Warum intelligente Videotechnik zukünftig das menschliche Verhalten beeinflussen könnte

Screenshot nvidia.com

Das Netz von Videokameras an öffentlichen Plätzen wird immer dichter und deren Bilder immer hochauflösender. Parallel dazu, entwickelt sich die Auswertungstechnik mittels Computer ebenfalls stetig weiter.

>>Staatsrundfunk “Westdeutscher Rundfunk” <<

“Nach den Plänen der Großen Koalition soll die Bundespolizei in Zukunft an den deutschen Grenzen mit moderner Technik nach Straftätern fahnden. Dabei werden die KFZ-Kennzeichen aller durchfahrenden Fahrzeuge gescannt und die Daten automatisch mit den Fahndungsdateien abgeglichen. Die Bundespolizei will dazu acht mobile Kennzeichenlesegeräte für insgesamt 800.000 Euro anschaffen.”

Der Staatsrundfunk verschweigt zum einen, das vergangene Versuche Nummernschilder automatisch zu erfassen von Gerichten als Rechtswidrig eingestuft wurden und zum anderen, die Ausbeute – trotz millionenfach gescannter KFZ-Kennzeichen – äußerst bescheiden war. In den meisten Fällen handelte es lediglich um geringfügige Ausstände bei der KFZ-Steuer – was so einen massiven Grundrechtseingriff niemals rechtfertigen würde. Außerdem ist zu bedenken: Die meisten professionellen Autoschieber tauschen kurz nach den Diebstahl in der Regel die echten Nummernschilder mit Dubletten aus, sprich nachgemachte Kennzeichen von ungestohlenen Fahrzeugen. Damit läuft die Suche nach gestohlen PKW`s sprichwörtlich ins Leere. Jedoch sobald die Fahndungsmethode erstmal erfolgreich dauerhaft eingeführt ist, wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis die gesammelten Daten auch für andere Zwecke Verwendung finden.

>>n-tv<<

“Bundesinnenminister Thomas de Maizière will mit Hilfe einer Software zur Gesichtserkennung nach Terroristen und Straftätern fahnden lassen. “Wir haben derzeit zwar Videoüberwachung an Bahnhöfen. Wir haben aber bislang nicht die Möglichkeit, das Bild von beispielsweise einem flüchtigen Terroristen in die Software einzuspielen, so dass ein Alarm angeht, wenn er irgendwo an einem Bahnhof auftaucht”, sagte der CDU-Politiker dem Berliner “Tagesspiegel” vorab. Die Grundrechtseinschränkung sei dabei gering, da Unbeteiligte nicht erfasst würden.”

Ähnlich wie bei der Kennzeichenerfassung muss zunächst alles gescannt werden, anschließend erfolgt ein Abgleich mit der Datenbank, womit selbstverständlich Unbeteiligte mit ins Raster geraten und auf irgendwelchen anderen Wegen ließe sich dies technisch überhaupt nicht umsetzen. Auch hierbei ist es höchst fraglich, was mit dem gesammelten Daten im Nachgang passiert. Die amerikanischen Unternehmen Motorola und Neurala arbeite bereits daran, auch sogenannte “Bodycams” von Polizisten ebenfalls mit Gesichtserkennung auszustatten und die Universität von Granada valutiert eine Software die Gegenstände – wie beispielsweise Pistolen – erkennt.

>>Süddeutsche Zeitung<<

“Computerprogramme sollen auch lernen, auffälliges Verhalten zu erkennen. Eine Person, die zu nahe am Bahnsteig steht, Menschen, die abrupte Bewegungen ausführen, ein alleingelassenes Gepäckstück – sofort schlagen die Computer Alarm. Menschen sind dann nicht mehr nötig, um zu beurteilen, was sich gerade im Blickfeld einer Kamera abspielt. Das zumindest ist die Wunschvorstellung von Sicherheitsbehörden weltweit.”

Schon ein mittelmäßiges Vorstellungsvermögen reicht hierbei aus, um zu verstehen, das auffälliges Verhalten dazu führen kann: Ohne menschliches Zutun – per mathematischen Algorithmus – im Kreise verdächtiger Personen zu geraten. Demnach sollte jedes hektisches Suchen in Taschen – nach den beispielsweise liegengelassen Autoschlüssel – in Zukunft tunlichst vermieden werden: Andernfalls könnte dieses “so auffällige” Verhalten mitunter zu einer vorläufigen Verhaftung wegen Terrorverdachts führen. Den notwendigen Haftbefehl könnte in Zukunft auch ein Computer erlassen – eine hypothetische Maßnahme um die Gerichte zu entlasten.

 

 

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