Kinderhandel: Die finanziellen Geschäfte der Jugendeinrichtungen

Screenshot vimeo.com

Bei intakten Familien sieht das Jugendamt ganz genau hin, ob irgendwelche Anhaltspunkte vorhanden sein könnten, um die Kinder Inobhut zu nehmen. Dabei spielen – jenseits des Rechts – die wirtschaftlichen Interessen der Jugend- oder Kinderheime offenkundig eine bevorzugte Rolle.

>>Oberlandesgericht Hamm<<

“Insbesondere gehört es nicht zur Ausübung des staatlichen Wächteramtes, für eine den Fähigkeiten des Kindes bestmögliche Förderung zu sorgen. Bei der Auslegung des Begriffs des Kindeswohls ist nämlich zu berücksichtigen, dass gemäß Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG dem Erziehungsrecht der Eltern Vorrang zukommt. Das den Eltern gemäß Art. 6 Abs. 2 GG gewährleistete Grundrecht auf Pflege und Erziehung ihrer Kinder dient in erster Linie dem Kindeswohl, das zugleich oberste Richtschnur für die Ausübung der Elternverantwortung ist. Dabei gehört es nicht zum staatlichen Wächteramt gemäß Art. 6 Abs. 2 Satz 2 GG, für eine den Fähigkeiten des jeweiligen Kindes bestmögliche Förderung zu sorgen; vielmehr gehören die Eltern und deren gesellschaftliche und wirtschaftliche Verhältnisse grundsätzlich zum Schicksal und Lebensrisiko eines Kindes.”

 

>>Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf<<

“Wenn es Hinweise gibt, dass das Wohl und die Entwicklung eines Kindes oder Jugendlichen Schaden nehmen könnte, dann müssen wir als Jugendamt zu ihrem Schutz handeln. Wir haben den gesetzlichen Auftrag, Hinweisen nachzugehen und in der Regel Kontakt zur Familie und zum Kind aufzunehmen. Das bedeutet auch, vielleicht ungebeten an einer Haustür zu klingeln. Eltern haben das Recht, Erziehungsfragen eigenverantwortlich zu entscheiden und Hilfen annehmen oder ablehnen zu dürfen. Dieses Recht hat jedoch seine Grenzen, wenn daraus eine Gefahr für das Kind entsteht. Bei entsprechenden Hinweisen, dass ein Kind oder Jugendlicher in Not ist, müssen wir zwischen dem notwendigen Schutz von Kindern und den Rechten von Eltern abwägen. Bei Vernachlässigung und Misshandlung hat der Schutz des Kindes immer Vorrang.”

Das Jugendamt schreitet allen Anschein nach nur bei Fehlverhalten der Eltern, nicht aber bei Schulen oder Jugendheimen ein.

>>Polizei Brandenburg<<

“Eine 15-jährige Deutsche erstattete heute Morgen im Polizeirevier Rheinsberg Strafanzeige wegen sexueller Belästigung gegen einen 16-jährigen Syrer. Beide besuchen eine 10. Klasse, er sitzt nach ihren Angaben hinter ihr und soll die Geschädigte in den letzten beiden Wochen mehrfach, mit Händen oder Füßen, am Gesäß berührt haben. Als sie sich umdrehte, soll er sie zudem massiv bedroht haben. Und auch auf dem Pausenhof soll er sie wiederholt an die Brüste gefasst haben. Das Mädchen hat bereits die Lehrer verständigt, aber nach ihren Angaben ohne Erfolg.”

 

