Ruhegehalt von Beamten: Halbgötter, Heroen und Menschen

Screenshot youtube.com

Bei >>Poseidon<< handelt es sich um eine antike griechische Gottheit des Meeres. Damals gab es einem großen Unterschied zwischen Götter, Halbgötter, Heroen und Menschen. Ähnliche Verschiedenheiten sind auch in der Gegenwart bei der Berechnungen von Ruhegehältern zu beobachten.

>>Neue Osnabrücker Zeitung<<

“(Uwe Westdörp, Anmerkung der Redaktion) Stichwort Altersarmut: Derzeit sind knapp drei Prozent der über 65-Jährigen auf Grundsicherung im Alter angewiesen. Einzelne Rentenexperten erwarten bis zum Jahr 2029 eine Verdoppelung. Müssen wir uns auf stark wachsende Altersarmut einstellen?

(Gundula Roßbach – Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Anmerkung der Redaktion) Auch bei diesem Thema warne ich vor Übertreibungen oder gar Panikmache. Es gibt mehrere wichtige Faktoren: Die meisten Menschen haben neben ihrer Rente noch zusätzliches Einkommen. Armut kann man nur anhand des Gesamteinkommens des Haushalts beurteilen. Und wir wissen: Ältere sind aktuell prozentual deutlich weniger von Armut betroffen als Jüngere. Festzuhalten ist auch: 97 Prozent der Älteren sind nicht auf Grundsicherung angewiesen. Gleichwohl müssen wir das Thema sehr ernst nehmen und die künftige Entwicklung genau im Auge behalten. So beteiligen wir uns an Studien, die zeigen sollen, wie hoch das Einkommen im Alter wirklich sein wird und bei welchen Personengruppen wir zielgerichtet ansetzen sollten.”

 

>>Der passende Kommentar von Horst Spiering aus der Neue Osnabrücker Zeitung<<

“Was Frau Roßbach leider nicht berücksicht ist, dass viele Rentner aus Scham oder Schuldgefühlen heraus keine Grundsicherungsleistungen beantragen UND viele Rentner einen oder mehrere Jobs haben, eben WEIL die Rente nicht zum Leben reicht.”

Allgemein ist festzuhalten: Das es zu unterschiedlichen Gebieten – nicht nur zum Thema Rente – viele Leser inhaltlich sehr gute Kommentare schreiben – so auch in diesem Fall. Im Gegensatz dazu: Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Gundula Roßbach scheint offenkundig mit der tatsächlichen Lebensverhältnissen von Rentnern hierzulande wenig vertraut zu sein.

>>Zeit<<

“Während sich Normalrentner nach 45 Beitragsjahren mit maximal 48 Prozent ihres letzten Einkommens zufrieden geben müssen, bekommen pensionierte Beamte gut 71 Prozent ihres letzten Bruttogehalts. Das finden viele unverhältnismäßig viel.  Die Höhe einer Beamtenpension richtet sich ausschließlich nach dem letzten Gehalt. Das ist üblicherweise das höchste. Dagegen bekommen Normalrentner das, was sie im Laufe ihres Arbeitslebens an Entgeltpunkten zusammengesammelt haben, also einen Teil ihres Lebensdurchschnittsverdienstes. Schon allein dadurch sind Beamtenpensionen erheblich höher. Dazu kommen noch Zuschläge für Ehegatten und jahrelange Steuervorteile. Im Schnitt, so rechnen es mehrere Studien von unterschiedlichen Autoren vor, setzen sich Beamte mit dem Dreifachen dessen zur Ruhe, was gesetzliche Rentner bekommen. Sie kassieren rund 3.000 Euro. Der Wirtschaftsprüfer Torsten Ermel nennt sie deshalb “die Adeligen von heute”. …Rechnet man also einmal simpel pro Kopf um, was demnach jeder Beamte bekommt, sind es 2.356 Euro im Monat, während jeder Rentner 857 Euro kriegt.  Und natürlich gibt es Rentner, die Betriebsrenten kassieren, oder Renten aus Riester-Verträgen und privaten Rentenversicherungen. Es sind aber nur wenige. Nur acht Prozent der Rentner erhalten laut Alterssicherungsbericht Bezüge aus Betriebsrenten, neun Prozent aus privaten Verträgen. Üppig sind die Zahlungen daraus ohnehin nicht. “68 Prozent der zuletzt als Arbeiter oder Angestellte in Deutschland Tätigen beziehen eine gesetzliche Rente als einzige Alterssicherung”, stellt die Regierungsstatistik fest. Bei den Beamten dagegen hat jeder Dritte neben der Pension sogar noch Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung, weil er zuvor ein Angestellter war. Das beziffert der Beamtenbund nicht.”

 

>>DERWESTEN<<

“Alle anderen Rentenleistungen privater und öffentlicher Unternehmen werden auf die Ministerpension gleich angerechnet. Die Pension wird auf 71,75 Prozent des Ministergehalts von rund 15 000 Euro begrenzt. Minister erhalten nach zwei Amtsjahren 1406 Euro Pension – das sind 9,7 Prozent des Ministergehaltes. Der Pensionsanspruch steigert sich um jährlich 4,78 Prozent. Das heißt also, nach drei Amtsjahren werden 14,35 Prozent des Gehalts als Pension gezahlt. Ab dem 10. Jahr steigt die Quote um je 2,32 Prozent. Nach zehn Amtsjahren beträgt die Pension 7030 Euro monatlich – knapp 900 Euro mehr als bisher.”

Beamte und Minister sind im Gegensatz zur übrigen Bevölkerung mit ihren Ruhegehältern gut versorgt und auch wenn Gundula Roßbach – Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung: “warne ich vor Übertreibungen oder gar Panikmache” ist jedoch genau diese: Angesichts der allgemeinen Lebenshaltungskosten durchaus angebracht.

 

 

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