Stanislaw Tillich „Wie weit er von der Lebenswirklichkeit der Menschen in der Lausitz entfernt ist“

Screenshot werkfeuerwehrverband-sachsen.de

Die ökonomischen Aussichten stehen für viele Menschen nicht zum besten. Die soziale Lage hat sich in den letzten Jahren zusehends verschlechtert und sicher geglaubte Arbeitsplätze stehen schon seit längeren Zeit auf sehr wackligen Beinen. Die hohe Politik hat sich in den letzten Jahren aus der Lebenswirklichkeit der Menschen faktisch verabschiedet.

>>Junge Welt<<

„Die Staatskasse ist prall gefüllt, doch nach unten dringt immer weniger durch. 3,2 Millionen Menschen in diesem Land können mit nur einem Job nicht mehr existieren und brauchen mindestens einen zweiten. Deren Zahl hat sich seit 2003 verdoppelt. Und die, die die Kassen zum Klingeln bringen, haben oft nichts von den freien Tagen zum Jahreswechsel. Die Zahl der Lohnabhängigen mit Sonn- und Feiertagsarbeit ist binnen 20 Jahren um drei Millionen auf knapp 9,3 Millionen im vergangenen Jahr gestiegen, meldete dpa am Freitag. Ganz unten angekommen sind 52.000 Menschen, die auf den Straßen leben müssen. Mindestens drei von ihnen sind in diesem Jahr bereits aufgrund der Kälte verstorben – in Freiburg, Schwerin und Hannover. Und es werden mehr – 860.000 haben laut BAG Wohnungslosenhilfe keine feste Bleibe, können sich aber noch irgendwie durchschlagen. Dabei geht es zehn Prozent der Deutschen bestens, sie beziehen 40 Prozent des Gesamteinkommens. Die untere Hälfte der Bevölkerung dagegen nur 17 Prozent. Die Schere zwischen Armen und Reichen klafft auseinander wie seit hundert Jahren nicht mehr, fanden Forscher um den Ökonomen Thomas Piketty kürzlich heraus.“

 

>>Capital<<

„Eine Volkswirtschaft wie die deutsche dürfe keinesfalls die Versorgungssicherheit aufs Spiel setzen, sagte Špringl weiter. „Die Kohle wird auch in Deutschland noch mindestens 25 bis 30 Jahre gebraucht.“ EPH hatte im vergangenen Jahr die ostdeutsche Braunkohle-Sparte des Energiekonzerns Vattenfall übernommen. Seitdem kontrolliert der Konzern fast die Hälfte der deutschen Braunkohleförderung. Ein vorzeitiger Ausstieg aus der Kohleverstromung würde seine Tochterfirmen in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier schwer treffen. … Im Capital-Interview betonte Špringl nun, EPH wolle sich in der Lausitz langfristig engagieren – „nicht für die nächsten 100 Jahre, aber auf jeden Fall so lange, bis das Kohlezeitalter einschließlich der Rekultivierungsmaßnahmen vorbei ist“. … LEAG-Vorstandschef Helmar Rendez warnte vor den ökonomischen und sozialen Folgen eines möglichen Kohleausstiegs. Man könne nicht einfach einzelne Braunkohleblöcke schließen, ohne „Dominoeffekte“ in den Tagebauen und damit auch in der gesamten regionalen Wirtschaft auszulösen, sagte Rendez gegenüber ‚Capital‘.“

 

>>Stanislaw Tillich<<

„Leider erleben wir gerade das genaue Gegenteil: Unternehmen wie Bombardier und Siemens bauen Arbeitsplätze ab oder wollen ganze Werke schließen. Wer dann noch einen Aufruf zum Kohleausstieg unterzeichnet, der zeigt, wie weit er von der Lebenswirklichkeit der Menschen in der Lausitz entfernt ist.“

Die Probleme innerhalb der Lausitz kommen in der hohen Politik recht selten zur Sprache.

 

 

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