Lausitz: Leerstehende Gebäude wegen verfehlter Wirtschaftspolitik

Screenshot youtube.com

Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung gibt in unregelmäßigen Abständen Daten über die Lage in Ostdeutschland heraus, wirklich sachdienliche Informationen sind da aber kaum zu finden. Aber immerhin taucht eine kurze Andeutung auf: “…der Verfall der Innenstädte ist gestoppt” . Was ist damit gemeint? Zweierlei Dinge: Zum einen ist die positive wirtschaftliche Entwicklung wohl offensichtlich doch keine glorreiche “Erfolgsgeschichte” und zum anderen scheint der Verfall jenseits der Innenstädte weiterzugehen.

>>Presse- und Informationsamt der Bundesregierung<<

“Seit 1990 haben die neuen Länder eine beachtliche Steigerung ihrer Wirtschaftskraft erreicht. Das reale Bruttoinlandsprodukt hat sich seit 1991 mehr als verdoppelt. … Die Bewertung der Wiedervereinigung durch die Bevölkerung fällt in ganz Deutschland positiv aus: 77 Prozent der Ostdeutschen und 62 Prozent der Westdeutschen schätzen die Wiedervereinigung auch für sich persönlich als vorteilhaft ein.”

Wie diese “Bewertung der Wiedervereinigung durch die Bevölkerung” zustande kam, darüber sind keine Informationen auf der Webseite zu finden: Jedoch halten die gemachten Angaben der realen Lage Vorort kaum stand.

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

“Vor allem in den neuen Bundesländern steigt die Zahl der Geisterhäuser oder auch Schrottimmobilien, wie die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” berichtet. … Und die Geisterhäuser sind kein reines Phänomen Ostdeutschlands: Auch im Westen steigt die Zahl der Häuser und Grundstücke, die niemand will. Vor allem in Hessen und Bayern fallen demnach Grundstücke und Gebäude an den Staat, die niemand haben will. Der kann sie jedoch nicht einfach gewinnbringend verkaufen, wie die Oberfinanzdirektion Frankfurt gegenüber der “FAS” erklärt: “In der Regel handelt es sich um nicht werthaltige Objekte, die aufgrund der Überschuldung und des meist schlechten Zustands nur mit erheblichem Aufwand veräußert werden können.”

 

>>Wirtschafts Woche<<

“Manche Dörfer werben noch um Neubürger und weisen Baugebiete am Rand aus, während im Ortskern die Häuser bröckeln. Ältere prägen das Bild. … Erst verfallen die Häuser, dann der Zusammenhalt. Gebäude in Ortskernen an der Durchgangsstraße sind kaum noch verkäuflich.”

 

>>Stern<<

“Die einstigen Ferienheime des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) empfangen keine Besucher mehr und rotten vor sich hin. In riesigen Fabrikhallen sind die Maschinen abgeschaltet und zum Teil demontiert. Hier wird nichts mehr produziert. Längst ist die Farbe abgeblättert, hat sich die Natur die Gebäude zurückerobert. Efeu rankt sich nicht nur an Fassaden empor, sondern wächst auch in Innenräumen. Feuchtigkeit dringt in Wände und Decken ein und bringt sie zum Einsturz. Der Wind fegt durch die zerbrochenen Fensterscheiben.”

Sicherlich eine Wiederbelebung des >>Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) << dürfte wohl kaum eine Mehrheit finden, aber dennoch zeigen die verfallenen Gebäude auch einen Niedergang im kulturellen Bereich. Die Angleichung der Lebensverhältnisse ist im Grundgesetz festgeschrieben, weshalb besonders die Wirtschaft in der Lausitz eine bessere Wirtschaftsförderung braucht, damit wieder Leben in verlassene Gebäude einzieht. Gemeinden und Landkreise in der Lausitz sind aufgefordert gemeinsam darauf zu hin wirken.

 

 

Share on StumbleUponFlattr the authorBuffer this pageShare on LinkedInShare on TumblrPrint this pageEmail this to someonePin on PinterestShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on VK

Andere interessante Beiträge

Werbung

table-layout
Bild: getdigital.de
Bild: getdigital.de
Bild: getdigital.de
Scroll Up