Rinderdiebstähle in der Lausitz

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Der Rinderdiebstahl in der Lausitz nehmen bedenkliche Ausmaße an und bei vielen Landwirten geht der damit einhergehende Verlust an die unternehmerische Substanz.

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>>Welt<<

“Eine Koppel im Spreewald. Der Abend dämmert, in den Pfützen gefriert das Wasser. Ein paar Hundert Meter entfernt rauscht die Autobahn. In der hintersten Ecke eines Unterstands kauern zwei Dutzend Rinder und blicken argwöhnisch herüber.  „Sie sind noch immer total verängstigt“, sagt Jessica Lehniger und ihre Stimme zittert vor Mitgefühl und Wut. …Die Typen. Damit meint die Agrarstudentin die Diebesbande, die vor zwei Wochen das 200-Seelen-Dorf Terpt in Brandenburg heimgesucht und dort eine halbe Kuhherde von der Koppel geklaut hat. In der Nacht von Sonntag auf Montag bugsierten Unbekannte 23 teilweise hochtragende Kühe, drei Kälber sowie den eine Tonne schweren Zuchtbullen Uli auf einen Vierzigtonner und entkamen unerkannt. Die Täter gingen laut Polizei ausgesprochen professionell vor und wählten gezielt die besten Tiere aus.”

Alleine die Landesbauernverband Brandenburg meldet 120 Diebstähle von Rindern innerhalb von nur zwei Monaten. Die Raubzüge haben von der Quantität und Qualität neue Maßstäbe erreicht. Die Aufklärungsquote tendiert nahe an der Nulllinie und für die betroffenen Landwirte bedeutet es einem herben wirtschaftlichen Verlust. Mitgenommen werden nicht nur Rinder sondern auch Ausrüstung und Technik – alles was für dem Aufbau eines eignen Zuchtbetriebes benötigt wird. Offensichtlich kennen sich die Kriminellen bestens mit der Rinderzucht aus: Denn zum einem braucht es Erfahrung um eine Kuh überhaupt auf einem Lastkraftwaagen zu bekommen und zum anderen greifen die Täter nur die besten Tiere aus der Herde ab – die in vielen Fällen kaum oder teilweise gar nicht zu ersetzen sind. Es benötigt viele Jahre an Zeit und Unmengen mehr an Erfahrung um einem Zuchtbetrieb mit hervorragenden Rindern aufzubauen – was bei Familienbetrieben nicht selten ein generationsübergreifendes Unterfangen ist. Der immaterielle Wert der Tiere ist für Menschen außerhalb des Fachs kaum abzuschätzen.

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>>Spiegel<<

“Dass es ihnen sogar gelänge, Muttertiere von ihren Kälbern zu trennen, sei ungewöhnlich: “Wenn man keine Erfahrung mit solchen Tieren hat, funktioniert das nicht so reibungslos.”

 

>>Facebook<<

“An einem Stall eines landwirtschaftlichen Betriebes machten sich Diebe in der letzten Nacht in #Wormlage (LK Oberspreewald-Lausitz) zu schaffen. Die bislang unbekannten Täter stahlen insgesamt 59 verschiedenfarbige Jungtiere im Alter von fünf bis acht Monaten. Erste Ermittlungen ergaben, dass die Tiere in einem Lastwagen abtransportiert wurden.”

 

>>Welt<<

“Große Hoffnung, das vermisste Vieh wiederzufinden, kann er den Betroffenen nicht machen. Oft werden die Ohrmarken, an denen sich jeder Bulle und jede Kuh in der EU eindeutig identifizieren lässt, noch vor Ort abgeknipst. „Vermutlich haben die Täter gefälschte Marken und Kuhpässe schon dabei. Die gestohlenen Tiere tauchen in aller Regel nie mehr auf.“  Die Lehnigers gehen davon aus, dass ihre Tiere noch in der Nacht über die Grenze geschafft wurden. Sie haben frische Abdrücke von Zwillingsreifen auf dem Schleichweg gefunden, den eigentlich nur Ortskundige kennen und über den man in fünf Minuten auf die Autobahn 13 nach Polen kommt.”

Eines der Hauptprobleme ist die faktisch offene Grenze Richtung Polen – worüber vermutliche viele Tiere verschoben werden. Ob jedoch das Nachbarland Polen als Endziel oder nur zum Durchfahrt genutzt wird: Müsste in den jeweiligen Einzelfall abschließend zu klären sein. Der Grad der Professionalisierung der Täter ist außerordentlich hoch: Dementsprechend dürfte es für Landwirte sehr kostenintensiv sein, ihre Betriebe und Herden effektiv zu schützen. Hinzu kommt: Viele Tiere befinden sich in abgelegenen Rinderställen oder grasend auf dem Weiden, was grundsätzlich suboptimale Voraussetzungen für ein effektives Sicherheitskonzept sind und die wenigsten Landwirte kommen aus dem Sicherheitsgewerbe.

 

 

 

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