Warum die Energiewende Arbeitsplätze gefährdet und unsozial ist

Screenshot vimeo.com

Stetig steigende Strompreise sind über die Jahre zum treuen Wegbegleiter geworden und diese machen zunehmend auch sicher geglaubte Arbeitsplätze zunichte. Denn für die verarbeitende Industrie sind die Energiepreise ein wichtiger Standortfaktor.

>>Spiegel<<

„Verbraucher müssen für Strom fast doppelt so viel ausgeben wie vor 14 Jahren.“

 

>>Welt<<

„Die Strompreise für private Haushalte entfernen sich in Deutschland immer weiter vom europäischen Durchschnitt.“

 

>>Münchner Merkur<<

„Während viele Konzerne nur mehr ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Deutschland belassen, ist Wacker auch ein gewaltiger Produzent in Burghausen und Nünchritz. Was hält Sie hier?

Wir haben hier in Deutschland sehr gut ausgebildete Mitarbeiter. Unsere Standorte hierzulande sind über Jahrzehnte gewachsen. Die Produktionsprozesse sind hervorragend eingespielt, laufen im Verbund und greifen wie ein Uhrwerk ineinander. Das bringt Kostenvorteile, hohe Ausbeuten und hervorragende Qualität der dort hergestellten Produkte. Außerdem: Großchemie-Anlagen lassen sich nicht einfach so versetzen.

Wenn über 70 Prozent des konzernweiten Stromverbrauchs auf Deutschland entfällt, wie oft haben Sie angesichts der hohen Strompreise hierzulande in Gedanken schon mal alles zusammengepackt?

(lacht) Die Strompreise sind genau der Grund, warum wir die nächste große Produktionsanlage in den USA bauen. In Deutschland kann derzeit niemand prophezeien, wohin sich der Strompreis tatsächlich entwickeln wird. Wettbewerbsfähige Stromkosten sind eine der großen Herausforderungen der Energiewende.

Wie sehr hemmt diese Unsicherheit die Industrie?

In der chemischen Industrie bedeuten hohe Strompreise hohe Produktionskosten, weil die Produktion sehr energieintensiv ist. Deshalb sind hohe Strompreise schädlich. Wenn in Deutschland die Energie-Preise also so hoch bleiben oder weiter steigen, dann werden wir eine schleichende Deindustrialisierung in Deutschland feststellen und das halte ich für sehr problematisch. Da muss etwas getan werden. Der Industriestandort Deutschland ist in Gefahr.“

 

>>Bundesregierung<<

„Ziel der Energiewende ist es, die Energieversorgung zu sichern und sie dabei wirtschaftlich sowie umweltverträglich zu gestalten. … Kosten und Investitionen in eine moderne Energieversorgung und in energieeffiziente Produktionsprozesse fallen unmittelbar an, können sich aber zum Teil in kurzer Zeit amortisieren. Volkswirtschaften, die effizient und innovativ produzieren, können besser im internationalen Wettbewerb bestehen.“

Es handelt sich hierbei nur um eine Teilwahrheit: Natürlich lassen sich Produktionsprozesse optimieren und damit logischerweise Energie sparen, aber diesen Optimierungen sind folglicherweise immer Grenzen gesetzt: Derart drastisch steigende Energiepreise in einen so kurzen Zeitraum lassen sich nicht kompensieren. Die Folge: Die verarbeitende Industrie tätigt Investitionen anderswo und wandert somit sukzessive ab, was wiederum Arbeitsplätze gefährdet.

>>Bundesregierung<<

„Alle Stromverbraucher – Unternehmen wie Privat-Verbraucher – leisten ihren Beitrag zur Finanzierung der Energiewende.“

Dieser sogenannte Beitrag zur Energiewende fällt aber unterschiedlicher Höhe aus: Die EEG-Umlage auf den Strompreis zahlen nämlich nicht alle. Zugleich profitieren von der Einspeisung von Ökostrom auch nur wenige. Es sind die vielfach die einfachen Leute, die durch Verlust des Arbeitsplatzes und durch eine hohe Stromrechnung die Hauptlast der Energiewende tragen: Es dürfte in Friedenszeiten das unsozialste Projekt überhaupt sein.

 

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