Sorbisch in der Lausitz: „Wir wollen einen freien Zugang zum Sprachunterricht“

Screenshot youtube.com

Die sorbische Sprache und Kultur ist untrennbar mit der Lausitz verbunden. Selbst sprachunkundige Bürger nehmen an den kulturellen Leben der Sorben teil. Verschiedene sorbische Bräuche sind in der Lausitz allgegenwärtig und gehören zum Erbe der Lausitz. Dennoch ist das Erlernen der sorbischen Sprache keineswegs an Schulen in der Lausitz selbstverständlich möglich und dagegen richtet sich Widerstand.

>>Märkische Oderzeitung<<

„In den Regionen in Brandenburg und Sachsen, die zum Siedlungsgebiet zählen, gilt die Zweisprachigkeit. Ortsschilder sind zum Beispiel auf Deutsch und Sorbisch, genauso wie Straßenschilder. Es gibt zweisprachige Kitas und Schulen. … In der Diskussion ist derzeit auch die Idee, Kitas mit Sorbisch-Angeboten personell besser auszustatten, wie es vom Koordinator des Sorbischen/Wendischen Aktionsnetzwerkes, Meto Nowak, hieß. Anfang April soll – so der Plan – dem Bildungsministerium in Potsdam ein entsprechender Diskussionsvorschlag vorgelegt werden. Die Idee ist, dass die Förderung vom Land und den betroffenen Landkreisen getragen wird.“

 

>>Potsdamer Neueste Nachrichten<<

„Das Interesse am Sorbisch-Schulunterricht in Brandenburg ist auf stabilem Niveau. Aktuell lernen rund 1160 Schüler an 20 Schulen Sorbisch, wie das Staatliche Schulamt Cottbus am Dienstag in der Sitzung des Rates für Angelegenheiten der Sorben/Wenden mitteilte.“

 

>>Staatsministerium für Kultus<<

„Das Fach Sorbisch wird je nach Sprachstand der Schüler in drei Sprachgruppen unterrichtet. Im Fach Sorbisch ist die sorbische Sprache sowohl Unterrichtssprache als auch Unterrichtsgegenstand, während sie in anderen Fächern vollständig oder teilweise Unterrichtssprache ist. Die Lerninhalte der Sachfachfächer werden bilingual gelehrt. Quereinsteigern ist der Zugang zu den zweisprachigen Klassen gewährleistet, in dem sie durch zusätzlichen Sorbisch-Unterricht an das Sprachniveau herangeführt werden.“

 

>>Potsdamer Neueste Nachrichten<<

„Mehr als 34.000 Unterschriften haben die Eltern für ihre Onlinepetition auf der Plattform „Change.org“ bekommen. Zum Vergleich: Die wirkungsvolle, von Eltern initiierte Onlinepetition für beitragsfreie Kitas im Land fand 2015 rund 13.000 Unterstützer. … Den Eltern reicht das nicht. „Wir wollen einen freien Zugang zum Sprachunterricht ohne Mindestzahl“, erklärt Kathleen Komolka.“

 

>>Universität Leipzig<<

„Das Studium zum Lehramt Sorbisch orientiert sich an den allgemeinen Anforderungen an eine moderne philologische, sprachdidaktische und sprachpädagogische Bildung bezüglich Inhalten, Methoden, fachlichen wie auch sozialen Kompetenzen und berücksichtigt den aktuellen Forschungs- und Erkenntnisstand sowie neuere Vermittlungsformen und -methoden zu muttersprachlicher, fremdsprachlicher und bilingualer Ausbildung in der Schule unter den spezifischen Bedingungen einer Minderheitensprache.“

Es ist dringend notwendig – die Möglichkeit für Eltern einzuräumen – dass die Kinder Sorbisch flächendeckend in der Lausitz erlernen können. Unzumutbar ist die Tatsache: Der Wohnort in der Lausitz entscheidet, ob das eigene Kind zweisprachig aufwächst oder eben nicht. Auch das Lehrer fernab der Lausitz in Leipzig für den zukünftigen Sorbisch-Unterricht ausgebildet werden, ist kaum hinnehmbar. Der Unmut vieler Kinder und Eltern in der Lausitz ist also sehr wohl berechtigt.

 

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