Schlüsseltechnologie: Wie aus Braunkohle Treibstoff gewonnen werden kann

Screenshot extremetech.com

Simone Kimpeler schreibt im Buch „Die digitale Herausforderung“ über die Anfänge moderner Personal Computer und Prozessortechnolgie:

„Der Grund für diesen Misserfolg war nicht nur der hohe Preis von etwa 15 000 $, sondern auch die Tatsache, dass IBM 1981 ebenfalls einen Personal Computer auf den Markt brachte, der zwar längst nicht so leistungsfähig war wie das Gerät von Xerox, dafür aber vom Marktführer bei Großcomputern hergestellt wurde und einen deutlich geringeren Preis hatte. Hier trifft sich nun die kurz skizzierte Geschichte des interaktiven Computers mit der bekannten Geschichte des „Mikroprozessors und der Mikrocomputer. Fast hätten sich diese beiden Entwicklungsstränge nicht getroffen. In der Computerindustrie gab es in den siebziger Jahren immer noch den Trend zu immer höheren Leistungen und eine fortbestehende Dominanz der Stapelverarbeitung. Die akademische Welt – zu der auch das Forschungszentrum von Xerox zu zählen ist – führte in ihrem Elfenbeinturm weitgehend selbstverliebte Projekte durch, die oft wenig mit den Bedürfnissen potenzieller Kunden zu tun hatten. Und die Halbleiterindustrie hatte zunächst keine Idee, welches wirtschaftliche Potenzial der Mikroprozessor besaß. Anfangs sah es so aus, als gebe es für die noch leistungsschwachen Mikroprozessoren keine ernst zu nehmenden Anwendungen. Hier waren es dann tatsächlich die Computeramateure oder Hacker, wie sich selbst nannten, die neue Einsatzbereiche definierten und binnen weniger Jahre einen neuen Sektor der Computerindustrie aufbauten. Junge und risikobereite Unternehmen wie Apple oder Microsoft, die an den wirtschaftlichen Erfolg von preiswerten Computern für jedermann glaubten, machten der Personal Computer Anfang der achtziger Jahre zu einem erfolgreichen Produkt (Ceruzzi 1996). Sie waren es schließlich auch, die benutzerfreundliche und (bis zu einem gewissen Grade, s. u.) intuitiv zu bedienende Computer mit grafischen Benutzeroberflächen zu einem Konsumgut gemacht haben, das heute jedes Jahr millionenfach verkauft wird.“

Damals hätte nicht viel gefehlt und die Geschichte der modernen PC`s  hätte erst viel später begonnen. Heutzutage sind Computer nicht mehr wegzudenken, selbst in einfachen Haushaltsgeräten sind Prozessoren, Arbeitsspeicher sowie Festplatte verbaut und im Hintergrund arbeitet ein Betriebssystem. Analog dazu zeichnet sich auf einem anderen Technologiegebiet eine ähnliche Entwicklung ab.

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„Ein elektrochemisches Verfahren verspricht eine klimafreundliche Produktion von Kraftstoffen: Aus Kohlendioxid und Wasser haben Forscher Kohlenmonoxid und Wasserstoff erzeugt, die zusammen ein energiereiches Synthesegas (Syngas) bilden. Dieses kann entweder direkt verbrannt oder mit etablierten Verfahren in gasförmige und flüssige Kraftstoffe umgewandelt werden. Die Energie für die chemische Reaktion liefern Solarzellen, wie die Forscher um Amin Salehi-Khojin von der University of Illinois in Chicago im Fachmagazin „Science“ berichten. Das Verfahren, bei dem der Atmosphäre Kohlendioxid entzogen wird, eigne sich auch für große Anlagen, betonen sie. „Anstatt Energie in einer nicht nachhaltigen Einbahnstraße zu gewinnen, die von fossilen Brennstoffen zu Treibstoffgasen führt, können wir nun den Prozess umkehren und Kohlenstoff aus der Atmosphäre für die Produktion von Kraftstoff wiederverwenden“, wird Salehi-Khojin in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. Weil auch Pflanzen bei der Photosynthese aus Kohlendioxid mit Hilfe von Sonnenlicht Energie gewinnen, nennen die Forscher ihre Vorrichtung „künstliches Blatt“. Mit einer Anlage von vielen solchen „künstlichen Blättern“ könne man der Atmosphäre größere Mengen Kohlenstoff entziehen.“

Natürlich ließe sich diese Technologie anstatt mit Solarzellen auf Braunkohlebasis betreiben, womit in der Lausitz Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Unabhängig davon spielt die Energiesicherheit eine enorm wichtige Rolle, denn militärische Konflikte oder Unruhen in Nahost sind eher der Normalzustand, als die Ausnahme und seit 2014 findet ein Bürgerkrieg in der bis dahin als sicher geltenden Ostukraine statt. Zu bedenken ist, das zahlreiche strategisch wichtige Gas- und Erdölpipelines durch das Land Ukraine verlaufen und sowohl die einheimische Wirtschaft als auch die privaten Verbraucher sehr abhängig von dieses Lieferweg sind. Diese militär-strategische Bedeutung hat auch die US-Marine erkannt und forscht intensive in diesem Bereich.

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„Es klingt wie Zauberei: Meerwasser verwandelt sich in Treibstoff und lässt tonnenschwere Schiffe über die Ozeane kreuzen. Der US-Marine ist dieser Trick nun gelungen – ganz ohne schwarze Magie, allein mit einem komplexen chemischen Verfahren. Die Entwicklung des flüssigen Brennstoffs aus Kohlenwasserstoffen könnte die Versorgung von Kriegsschiffen revolutionieren und den USA einen wichtigen strategischen Vorteil verschaffen.“

Verschiedene Gründe kumulieren sich also zu einem größeren zusammenhängenden Sachverhalt und weisen dies als Schlüsseltechnologie für die Zukunft aus, weswegen Handlungsbedarf für politische Entscheidungen besteht.

 

 

 

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