Warum viele Häuser bei einen Feuer zur Todesfalle werden

Screenshot youtube.com

Große Feuersbrünste die ganze Ortschaften in glühende Asche verwandelten sind eher aus mittelalterlichen Ortschroniken bekannt. Aber derartige Katastrophen könnten in naher Zukunft wieder zur Tagesordnung gehören.

>>co2online<<

“Die EnEV 2014 sieht vor allem eine Verschärfung der Vorgaben für Neubauten vor, bei denen die Dämmung der Gebäudehülle – allerdings erst ab 2016 – um 20 Prozent verbessert werden muss. Beim Gebäudebestand gilt ab Inkrafttreten im Mai insbesondere: Bei der Erneuerung des Außenputzes müssen Dämmmaßnahmen durchgeführt werden, wenn das Gebäude vor 1984 errichtet wird. Weitere Vorgaben betreffen unter anderem die Energieausweise, die nun eine Einteilung der Gebäude in Effizienzklassen vorsehen.”

Die Eigentumsrechte der Immobilienbesitzer stehen an vielen Stellen zur Disposition – nicht nur bei Dämmmaßnahmen. Die meisten Dämmmaterialien insbesondere Styropor sind feuergefährlich und brennen überaus gut.

>>RP Digital<<

“Für sie gab es keine Rettung. Eine Mutter und ihre 8- und 14-jährigen Söhne kamen am frühen Morgen des 17. Mai in einem Wohnhaus in Duisburg Meiderich ums Leben. 28 weitere Hausbewohner wurden verletzt – weil in einer Erdgeschoss-Wohnung eine Kerze umgekippt war und ein Inferno auslöste: Die Flammen fraßen sich über die Wärmedämmfassade “wie an einer Zündschnur” über vier Etagen bis ins Dach. Jetzt liegt der Staatsanwaltschaft Duisburg ein Gutachten vor, das sie in Auftrag gegeben hatte. Es bescheinigt: die Fassade war technisch wohl in Ordnung. Der Zimmerbrand wurde trotzdem zum Inferno. Das Fazit des Gutachters: Die Wärmedämmfassade habe den zum Zeit des Baus geltenden Bauvorschriften entsprochen, berichtet Detlef Nowotsch, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage. Die verwendeten Polystyrolplatten seien zur Dämmung zugelassen gewesen (und sind es auch heute noch).”

Eine umgefallene Kerze, elektrische Kurzschlüsse oder vergleichbare Geschehnisse gehören zum gewöhnlichen Lebensrisiko eben dazu, allerdings das binnen weniger Minuten ein mehrgeschossiges Wohnhaus lichterloh in Flammen steht, wohl eher nicht. Wer sich die aktuellen Bauvorschriften zur Gemüte führt kommt unweigerlich zur Schlussfolgerung: Es sind Katastrophen mit staatlicher Ansage.

>>baustoffwissen.de<<

“Damit ist vor allem die Anzahl der vorgeschriebenen Mineralwolle-Brandriegel deutlich gestiegen. Während bisher beispielsweise bei einem dreigeschossigen Mehrfamilienhaus ein einziger Brandriegel ausreichte, so müssen es jetzt gleich drei sein. Das gilt bei Neubauten, aber auch bei der Erneuerung bestehender Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) und bei erstmaligen Fassadendämmungen an Altbauten. Die neuen Regeln gelten allerdings nur für WDVS-Objekte, bei denen der Hartschaum EPS („Styropor“) zum Einsatz kommt. Der wird in Deutschland freilich mit Abstand am häufigsten verbaut.”

Nach einigen Großbränden mit tragischen Ausgang wurden die Vorschriften zwar verschärft, aber an das heilige “Styropor” als Hauptursache traut sich niemand heran. Die sogenannten “Brandriegel” sollen – in der Theorie – verhindern, dass das Feuer sich weiter – vorallem über die Fassade – ausbreitet. In der Praxis erweisen sich diese Schutzmaßnahmen als nahezu wirkungslos, lediglich die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Infernos wird für wenige Minuten gehemmt.

>>Bild<<

“Feuer-Drama im niedersächsischen Delmenhorst: Fünf Mehrfamilienhäuser sind in der Nacht zum Samstag in Brand geraten. Rund 170 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Ein Bewohner wurde verletzt. … Insgesamt fielen rund 50 Wohnungen den Flammen zum Opfer. Nach Einschätzung der Polizei entstand ein Schaden von mehreren Hunderttausend Euro.”

 

>>Wirtschafts Woche<<

“Während in den Fällen von Berlin und Delmenhorst Fachleute und Industrievertreter darauf abstellen konnten, dass das Dämmmaterial nicht den Vorschriften entsprach und auch nicht fachgerecht angebracht war, lag der Fall in Frankfurt etwas anders. Dort waren die Dämmstoffe korrekt verbaut und auch zugelassen. Auch die Brandriegel waren korrekt angebracht.”

Die Erklärungsmuster gleichen sich: Es wird akribisch nach irgendwelchen vermeintlich nicht eingehaltenen Vorschriften gesucht, das eigentliche Hauptproblem, der gut brennbare Dämmstoff muss dabei soweit wie möglich aus den Fokus verschwinden. Da Aufgrund der erlassenen Vorschriften immer mehr solcher Gebäude entstehen, dürften derartige Brandtragödien in Zukunft stark zunehmen. Dabei besteht die Masse der Feuerwehrleute hierzulande aus freiwilligen Helfern, die nicht immer zur Verfügung stehen und eher eine rudimentäre Ausbildung genossen haben.

 

 

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