Importe von Hormonfleisch: Die Bedrohungen der einheimischen Rinderzucht

Screenshot vimeo.com

Die Rinderzucht ist hierzulande sehr streng geregelt: Dennoch immer mehr Auflagen und Gesetze machen den Bauern zu schaffen. In anderen Ländern gibt keine derartige Vorschriften: Demzufolge ist die Aufzucht viel günstiger, wogegen heimische Betriebe nicht konkurrieren können. Ein Handelsabkommen mit südafrikanischen Staaten bedroht nun deshalb, die Existenz von vielen Betrieben.

>>Agência Latinapress<<

„Die Handelsgespräche zwischen der EU und dem lateinamerikanischen Handelsblock Mercosur (Gemeinsamer Markt Südamerikas) intensivieren sich. In den Gesprächen um ein Freihandelsabkommen (FTA) mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay hat die Verhandlungs-Gruppe der Europäischen Kommission der lateinamerikanischen Delegation Importquoten von 70.000 Tonnen hormonunbehandeltes Rindfleisch und 600.000 Tonnen Ethanol pro Jahr zugestanden.“

 

>>Berner Zeitung<<

„Über Importe wird derzeit heftig diskutiert. Die EU führt mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay Gespräche über den Handel von Rindfleisch. In Lateinamerika gibt es mehr als ­genug Rinder, und ihre Besitzer sind auf Exporte angewiesen. Gern würden sie noch mehr Tiere halten und noch mehr Fleisch nach Europa liefern. Ihr Anliegen dürfte auch hierzulande zum Streitpunkt werden, wenn die Schweiz mit den vier Ländern – diese bilden einen gemeinsamen Markt (Mercosur) – über Handelsbeziehungen debattiert. Denn beim Thema Fleischimporte prallen die unterschiedlichsten Interessen aufeinander.“

 

>>Topagrar.com<<

„Der aktuelle Stand der Dinge lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Die ambitionierte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström ist Leiterin der EU-Verhandlungsdelegation. Sie will – koste es was es wolle – die beiden Handelsabkommen mit Mercosur und Mexiko unter Dach und Fach bringen. Industriepolitische Visionen haben für die ambitionierte Schwedin offenbar einen höheren Stellenwert als die Interessen des Nahrungsmittelsektors. Die Einflussmöglichkeiten von Phil Hogan erscheinen vor diesem Hintergrund eher gering zu sein.“

 

>>Fleischwirtschaft.de<<

„Die Branche gibt zu Bedenken, dass europäische Erzeugnisse mit gehobenen Haltungsstandards Konkurrenz aus Übersee bekommen. Hinzu kommt, dass im Rahmen des Freihandelsabkommens mit Kanada (Ceta) zusätzlich rund 50.000 t hormonfreies Rindfleisch zollfrei nach Deutschland importiert werden dürfen. Mit Nachdruck betont die Kommission gegenüber dieser Zeitung, dass Hygiene- und Tierschutzstandards in der südamerikanischen Fleischindustrie weiterhin verhandelt würden, da diese nicht den EU-Standards entsprechen. Ohne deren Einhaltung würden Importe nicht zugelassen. Allerdings werden sich Haltungsstandards trotzdem unterscheiden: Ohrmarken und Rückverfolgbarkeit bis zur Geburt sind dort nicht üblich. “

 

>>Travelbook<<

„Eine Weltmarke befindet sich im Sinkflug, oder besser: im freien Fall. Die Rede ist von argentinischem – aber auch brasilianischem – Rindfleisch und seiner immer stärker schwindenden Qualität. Denn wo früher riesige Rinderherden frei in den Pampas, also den Gras- und Steppenlandschaften Argentiniens weideten, herrschen heute Massentierhaltung und Aufzucht mit genmanipuliertem Futter und künstlichen Wachstumshormonen vor – mit der Konsequenz, dass das Fleisch, von dem so viele Südamerika-Reisende immer schwärmen und welches auch hierzulande in vielen Restaurants als Spezialität serviert wird, nicht mehr seinem einstigen Ruf gerecht wird. Die Ursache für dieses Drama, das schon zahllose argentinische Rancher und Kleinbauern in den Ruin getrieben hat, findet sich in der weltweit gestiegenen Nachfrage nach Sojabohnen. Laut einem Bericht des WWF ist die globale Soja-Produktion in den vergangenen 50 Jahren von 27 Millionen auf 269 Millionen Tonnen pro Jahr gestiegen. Allein in Südamerika sei zwischen 1996 und 2004 ein Wachstum von 123 Prozent in der Soja-Industrie zu beobachten gewesen. … Der Experte gibt zu bedenken, dass vor Beginn der 1990er-Jahre Rinder zum Teil noch mehr als fünf Jahre auf natürliche Weise auf den Pampas aufgezogen wurden – heute betrage die Zeitspanne für die „Turbomast“ gerade einmal sechs Monate. „Die Rinder kommen mit 12 bis 16 Monaten in die Feedlots, also Boxensysteme, in denen je bis zu 50 Tiere auf engem Raum gehalten werden“, so Bommert weiter. „Jedes kommt mit etwa 300 Kilo Gewicht hier an und soll pro Tag 1,6 Kilo zunehmen.“

Der Wettbewerbsvorteil der Rinderzucht in Südamerika liegt in geringeren Tierschutzstandards und anderen Auflagen begründet. Das Zustandekommen des Abkommens würde vielen landwirtschaftlichen Betrieben schaden und Bürger bekämen Fleisch zu essen, was gesundheitlich äußerst Bedenklich ist.

 

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