Geldpolitik und die ökonomischen Verschiebungen

Screenshot hulsing.com

Die Geldpolitik ist ein zentraler Bestandteil jeder Volkswirtschaft. Fehlentscheidungen in diesem Bereich können enormen ökonomischen Schaden anrichten.

>>Frankfurter Rundschau<<

“Es war im Sommer 2015, als ein ganzes Volk von der Geldzufuhr abgeschnitten wurde. Abertausende Griechen standen Schlange vor den Banken und wollten an ihr Erspartes. Damals wurden nicht nur Limits für Abhebungen eingeführt, sondern auch Bankfeiertage verhängt, um des Kundenansturms Herr zu werden. Akuter Auslöser war die Entscheidung des EZB-Rats am 28. Juni 2015: Die griechische Zentralbank durfte ihre Notfall-Liquiditätshilfe (Emergency Liquidity Assistance, ELA) nicht mehr erhöhen. Damit saßen die Griechen de facto auf dem Trockenen.”

Dies bedeutet: Es war zunächst unmöglich Geld abzuheben – später konnten nur geringe Summen von Konto abgebucht werden. Diese Situation kam in der Vergangenheit schon häufiger vor.

>>manager magazin<<

“Doch auch Goldschmidt konnte die Danat-Bank nicht retten, als im Juni 1931 einer ihrer Großkunden, die Norddeutsche Wollkämmerei, ins Trudeln geriet – auch als Folge massiver Bilanzmanipulationen. Wirtschaftskrise und Hyperinflation hatten die Kapitalbasis vieler deutscher Banken ausgezehrt. Die Republik schlitterte in eine Bankenkrise.  Goldschmidts Versuch, die Danat mit dem Branchenprimus, der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft, zu verheiraten, lehnte deren Führung ab. So musste der Staat ran: Um das Bankensystem zu stabilisieren und weitere Panikreaktionen der Kunden zu verhindern, verstaatlichte die Regierung von Reichskanzler Heinrich Brüning die Danat und fusionierte sie mit der ebenfalls schwer angeschlagenen Dresdner Bank.”

 

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

“Der Liquiditätsengpass bei der britischen Hypothekenbank Northern Rock hat bei den Kunden des Instituts, aber auch an den Finanzmärkten große Unruhe ausgelöst. Nachdem am Freitag und am Samstag Tausende von Kunden ihre Gelder von der Hypothekenbank abgezogen hatten, reagierte die britische Finanzaufsichtsbehörde FSA auf die Panik und verkündete: „Nach unserer Einschätzung ist Northern Rock zahlungsfähig, erfüllt alle seine Kapitalanforderungen und hat ein Hypothekenbuch mit guter Qualität. Wir betonen, dass Northern Rock seine Geschäftstätigkeit fortsetzen sollte.“  Um Bankkunden die Angst zu nehmen, auch andere Institute könnten in eine ähnliche Situation geraten, betonte die FSA: „Die britischen Banken haben sehr gute Jahre hinter sich, was ihnen geholfen hat, gesunde Bankbilanzen und ein kräftiges Kapital aufzubauen.“ Die Bankaufsicht sei daher zuversichtlich, dass die Branche mit der Krise fertig werde.”

Bankenkrisen sind eine feste Größe in der Geschichte und das Staaten diese im Nachgang mit Steuergeld retten müssen – ebenso. Es gibt darüber hinaus auch alternative Konzepte.

>>manager magazin<<

“Die 92 Jahre alte Staatsbank macht seit ihrer Gründung Gewinne. Sie wurde in der ersten großen Agrarkrise des vergangenen Jahrhunderts gegründet, um die Bauern mit Kapital zu versorgen, damit sie trotz kollabierender Einnahmen die Saat für die nächste Ernte kaufen konnten. Der Bundesstaat North Dakota deponiert in dem Institut seine Steuereinnahmen. Dafür verpflichtet sich die Bank, so viele Kredite wie möglich an lokale Unternehmen auszureichen. Dafür gibt es strenge Regeln. Die Bilanzen werden von unabhängigen Prüfern und vom Bundesstaat regelmäßig eingesehen.  Ein spezielles Programm sieht die Beteiligung der Staatsbank an Krediten lokaler Sparkassen und anderer “Community Banks” für die regionale Wirtschaft vor. Das soll Partnerschaft statt Konkurrenz gewährleisten und den kleinen Geschäftsbanken mehr Kapital für weitere Kredite zur Verfügung stellen. Die Bank of North Dakota expandierte ihr Kreditvolumen in den drei Jahren bis 2010 um 35 Prozent, während die Wall Street-Banken ihre Ausleihungen an den Mittelstand um 53 Prozent drosselten.  In den vergangenen zehn Jahren “hat das staatliche Institut 300 Millionen Dollar Gewinne an die Staatskasse von North Dakota überwiesen”, berichtet der CEO der Bank, Eric Hardmeyer. Laut Hardmeyer konnte sein Haus im vergangenen Jahr das Eigenkapital mit satten 19 Prozent verzinsen. In der US-Finanzbranche lag dieser Wert im zweiten Quartal 2011 durchschnittlich bei 7,65 Prozent, war also weniger als halb so hoch. Das kann man im jüngsten Vierteljahresbericht der US-Einlagensicherung FDIC nachlesen. Dort steht auch, dass die Durchschnittsverzinsung des Eigenkapitals in der Branche selbst im Rekordjahr 2006 bei 12,3 Prozent lag, ein sattes Drittel weniger als bei der Bank of North Dakota.  Die Pflicht dieser Staatsbank, kleinere Privatbanken bei Krediten an Mittelstand zu unterstützen, hat laut “Banking on America” der lokalen Geldbranche geholfen. Nicht so im Rest von Amerika: “Im ganzen Land hat die fortschreitende Konsolidierung die Auswahlmöglichkeiten der Bankkunden verringert”, heißt es in dem Bericht, “doch North Dakota hat heute mehr Kleinbanken als Hawaii, Maine und New Hampshire zusammen, obwohl es dort sechs Mal so viele Einwohner gibt”.”

In diesem Zusammenhang könnte auch die >>Bank of China<< genannt werden. Es kein Geheimnis: Dass die chinesische Staatsbank den dortigen Unternehmen auf vielfältiger Weise unter die Arme greift. Wodurch ein Wettbewerbsvorteil entsteht –  welchen andere Firmen unmöglich ausgleichen können.

 

 

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