Notruf – Die wirkliche Erreichbarkeit von Polizei und Rettungskräften

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Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG schützt das Leben und die körperliche Unversehrtheit.“ So hat das Bundesverfassungsgericht geurteilt. In einer Notsituation kann jede Minute über Leben oder Tod entscheiden, deswegen ist die Erreichbarkeit des Rettungsdienstes so wichtig. Theoretisch müssen die Einsatzkräfte immer erreichbar sein und sofort ausrücken. Aber in der realen Praxis sieht es häufig ein wenig anders aus: Denn die Retter in der Not, sind manchmal nur schwer zu überzeugen.

>>Polizei – Dein Partner<<

„Wichtig ist zunächst, dass man die Polizei grundsätzlich rund um die Uhr anrufen kann. Man sollte auf keinen Fall seine Mitteilung auf die typische Bürodienstzeit verschieben“, sagt Frank Rentmeister.“

Leider gibt die oben genannte Webseite keine Informationen darüber heraus, wie es mit der Erreichbarkeit derselbigen bestellt ist.

>>n-tv<<

„Darin schildert er eine bizarre Situation, die man so kaum für möglich gehalten hätte. „Ich war Zeuge eines schweren Autounfalls und wollte sofort die Polizei rufen. Flüssigkeiten liefen aus und die Kreuzung war blockiert“, beschreibt der 43-Jährige die Geschehnisse. Doch seine Bemühungen, unter der Notrufnummer „110“ Hilfe herbeizurufen, seien erst einmal gescheitert. „Nach insgesamt über 9 Minuten und mehreren Versuchen (4 mal getrennt worden) ging jemand ran. … Zum Beweis postete er eine Liste der ausgehenden Anrufe seines Telefons.  „Ich finde es echt erschreckend“, lautet Barths Fazit. „Heute war es ein schwerer Autounfall, was ist es morgen?“ Er habe den Vorfall komplett gefilmt und werde das Material in den sozialen Netzwerken, aber auch im Fernsehen veröffentlichen.“

 

>>Focus<<

„Gespenstische Atmosphäre. Einsame Schienen, Stille. Der sichtlich alkoholisierte Mann beleidigte die Kölnerin grundlos und baute sich vor ihr bedrohlich auf. „Ich griff zum Handy und wählte 110, das hat ihn abgeschreckt. Doch was dann passierte, ist unglaublich. “ Wer den Notruf wählt, erwartet Hilfe. Doch in diesem Fall vergeblich. Der Beamte am anderen Ende, so S. , habe sie nicht ernst genommen, sagt die Finanz-Angestellte. „Er fragte nur: Was wollen Sie denn jetzt? Anzeige erstatten? Wann kommt denn die nächste Bahn? Immer wieder sollte ich meinen Namen buchstabieren. Er brüllte mich sogar an – und dieser Typ stand fast daneben. “

 

>>Frankfurter Rundschau<<

„Vor dem Prozess gegen den mutmaßlichen Vergewaltiger einer jungen Camperin in Bonn setzen Details aus der Anklageschrift die Polizei unter Druck. Nach Angaben der „Rheinischen Post“ hatte eine Beamtin der Bonner Polizeileitstelle den Notruf des Freundes der Frau zunächst als üblen Scherz abgetan.  „Hallo, meine Freundin wird gerade vergewaltigt“, soll der der Anrufer laut zitierter Anklageschrift geflüstert haben. Zwar soll der Freund auch die benutzte Machete angesprochen haben, daraufhin soll die Polizistin laut „RP Online“ lediglich gefragt haben: „Sie wollen mich nicht verarschen, oder?“.  Sie habe nach dem kurzen Gespräch versprochen, die Kollegen zu schicken, aber keinerlei Hilfe am Telefon geleistet, sich mit „Danke, tschö“ verabschiedet und aufgelegt. Auch ein zweiter Anruf in der Notrufzentrale blieb demnach erfolglos.“

 

>>Focus<<

„Nach dem Massaker (Anschläge in Norwegen 2011, Anmerkung der Redaktion) war immer wieder Kritik am Polizeieinsatz aufgekommen. Dabei ging es vor allem um die Frage, warum so viel Zeit bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte auf der Insel verging und ob die Einsatzkräfte von einem viel zu weit entfernt liegenden Ort mit dem Boot zu der Fjordinsel übergesetzt haben.  Der Bericht zeige nun, dass die Notrufzentralen überfordert waren, sagte der frühere Polizeichef Olav Sonderland, Leiter der Kommission, die den Bericht erstellt hat. Viele Anrufe blieben unbeantwortet.“

 

>>Welt<<

„Mehrere Jugendliche rufen eine Notrufnummer an. Dort wird ihnen jedoch erklärt, sie sollten die Leitung nicht blockieren, falls ihr Anruf nicht mit dem Anschlag in Oslo (Anschläge in Norwegen 2011, Anmerkung der Redaktion) zu tun habe.“

Die Praxis zeigt: Es ist einiges an Mühe erforderlich, um überhaupt die Polizei oder andere Einsatzkräfte zu bewegen auszurücken. Zu Berücksichtigen ist auch die Tatsache: Das nicht in jeder Notsituation – Beispielsweise bei den Anschläge in Norwegen 2011 – die Möglichkeit besteht, dem Notruf zu wählen. Denn selbstverständlich sind bewaffnete Täter einem unbewaffneten Opfer klar überlegen und in solch einer Situation sein Handy aus der Tasche zu ziehen: Kann mitunter den sicheren Tod bedeuten.

 

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