>>Focus<<

“Gezielter Schlafentzug, Isolationshaft, Erniedrigungen, Kollektivstrafen – was klingt wie der Alltag in einem nordkoreanischen Straflager, hat sich bis vor kurzem in Mädchenheimen des Betreibers „Friesenhof“ in Schleswig-Holstein zugetragen. … Mittlerweile ermitteln zwei Staatsanwaltschaften – unter anderem gegen einen Betreuer, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Was Heimbewohnerinnen und ehemalige Betreuer über das „Strafregister“ in den Einrichtungen berichten, klingt nach totaler Kontrolle: Die Telefonate der Mädchen wurden mitgehört, ihre Briefe gelesen, jeglicher Kontakt zu anderen Menschen war ihnen in den ersten Monaten im Heim verboten. … Lokale Medien berichten, die überwiegend männlichen Betreuer hätten die Mädchen gezwungen, sich nackt vor ihnen auszuziehen. Sie sollen die Mädchen auch fotografiert und gefilmt haben. „Es gab mehrere Betreuer, die Spaß daran hatten“, zitiert der Schleswig-Holsteinische Zeitungverlag (SHZ) eines der Mädchen. Ihnen sei gesagt worden: „Wir brechen euren Willen. Wehe, ihr verliert auch nur ein Wort darüber – wir können alles nach außen pädagogisch begründen, egal, was ihr erzählt.“ Aus internen Dokumenten des Sozialministeriums von Schleswig-Holstein geht hervor, dass man im Ministerium von dieser Praxis wusste. Den Mädchen wurde teils zur Strafe Essen verweigert, teils wurden sie zum Essen gezwungen. Auch so genannten „Strafsport“ gab es, manchmal auch mitten in der Nacht. … Eine weitere Strafe war das „Aussitzen“: Dabei wurden alle Mädchen gezwungen, stumm in einem Raum auszuharren – bis eines der Mädchen ein echtes oder vermeintliches Vergehen gestand. Das „Aussitzen“ dauerte mehrere Stunden, manchmal sogar Tage, wie die frühere Heimbewohnerin Angelina T. dem NDR berichtete: „49 Stunden saßen wir. Davon durften wir viermal trinken, zweimal Obst essen und einmal Brot.“ In den zwei Tagen habe man ihnen nur dreimal erlaubt, zur Toilette zu gehen. … „Eine Woche dasselbe Zimmer und da wird man verrückt, weil du keine Gespräche führen darfst.“ Denise schilderte auch körperliche Misshandlungen. So sollen die Betreuer Mädchen gepackt, zu Boden geworfen und minutenlang mit dem Knie fixiert haben.”

 

>>taz<<

“Die Haasenburg GmbH ist eine Firma, die mit dem Betrieb geschlossener Kinderheime Millionen vom Staat kassiert. Der Staat delegiert die Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen, die von ihren oft zerrütteten Familien getrennt wurden, an diese Heime. … Die Anti-Aggressionsmaßnahmen sind in der Firma allerdings manchmal so brutal verlaufen, dass Frakturen entstanden. Bei einem Mädchen heißt es: „es hat auch eine AA-Maßnahme stattgefunden, woraufhin sie sich so stark wehrte, dass sie sich ihren Arm brach: sie kann enorme Kräfte entwickeln“. AA steht für Anti-Aggression. … „So etwas wie in der Haasenburg habe ich auch in der Psychiatrie nie erlebt“, sagt sie. Nachdem sie raus ist, erstattet sie Anzeige, wendet sich an das Bundesfamilienministerium, spricht mit dem Landesjugendamt – ohne dass sich etwas ändert. Wer in die Haasenburg GmbH kommt, betritt einen „eigenen Staat“, sagt Svenja. Sie musste bei der Ankunft durch ein Spalier von Mitarbeitern gehen, die alle Walkie-Talkie trugen. Entkleidung, Leibesvisitation. … Verschiedene Insassen schildern, daß sie bei der Phase rot in ein Zimmer eingesperrt wurden, das lediglich über eine Matratze und einen Tisch verfüge. Der taz wurden Fälle berichtet, in denen Insassen in Räume mit zugeklegbten Fenstern eingesperrt wurden. „Desinfektion“ hätten die Betreuer die Anfangsphase genannt, berichtet ein 15-Jähriger. Im Zimmer müssen die Hausregeln der Haasenburg GmbH abgeschrieben werden. … Kinder wurden auf Fixierliegen geschnallt. Nach Aussagen eines Bremer Psychologen sind derartige Liegen selbst in einer Psychiatrie äußerst fragwürdig, bei Kindern kaum zumutbar. Die Haasenburg GmbH betreibt Heime, keine Psychiatrie. … In einem Dokument ist von „Löschung“ des Verhaltens die Rede: „entziehe ich einer positiv verstärkten Verhaltensweise den positiven Verstärker, wird dieses Verhalten zukünftig weniger oft angezeigt.“ Als „Fehlverhalten“ reicht „widersprechen, lautes Lachen bei Kritik“. Zur „Löschung“ zählt auch die „Bestrafung“. Hier gilt: „auch körperliche Aktion … denkbar“. Die Haasenburg GmbH regelt auch den „Aufbau von Verhalten“. Für jedes Kind wird in einer Liste das erwünschte und das unerwünschte Verhalten festgehalten.”

Das Wohl der Kinder spielt – wenn überhaupt – nur eine untergeordnete Rolle: In erster Linie geht es dabei um das Geld: Um mindestens neun Milliarden Euro – so viel gibt nämlich der Staat für diese Einrichtungen aus. Während einerseits intakte Familien finanziell weitestgehend auf sich selbst gestellt sind und zusehen können, wie sie die täglichen Ausgaben bewältigen. Müssen sich anderseits, offensichtlich Pflegeeinrichtungen keine finanziellen Sorgen machen.

 

 

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