Überfüllung: Die strukturellen Probleme bei der Bahn

Screenshot detail-online.com

Sofern ein funktionierender Wettbewerb besteht: Versuchen Unternehmen Kunden durch Preise oder Komfort an ihre Produkte oder Dienstleistungen zu binden. Dieses Prinzip ist bei Monopolen – wo ein Anbieter Preise und Leistungen diktiert – ausgeschlossen.

>>Neue Osnabrücker Zeitung<<

“Da dies zu technischen Schwierigkeiten führte, veranlasste die Nordwestbahn (NWB) einen Nothalt bei Bramsche-Achmer. Henry Kuhlmann, Leiter Kundenservice der NWB, erklärt: „Es gab einen massiven Druck auf die Türen, der zu diesen Problemen geführt hat“. Der Zug blieb rund 400 Meter nach der Haltestelle Bramsche-Achmer stehen. In der Zwischenzeit war auch ein Notruf bei der Rettungsleitstelle in Osnabrück eingegangen mit der Meldung, im Zug eskaliere die Situation durch die drangvolle Enge. Alarmiert wurden in der Folge Feuerwehren, Rettungsdienste und die Polizei mit dem Stichwort „Massenanfall an Verletzten“. Bei Eintreffen der Einsatzkräfte herrschte „ein Chaos, wie ich es selten erlebt habe“, schildert Bramsches Stadtbrandmeister Amin Schnieder. Nachdem ein Teil der Zugtüren offenbar aufgedrückt worden waren, „liefen viele Menschen in alle Richtungen durch das Gleisbett. Einige stolperten auch eine Böschung hinunter“, so Schnieder weiter. Die Feuerwehr sorgte dann für die Evakuierung des Zuges, die Fahrgäste wurden zur nächsten Straße in Achmer geleitet. Laut Angaben der Polizei vom Sonntag habe es keine Massenpanik gegeben. Stadtbrandmeister und Einsatzleiter Schnieder ist mit dieser Aussage nicht ganz glücklich: „Es war mindestens an der Grenze dazu“, meint er: Besonders ältere Fahrgäste hätten nach seinem Eindruck in dem überfüllten Zug regelrecht Angst bekommen. Dazu seien auch manche alkoholisierte Personen gekommen, „denen es offenbar an einem vernünftigen Umgang mit der Situation gemangelt hat“, so Schnieder. Eine Frau sei auch im Gleisbett liegend aufgefunden worden: „Sie hyperventilierte und war mit dem Geschehen völlig überfordert“, berichtet Schnieder weiter. Es sei „ein Glück, dass letztlich nicht viel passiert ist“. Nur wenige geringfügig Verletzte mussten kurzfristig durch den Rettungsdienst versorgt werden. Das Unternehmen bedauere den Vorfall, betont er. Abzusehen gewesen sei es jedoch nicht, widerspricht der Leiter Kundenservice Vorwürfen, die am Sonntag in sozialen Netzwerken erhoben wurden.  „Auf der Basis unserer Erfahrungen aus den vergangenen Jahren“ seien zwei Traktionen (Schienenfahrzeuge, Abteile) mit 140 Sitz- und rund 100 Stehplätzen für ausreichend erachtet worden. „Damit sind wir bisher immer gut ausgekommen“, so Kuhlmann. zur Verfügung gestanden. “

Ein Leser merkte die Tatsache an, dass der Zug – mit Wissen des Betreibers – mit defekten Türen bereits losgefahren ist. Demzufolge wäre der Nothalt durchaus vorhersehbar gewesen.

Screenshot noen.at

 

Screenshot merkur.de

 

Screenshot spiegel.de

Unstrittig ist: An Schlagzeilen mit überfüllten Zügen herrscht kein Mangel. Eine willkürliche Befragung an Bahnpendler unterstreicht diese Feststellung. Zu bestimmten Stoßzeiten kommt es praktisch täglich zu Kapazitätsproblemen bei Zügen: Der Umstand das solche Meldungen es gewöhnlich nicht in die Presse schaffen – ändert nichts an dem Missstand.

>>Leipziger Volkszeitung<<

“Wegen Überfüllung geschlossen: Dass der ICE an einem Sonntagnachmittag voll ist, ist für Bahnfahrer nichts Ungewöhnliches. Dass sie den Zug deswegen verlassen müssen, hingegen schon. So erging es Passagieren auf der Fahrt von Stuttgart und München nach Berlin.”

 

>>Kölner Stadt-Anzeiger<<

“Der Nachteil: Auch diese Erweiterung der Kapazität wird bei weitem nicht ausreichen. Die Fahrgäste werden in Spitzenzeiten „gequetscht wie die Sardinen“ unterwegs sein, weiß der NVR-Chef. Jetzt schon den Takt von RE 1 und RE 5 zu verdichten, gehe leider nicht. „Wir können nicht mehr Züge fahren lassen. Sie passen einfach nicht mehr auf die Strecke.“

Die Aussagen zeigen: Das sehenden Auges der Mangel gezielt herbei geführt wird und damit selbst Vorfälle mit Verletzten billigend in Kauf genommen werden.

 

 

 

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