SEK-Einsatz: “Keine Szene aus einem Kriegsgebiet, sondern eine Polizeiaktion”

Screenshot youtube.com

Manche Polizeieinsätze erinnern mehr an das Vorgehen eines professionellen Killerkommandos, als an eine zivilisierte Polizeimaßnahme. Bei den Aktionen werden auch Verletzte, hinterlassene Traumata und Sachschäden billigend in Kauf genommen.

>>Focus<<

“Doch es ist keine Szene aus einem Kriegsgebiet, sondern eine Polizeiaktion an der Theodorstraße in Rath. In der Nacht zu Samstag stürmte ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei dort das „District 6“, einen Kneipenclub. … Die Gäste: Unter anderem auch Mitglieder des Hells Angels-Charters „D-City“. Zwischen 150 bis 200 Menschen feierten bei Bier, Schnaps und Livemusik. Neben den Rockern gab es aber mindestens ebenso viele „Normalos“, die mitfeierten.”

 

>>Berliner Tageszeitung<<

“SEK-Einsatz in der Varziner Straße. Am Mittwochmorgen stürmten schwer bewaffnete Sondereinheitskräfte der Berliner Polizei eine Wohnung, um eine 57-jährige Frau zu befreien. Es soll sich um eine Bedrohungslage gehandelt haben. Anscheinend hatte ein Mann die Frau nicht gehen lassen wollen und hielt sie in der Wohnung fest. Nach rund anderthalb Stunden konnte die 57-Jährige dann aber befreit und in ein Krankenhaus gebracht werden. Der 63-jährige Mann, der die Frau angeblich festgehalten haben soll, schildert gegenüber B.Z. allerdings eine andere Geschichte. Demnach hatte die 57-Jährige vor einem Jahr einen Schlaganfall. Er kümmere sich seitdem um seine alte Freundin. Besucht sie in einer Pflegeeinrichtung in der Bayreuther Straße und geht mit ihr regelmäßig spazieren.”

 

>>Mitteldeutsche Zeitung<<

“Zwischen 2009 und 2013 stürmte das SEK in vier Fällen bei unbescholtenen Bürgern durch die aufgebrochene Wohnungstür, zwei Verletzte waren zu beklagen. Grund der Pannen: Die Beamten waren in die falschen Wohnungen geschickt worden. Mit Details zu den Pannen – etwa zum Einsatzort und den Betroffenen – hält sich das Innenministerium zurück. Wie schwer die Unbeteiligten in den fälschlich gestürmten Wohnungen verletzt wurden, ist nicht klar. Die beiden erhielten jedenfalls mehr als 900 Euro an Arztkosten und insgesamt 1.600 Euro Schmerzensgeld.”

Für einen Toten zahlt der Staat 6.000 Euro Schmerzensgeld und der juristische Weg dahin ist sehr steinig. Weshalb die 1.600 Euro Schmerzensgeld für erhebliche Verletzungen stehen müssen und ob mit den angegebenen 900 Euro Arztkosten: Alle Behandlungskosten beglichen sind, darf getrost bezweifelt werden.

>>Süddeutsche Zeitung<<

“Das Motorrad auf dem Tisch ist keineswegs das absurdeste Detail. Aber es ist einstweilen der Schlusspunkt einer ganzen Reihe von Skandalen, in die die Spezialeinheiten der Kölner Polizei verwickelt sind. Schon länger stand die Abteilung wegen Mobbingvorwürfen in der Kritik, das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen hatte eine Untersuchung eingeleitet. Dazu kam ein falsch deklarierter Helikoptereinsatz. … Im Juni wurden Hinweise öffentlich, dass ein Helikoptereinsatz des SEK auf der Kölner Severinsbrücke im vergangenen Sommer keine “Höhenübung” gewesen war, wie offiziell vermeldet – sondern eine private Inszenierung für das Abschiedsfoto eines Kollegen. … Medienberichten zufolge randalierten die Elite-Polizisten der aufgelösten Einheit am Nachmittag in ihrer Unterkunft in Brühl. Unter anderem hätten sie mit einer Kettensäge Möbel zersägt.”

Über die Mitglieder des Hells Angels kann sich jeder seine eigene Meinung bilden, aber angesichts des Vorgehens der staatlichen “Eliteeinheit” muss die Frage erlaubt sein: Von welcher Organisation denn die größere Gefahr für den Bürger ausgeht? Und wenn das SEK-Kommando die “Elite” der Polizei darstellen soll, in welchen Zustand soll sich denn die restliche Truppe befinden?

 

 

 

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