Regionale Unterschiede: “Diese Eigenständigkeit ist nicht besser oder schlechter, sondern nur anders”

Screenshot youtube.com

In der regionalen Eigenständigkeit unterschiedlicher Regionen liegt ein wertvoller kultureller Schatz verborgen: Diese eigene Identität gilt es zu erhalten und zu fördern.

>>Die Friesen<<

“Wenn wir den Bürgern antworten, warum wir eine eigene Partei gegründet haben, ernten wir häufig ungläubiges Staunen: den Wenigsten ist bewusst, dass es sich bei den Friesen in Deutschland zwar um deutsche Staatsbürger, aber trotzdem um ein eigenständiges Volk mit eigenen Sprachen, eigener Kultur, eigenen Traditionen – kurz: mit einer eigenen Identität – handelt, die sich erheblich vom gemeindeutschen unterscheidet. Diese Eigenständigkeit ist nicht besser oder schlechter, sondern nur anders!”

In Bayern wird man bei der Frage nach der eigenen Identität: Noch ein bisschen deutlicher.

>>Süddeutsche Zeitung<<

“Florian Weber, der Chef der Bayernpartei, trägt einen Trachtenjanker und sagt zur Begrüßung “Grüß Gott”. Aus dem Nebenzimmer kommt der Generalsekretär Hubert Dorn. Er trägt auch einen Trachtenjanker. Und er sagt auch “Grüß Gott”. An der Wand des Konferenzraums hängt eine Bayernfahne. … “Die deutschnationale Ideologie” habe schon genug Unglück über die Menschen gebracht, meint Weber, der Geschichte und Politik studiert hat. Das Thema ist ernst. Florian Weber muss trotzdem kurz lachen. “Es ist schon kurios, wenn man uns deutschnational nennt”, sagt er, “wir wollen doch ein eigenständiges Bayern.” Den Austritt aus der Bundesrepublik Deutschland. Das fordert die Bayernpartei.”

 

>>Welt<<

Fast jeder dritte Bayer wünscht sich einer Umfrage zufolge die Unabhängigkeit des Freistaats von der Bundesrepublik.”

 

>>Berliner Zeitung<<

“Wer sagt eigentlich, dass der Nationalstaat das letzte Wort der Geschichte sein muss? … Andererseits sind aber die europäischen Regionen viel älter als die aus ihnen oft erst durch Kriege zusammengefügten Nationen. … Aber kann die Unterdrückung der Autonomiebestrebungen in Katalonien, Baskenland, Tirol, Schottland, Venetien, Flandern, Elsass und eines Tages vielleicht auch in Bayern oder Friesland wirklich die europäische Zukunft sein? In all diesen Regionen lebt ein europäischer Geist, der älter ist als die mehr oder weniger künstlich und oft gewaltsam erzwungene nationale Identität. Es geht darum, dieses wieder erwachende Bewusstsein nicht als reaktionäre Rückwärtsbewegung in die Kleinstaaterei zu verstehen und es nicht mit einem europäisch verbrämten Neo-Nationalismus zu bekämpfen. Sondern darüber nachzudenken, wie daraus ein nach-nationales Europa des 21. Jahrhunderts entstehen kann, wie es zum Beispiel der neue Träger des deutschen Buchpreises, Robert Menasse, in vielen klugen Texten fordert.”

Die Menschen in Friesland und Bayern weisen nicht nur erhebliche kulturelle und mentale Unterschiede auf, sondern allein schon die sprachliche Verständigung wird zuweilen schwierig, bisweilen sogar unmöglich. Auch wird sich ein gebürtiger Bayer: Nicht sonderlich für den Küstenschutz an der Nordsee interessieren. Während auf der anderen Seite: Die Friesen den Problemen in den bayrischen Alpen sicherlich ebenfalls wenig Aufmerksamkeit schenken dürften. Die Bürger in den jeweiligen Regionen kennen die Gegebenheiten und Probleme Vorort eben am besten.

 

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