Vergewaltigungen an Schulen: Die strukturelle Kultur des Wegsehens

Screenshot vimeo.com

Für Heranwachsende ist Sexualität ein heikles Thema: Umso schlimmer, wenn an staatlichen Schulen eine Vergewaltigung stattfindet und das Lehrpersonal entweder bewusst wegsieht oder die Tat sogar begangen hat.

>>Aargauer Zeitung<<

“In einem zwölfstündigen Prozess mussten sich die Richter ein Bild machen von einem ehemaligen Bezirksschullehrer, der eine Schülerin 2002 bis 2005 mehrfach vergewaltigt, sie zu abartigen Sexpraktiken gezwungen, immer wieder geschlagen und massiv bedroht haben soll. Es kam zum Schluss, dass dem Mann die Vergewaltigungen und sexuelle Nötigung nicht nachgewiesen werden können und verurteilte ihn lediglich wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind und Pornografie zu drei Jahren Gefängnis teilbedingt.”

 

>>Gießener Anzeiger<<

“Nachdem Anfang November der Leitung der Werner-von-Siemens-Schule in Wetzlar sexuelle Übergriffe eines Lehrers bekannt wurden, schaltete sie sofort die Kriminalpolizei ein. … Derzeit seien den Ermittlungsbehörden vier Opfer bekannt. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen und zu dem Umfang der Taten sowie die Identitätsfeststellung weiterer möglicher Opfer dauern an.”

 

>>Spiegel<<

“Mindestens 33 Jahre lang soll Erich B. an der Elly-Heuss-Knapp-Schule im hessischen Darmstadt auf diese Weise Dutzende Jungen missbraucht haben. Ein jetzt veröffentlichtes Gutachten legt das ganze Ausmaß seiner Vergehen offen – und wirft vor allem eine Frage auf: Wie konnte sich ein Pädagoge jahrzehntelang unbehelligt an seinen Schutzbefohlenen vergehen? Das hessische Kultusministerium hatte die Untersuchung im März vergangenen Jahres in Auftrag gegeben, sieben Jahre nach B.s Tod. Zwei Juristinnen erstellten den erschütternden 170 Seiten langen Bericht. Die Rechtsanwältin Claudia Burgsmüller und die ehemalige Präsidentin des Oberlandesgerichts Frankfurt, Brigitte Tilmann, haben dafür die Tagebücher des Lehrers, Notizen seiner Opfer und Aussagen von knapp einem Dutzend Betroffener ausgewertet. Auch das Geständnis des Lehrers in einem früheren Strafverfahren lag vor. Die Juristinnen haben Erfahrung mit solchen Fällen: Sie dokumentierten schon den Missbrauch an der Odenwaldschule.”

 

>>Focus<<

“Eine 15-jährige Schülerin soll an einer Mittelschule im österreichischen Graz von mehreren Mitschülern vergewaltigt worden sein. Nun wird nun auch gegen eine Lehrerin ermittelt – sie soll die Hilfeschreie des Opfers ignoriert haben. Dies berichtet das Regionalblatt “Kleine Zeitung” aus der Steiermark. Die Grazer Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen 18 Verdächtige. Darunter befinden sich die sechs Schüler, die an der Vergewaltigung beteiligt gewesen sein sollen, und den anderen Schülerinnen und Schülern, denen eine Mittäterschaft bzw. unterlassenen Hilfeleistung vorgeworfen wird. … Wie sich im Lauf der Ermittlungen herausstellte, soll die 15-Jährige nicht zum ersten Mal Opfer eines Sexualdelikts geworden sein. Nach Informationen der “Kleinen Zeitung” soll das Mädchen 14 Tage vor der mutmaßlichen Vergewaltigung schon einmal von Mitschülern in der Toilette sexuell bedrängt worden sein. Sowohl ihre Hilfeschreie als auch Hinweise von Schülern auf den Vorfall soll eine Lehrerin ignoriert und die betroffene Schülerin stattdessen für ihr verspätetes Eintreffen zum Unterricht gemaßregelt haben. Am Nachmittag desselben Tages soll die 15-Jährige dann in einem Klassenzimmer vergewaltigt worden sein.”

Der rote Faden der sich durch sämtliche Fälle zieht: Erst nach mehreren Vorkommnissen werden die Behörden überhaupt aktiv. Offensichtlich herrscht unter Lehrern ein sogenannter “Korpsgeist” – vergleichbar wie bei der Polizei.

 

 

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