„Skandalös, wie der slawische Anteil an der deutschen Geschichte bis heute verdrängt wird“

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Obgleich geschichtliche Quellen aus der Zeit des Römischen Reiches als recht unzuverlässig gelten, lassen sie dennoch den Schluss zu: Das Volk der Sorben siedelte wohl schon zu dieser Zeit in der Lausitz. Auch viele Ortschaften weisen durch Funde eine lückenlose Besiedlung nach, die bis in die Jungsteinzeit reicht. Jedoch, wie tief das Slawentum die Geschichte prägte wird – bis heute – kaum Thematisiert.

>>Völkerrecht – Schnell erfasst von Stefan Lorenzmeier (Buch) <<

„Das in Art. 27 IPbürgR (Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte, Anmerkung der Redaktion) niedergelegte Recht unterscheidet sich vom Recht auf Selbstbestimmung dergestalt, dass nur das letztere ein Recht zur eigenverantwortlichen Ausübung der eigenen Angelegenheiten beinhaltet. Völker mit dem Recht zur Selbstbestimmung erfreuen sich rechtlicher und politischer Rechte, die Minderheiten nicht für sich beanspruchen können. Regional gilt in Europa noch zusätzlich das »Rahmenübereinkom- Nationale Minderheiten in men zum Schutz nationaler Minderheiten« (v. 1. 2. 1995; BGBl. Deutschland 1997 II, 1408), welches jedoch auch keine Begriffsbestimmung der »Minderheit« enthält. Nach einer Erklärung der Bundesrepublik zu dem Abkommen sind in »Deutschland die Dänen deutscher Staats- angehörigkeit und die Sorben mit deutscher Staatsangehörigkeit als Minderheit anzusehen«. Ferner wird das »Rahmenübereinkommen auch auf die traditionell in Deutschland heimischen Volksgruppen der Friesen deutscher Staatsangehörigkeit und der Sinti und Roma deutscher Staatsangehörigkeit angewendet«.“

 

>>Minderheitensekretariat<<

„Geschätzt etwa 60.000 Menschen bilden heute das sorbische Volk.  … Neben der Bezeichnung Sorben wird vor allem in Brandenburg auch der ältere Begriff „Wenden“ offiziell verwendet. Dieser geht auf römische Geschichtsschreiber zurück, die unbekannte Stämme im Osten mit dem Begriff „Veneti“ bezeichneten, woraus später im Deutschen der Begriff „Wenden“ wurde.“

 

>>Der Tagesspiegel<<

„Dennoch ist es nahezu skandalös, wie der slawische Anteil an der deutschen Geschichte bis heute verdrängt wird“, sagt Werner Meschkank. Er arbeitet als Kurator am Wendischen Museum Cottbus und ist immer wieder von der Ahnungslosigkeit vieler Besucher überrascht. „Die glauben, dass der Name Berlin von Albrecht, dem Bären, kommt“, sagt er: „Dabei ist das eine wendische Bezeichnung und bedeutet Siedlungsstätte im Sumpf.“ Wenn er gefragt werde, „wann die Sorben hierhergekommen“ seien, entgegne er: „Und woher kommen Sie? Wir waren schon da, seit rund eineinhalb Jahrtausenden. Die Deutschen sind später in die Lausitz gekommen.“ Noch 1843 seien 71 Prozent der Bevölkerung im Landkreis Cottbus wendisch gewesen, sagt Meschkank – und überhaupt: „In allen 16 Bundesländern, allen 294 Kreisen und 107 kreisfreien Städten Deutschlands leben Menschen mit slawischen Wurzeln, wovon Familiennamen wie Wendt, Wende, Wendisch, Windisch, Wünscher, Konzack oder Noack zweifellos Zeugnis ablegen.“ Das Wendische sei eben Teil der deutschen Geschichte.“

Obwohl sich die Bundesrepublik Deutschland zum Schutz der Sorbischen Minderheit verpflichtet hat: Kommt sie dieser Verpflichtung kaum nach. Viele Sorben aus der Lausitz gingen schon des öfteren auf die Straße um ihre Rechte einzufordern, obwohl diese ihnen eigentlich selbstverständlich zu stünden.

 

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