne. Daher könnte es leicht bei diesen niedrigen Renten-Aussichten bleiben. Als Gewerkschafterin erzählte sie auch von “ihren Mädels”, der Kassiererin oder Bäckereigehilfin die zum Mindestlohn von 8,50 schuften: “Die landen alle in der Altersarmut”, so Neumann damals. “Ich habe Kinder geboren. Ich habe meinen Haushalt gemacht. Ich habe meinen Vater zum Schluss noch versorgt. Bin immer vollschichtig arbeiten gegangen. Ich kann von meiner Rente nicht leben. Was habe ich verkehrt gemacht? Ich war nie faul. Ich habe immer malocht. Und das ist ungerecht.” … Gewerkschafterin Neubert berichtet auch, wie in der Reinigungsbranche Verträge häufig grundlos auf sechs Monate befristet werden. Wenn man krank oder gar Gewerkschaftsmitglied sei, werde der Vertrag nicht verlängert. “Warum soll ich eine Partei wählen, die mir das eingebrockt hat?” Eine gute Frage. … Die 57-Jährige erzählte viel aus ihrem Leben: Die Arbeit als Putzfrau wollte sie ursprünglich nur vorübergehend machen – des Geldes wegen, sie musste zwei Kinder mitversorgen. Mit Neunzehn war sie bereits zweifache Mutter. Über Jahrzehnte habe “Vater Staat” ihr fünfzig Prozent des Verdienten weggenommen, nun sei sie aufgrund ihrer Krebserkrankung auf Hilfe angewiesen – doch die fällt mehr als bescheiden aus. Viele teilen ihr Schicksal: “Von den 725 Euro brutto im Monat kann man nicht leben und nicht sterben”, so Neumann.”

 

>>Norddeutsche Neueste Nachrichten<<

„,Burkas?’ Wir steh’n auf Bikinis“, postuliert die AfD auf einem Wahlplakat, das in Rostock unter anderem vis-à-vis zum Rathaus hängt. Im Vordergrund: die halbnackten Rückseiten zweier junger Frauen. „Sexistisch und fremdenfeindlich“, findet das Rostocks Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Thielk. Sie sei darauf auch von etlichen angesprochen worden. Thielk hat sich mit ihren Kolleginnen aus MV zusammengeschlossen und Bundeswahlleiter Dieter Sarreither und die Wahlkreisleiterin für MV Doris Petersen-Goes gestern aufgefordert, das Plakat entfernen zu lassen.”

 

>>Berliner Kurier<<

“Friedrichshain-Kreuzberg zeigt Sexismus in der Werbung die Rote Karte. Und hat jetzt die nächste Debatte losgetreten. Mit einem Leitfaden, der im Internet zu finden ist, sollen sich Bürger selbst bei den Unternehmen, die sexistisch werben, beschweren. … Im Grußwort schreibt Bürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne): „Auf unterschiedliche Weise wird weibliche Sexualität für Werbezwecke missbraucht. Frauen werden als Sexualobjekte dargestellt.“ Der Bezirk sehe sich mit dem Handlungsleitfaden in einer Vorreiterrolle für das Land Berlin, heißt es.”

Screenshot hiveminer.com

In der Realität wird nicht nur “weibliche Sexualität für Werbezwecke missbraucht” sondern gleiches gilt für das andere Geschlecht.

>>FDP-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin<<

“Werbung muss nicht jedem gefallen. Sollte sie aber deshalb verboten werden? Natürlich nicht. Wir können schlechte oder provozierende – und ja, sogar sexistische – Werbung aushalten. Für alles, das darüber hinaus geht, Menschen herabwürdigt oder schwer beleidigt, gibt es bereits ausreichende Rechtsmittel. Es ist nicht die Aufgabe der Politik die Bürgerinnen und Bürger zu erziehen basierend auf dem, was ein paar Personen für tugendhaft halten. Wir müssen keine Plakatpolizei durch die Straßen schicken und auch nicht den Nannystaat einfordern. Früher haben Linke gegen eine spießige Sexualmoral gekämpft, heute geht es gegen Plakatwände.”

Die geistigen Umnachtungen von fragwürdigen Moralvorstellungen fließen mittlerweile schon in den Schulalltag mit ein.

>>Realschule Hüsten<<

“Mit den sommerlichen Temperaturen steigt auch das Bedürfnis Ihrer Töchter und Söhne, sich weniger zu bekleiden. Obwohl es sich um ein nachvollziehbares Bedürfnis handelt, müssen wir als Schule darauf bestehen, dass die Kleidung angemessen bleibt … Wir werden künftig, wenn uns “freizügige” Kleidung als nicht angemessen erscheint, mit den betreffenden SchülerInnen ein Gespräch führen. In diesem Gespräch weisen wir die Kinder darauf hin, dass je nach Ort auch unterschiedliche Kleidung angemessen ist. In extremen Fällen werden auch Gespräche mit der Schulleitung und den Erziehungsberechtigten geführt. In vielen Bereichen des alltäglichen Lebens gibt es (teilweise auch ungeschriebene) Kleidervorschriften.”

Nebenbei bemerkt existieren geschriebenes gültige Gesetze, wo die freie Entfaltung der Persönlichkeit festgeschrieben ist und welche insbesondere für öffentliche Einrichtungen – wie Schulen – verbindlich sind. Einschränkungen macht lediglich der Paragraph 183a StGB: Aber der greift weder bei kurzen Hosen noch bei bauchfreier Oberbekleidung. Realschule Husen: “Die Schule gehört nicht zum Freizeitbereich der Jugendlichen, so dass wir gleiche Regeln gelten lassen wollen, wie im Berufsleben.” Selbst das Staatsfernsehen hat von dieser Rechtsauffassung noch nichts mitbekommen.

Screenshot youtube.com

>>Welt<<

“Darin informieren Beamte des Kriminalkommissariats 12, zuständig für Sexualdelikte und Vermisstenfälle, ihre Kollegen über die Entwicklung: „Das KK12 stellt klar, dass die Sexualstraftaten einen enormen Anstieg verzeichnen. Insbesondere die Tatbestände Vergewaltigung und sexueller Missbrauch von Kindern in den Badeanstalten schlagen hier ins Gewicht.“ Die Täter seien „zum größten Teil Zuwanderer“, zitiert die „Bild“ weiter. Genaue Zahlen werden aber nicht genannt.”

Genauso wie im Jahr 1960 kann das Tragen eines Minirocks auch heutzutage in der Öffentlichkeit einen revolutionären Akt gleichen.

 

 

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