Ungleiche Förderung: Neubelebung der Strecke Bautzen-Wilthen

Screenshot mapio.net

Die Neubelebung der Strecke Bautzen-Wilthen wird auf die lange Bank geschoben und das Kostenargument muss als vorgeschobene Begründung herhalten. Dabei steckt das Unternehmen Deutsche Bahn Milliarden Summen in neue Trassen, welche einseitig große Ballungszentren begünstigen.

>>Lausitzer Rundschau<<

“Michael Herfort kann es bis heute nicht verstehen. “Niemand hat mir plausibel erklären können, warum die Bahnverbindung zwischen unserer Stadt und Bautzen sterben musste”, erklärt der Bürgermeister der Weinbrandstadt Wilthen. 2004 fuhr der letzte reguläre Linienzug auf der Strecke. Zu Pfingsten 2008 gab es noch eine Ausflugsfahrt der Ostsächsischen Eisenbahnfreunde. Seitdem ist Ruhe auf den Gleisen. Nun ist der junge Wilthener Bürgermeister niemand, der sich einfach so mit den Gegebenheiten abfindet. Wenn es nach ihm ginge, würden schon morgen wieder Züge nach Bautzen rollen. “Wilthen braucht diese Bahnstrecke”, ist er überzeugt.”

 

>>Sächsische Zeitung<<

“In Auftrag gab es der Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien Zvon. Seine Konsequenz aus den Erkenntnissen: „Wir planen auf dieser Strecke definitiv keinen Zugverkehr“, sagt der stellvertretende Geschäftsführer Christoph Mehnert. Wilthens Bürgermeister Michael Herfort (CDU), der sich seit Langem dafür einsetzt, dass wieder Züge zwischen Wilthen und Bautzen fahren, ist enttäuscht. „Das Gutachten bezieht sich ausschließlich auf eine Variante der Wiedernutzung. Es war keine komplexe Untersuchung der Strecke mit Varianten“, ärgert er sich. Untersucht wurde lediglich, was es bringen würde, die zwischen Zittau und Dresden verkehrende Regionalbahn über Bautzen umzuleiten. Diese Züge würden also aus Richtung Zittau bis Wilthen fahren, von dort nach Bautzen und dann über Bischofswerda nach Dresden und umgekehrt. Die Lösung hätte Vorteile: Es gäbe eine Zugverbindung zwischen Wilthen und Bautzen. Rodewitz, Großpostwitz und Singwitz bekämen wieder einen Zuganschluss. Von Bautzen aus könnte man direkt nach Zittau fahren…. Für die Bahn sprechen hingegen die kürzeren Fahrzeiten. Der Zug braucht von Wilthen nach Bautzen 19 Minuten. „Wenn man was an den Gleisen macht, könnte er noch schneller unterwegs sein“, sagt Christoph Mehnert. Busse fahren etwa 30 Minuten. … Gegen eine Belebung der Bahnlinie sprechen für den Zvon auch die Kosten. Die 15 Kilometer lange Strecke wieder in Betrieb zu nehmen, würde 2,3 Millionen Euro kosten.”

Bei anderen Strecken spielen die Kosten offenkundig nur eine untergeordnete Rolle.

>>Süddeutsche Zeitung<<

“Eigentlich sollte die neue, schnelle ICE-Verbindung zwischen München und Berlin die Wende bringen. Aber sie ist zu einer peinlichen Blamage geworden. Schon der Sonderzug mit 200 Ehrengästen hatte zwei Stunden Verspätung. Auch in den Tagen danach fielen ICE-Züge aus, blieben liegen, hatten technische Probleme. Offen ist, wann das Staatsunternehmen die Probleme endlich in den Griff bekommen wird. Klar ist schon jetzt, dass der Imageschaden beträchtlich sein wird, und zwar auch für den Ingenieur-Standort Deutschland. … Die Aufnahme der neuen 623 Kilometer langen Nord-Süd-Verbindung ist alles andere als ein Schnellschuss. Seit mehr als 25 Jahren wurde geplant und gebaut, es wurden am Ende zehn Milliarden Euro investiert.”

 

>>Welt<<

“Die vier Kilometer lange neue Bahntrasse verbindet unterirdisch das nördliche Leipzig vom Hauptbahnhof mit dem Süden der Stadt am Bayerischen Bahnhof. Unter der Leipziger City gibt es vier Stationen. Ideen für einen Schienentunnel im Herzen der Stadt gab es bereits seit Mitte der 1990er-Jahre. Sie bauten auf Überlegungen auf, die bereits vor dem Ersten Weltkrieg in Leipzig aufgekommen waren und für die sogar erste Projekte in Angriff genommen wurden, bis sie mit dem weiteren Kriegsverlauf eingestellt wurden. Eigentlicher Baubeginn für das jetzt fertiggestellte Projekt war 2007, gekostet hat es am Ende knapp eine Milliarde Euro.”

Im Grundgesetz ist festgehalten gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen: Jedoch in der Praxis werden die großen Ballungszentren einseitig übervorteilt.

 

 

 

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