Schule: Die verheimlichten tödlichen Keime

Screenshot vimeo.com

Schulen: Gelten allgemeinhin als idealen Ort zum verbreiten von Krankheiten. Besonders Lehrer kommen mit vielen Schülern in Kontakt und sind nicht selten sogar an mehreren Bildungseinrichtungen gleichzeitig beschäftigt. Auf diese Weise können sich Epidemien – die normalerweise lokal begrenzt wären – über große Gebiete ausbreiten. Die Schulverwaltungen sind dabei stets bemüht, die Fälle herunter zu spielen oder ganz zu vertuschen, auch dann: Wenn die Erkrankungen potentiell tödlich verlaufen können.

>>Focus<<

„Alarm an Dresdner Schule: Am Gymnasium der Hoga ist die tödliche Infektionskrankheit Tuberkulose (TBC) ausgebrochen. Mehrere Menschen könnten sich angesteckt haben. … Nun befürchtet die Schulleitung, dass sich mehrere Menschen angesteckt haben könnten. Deshalb müssen sich alle Schüler und Lehrer, die Kontakt mit der infizierten Person hatten, nun untersuchen lassen. … Die Schulleitung hat zudem entschieden, das Gymnasium für die nächsten beiden Tag zu schließen und eine Tagesbetreuung einzurichten. 2015 starben weltweit 1,4 Millionen an TBC. Tuberkulose wird durch verschiedene Arten von Mykobakterien verursacht und befällt beim Menschen am häufigsten die Lungen.“

 

>>Lübecker Nachrichten<<

„Für 515 Schüler fiel der Unterricht aus, von 38 Lehrer-Kollegen seien 24 mit einem „Betretungsverbot der Schule“ belegt worden. Sie zeigten Hustensymptome. Es bestehe der Verdacht, dass sich Lehrkräfte angesteckt haben. … „Alle, die husten, stehen im Verdacht, Träger des Erregers zu sein.“ Noch in der Nacht zu Freitag hat Hübner Unterrichtsverbote erlassen. … Keuchhusten sei nicht lebensgefährlich, könne aber Säuglingen und Hochbetagten gefährlich werden. Auffällig sei die lange Dauer des krampfartigen Hustens. Andernorts gelte Keuchhusten als der „100-Tage-Husten“. Die Inkubationszeit nach Ansteckung bis zum Ausbruch könne ein bis drei Wochen betragen. Im Anschluss an die Inkubationszeit sei das Risiko, andere anzustecken, am höchsten.“

 

>>Welt<<

„An einer Schule in der Münchner Ludwigsvorstadt ist eine erhebliche Gesundheitsgefahr offenbar geworden: Dort sind mehrere Personen an Tuberkulose erkrankt. Nach Anfragen von WELT bei den zuständigen Gesundheitsbehörden der Stadt München und des Bundeslandes Bayern übernahm die Regierung von Oberbayern die Kommunikation in dem Fall. Ein Sprecher teilte mit, dass dort derzeit sechs Schüler erkrankt seien, davon vier ansteckungsfähig. Außerdem sei bei einer Umgebungsuntersuchung die Erkrankung einer weiteren Person festgestellt worden. … Bisher war der TBC-Ausbruch nicht öffentlich bekannt geworden. Die Tuberkulose ist weltweit verbreitet und gehört neben HIV/AIDS und Malaria zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Sie ist daher eine meldepflichtige Erkrankung. … Hinter dem Schulprojekt steht der Verein Trägerkreis Junge Flüchtlinge e.V., der sich für die Bildung von Flüchtlingskindern und Jugendlichen einsetzt, die in vorhandene öffentliche Bildungsangebote nicht integriert werden können. „Ziel ist es, jungen Geflüchteten ihr Menschenrecht auf Bildung und dadurch aktive Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen“, heißt es. Zu den Förderern und Sponsoren des Projektes zählt insbesondere die Landeshauptstadt München, darüber hinaus auch die Aktion Mensch und zahlreiche Stiftungen sowie private Geldgeber. Zunächst unklar blieb, wann genau und durch wen die ersten Verdachtsfälle den Gesundheitsbehörden gemeldet wurden. Auf Nachfrage gab die Schule an, dass sie „seit dem erstmaligen Verdachtsfall von Tuberkulose in unserer Schule Anfang Januar im engsten und regelmäßigen Austausch“ mit den städtischen Kooperationspartnern im Referat für Bildung und Sport sowie dem Referat für Gesundheit und Umwelt stehe.“

Tuberkulose und Keuchhusten sind sehr wohl potentiell tödliche Erkrankungen: Sicherlich mögen die Krankheiten nicht alleine einen Menschen umzubringen, aber in Verbindung mit hohen Stress oder anderen schlechten Lebensbedingungen sind sie durchaus im Stande, einer Person das Leben zu nehmen. Besonders Kinder oder heranwachsende Erwachsene, die durch die Belastungen der Schule schon geschwächt sind: Tragen ein überdurchschnittlich hohes Risiko. Die Schulpolitik ist in dieser Hinsicht verantwortungslos: Anstatt die Bevölkerung, Kinder und Eltern zeitnah zu informieren, wird ein lebensgefährlicher TBC-Ausbruch verschwiegen und als vermeintliches „Staatsgeheimnis“ behandelt.

 

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