Weshalb die sorbische Identität in Gefahr ist

Screenshot youtube.com

Die Geschichte der Sorben ist gleichzeitig eine Geschichte der staatlichen Repressalien – die bis in die Gegenwart anhalten: Von der Kulturförderung die äußerst bescheiden ausfällt, über Gerichte die nur teilweise Sorbisch als Sprache anerkennen, bis hin zu Schulen – welche das Slawische am liebsten ganz verschwinden lassen wollen. Aber damit nicht genug.

>>Sächsische Zeitung<<

„Mit deutlicher Kritik hat der sorbische Landtagsabgeordnete Heiko Kosel (Die Linke) auf die Pläne der Großen Koalition in der Minderheiten- und Nationalitätenpolitik reagiert. Der sorbische Parlamentarier spricht von einem Fehlstart – sowohl im Bezug auf die im Land lebenden Minderheiten, aber auch mit Blick auf die Politik für deutsche Minderheiten im Ausland. Im Vertrag der Groko widmen sich die Parteien lediglich mit einem Satz den Minderheiten in Deutschland, bekennen sich allgemein zum Schutz und der Förderung der Dänen, Sorben, Friesen sowie Sinti und Roma. Vor einer Woche, so erklärt Heiko Kosel, habe ein Vertreter des Freistaats Sachsens allerdings noch verkündigt, dass im Koalitionsvertrag eine Dynamisierungsklausel für die finanzielle Ausstattung für die Stiftung für das sorbische Volk geben werde. Dahinter steckt eine Forderung, die bereits seit Jahren aufgemacht wird. Zugleich sei von einer Stärkung der institutionellen Förderung die Rede gewesen, sagt der Landtagsabgeordnete. Heiko Kosel will deshalb nun eine parlamentarische Anfrage im Sächsischen Landtag einbringen.“

 

>>Der Tagesspiegel<<

„An dem Protestzug am Donnerstag zum Brandenburger Tor beteiligten sich etwa 500 Menschen. Die Vertreter sorbischer Verbände und Institute demonstrierten für mehr staatliche Förderung der sorbischen Sprache und Kultur.“

 

>>Lausitzer Rundschau<<

„34 381 Mal ist der Petition „Wir Eltern kämpfen für den Sorbisch-Unterricht unserer Kinder!“ bisher online zugestimmt worden. Am Freitag hat die Sprecherin der Initiative Kathleen Komolka (3.v.r.) in Cottbus eine Petition an den Abgeordneten des Europäischen Parlaments Pal Csaky (r.) aus der Slowakei übergeben.“

Einzelne Abgeordnete und Bürger in Eigeninitiative setzen sich für den Erhalt und Fortbestand der sorbischen Sprache und Kultur ein. Immerhin ist der Koalitionsvertrag ehrlich: Die amtierende Regierung gibt selbst darüber Auskunft, was sie von den eignen Minderheit im Land hält – nämlich rein gar nichts.

>>The Huffington Post<<

„Konflikte hat es in der Geschichte der Lausitz immer schon gegeben. Auch zu meiner Jugendzeit gab es Reibereien zwischen Sorben und Nicht-Sorben. Seit 2014 erleben wir jedoch eine gänzlich neue Qualität:

  • Organisierte, maskierte Gruppen von Rechtsextremisten haben sorbische Jugendliche gejagt. Vom ersten Vorfall im Herbst 2014 wurden wir völlig überrascht. Erst recht, als sich herausstellte, dass sich junge Sorben bereits seit längerer Zeit Aggressionen ausgesetzt sahen.
  • Im katholischen Städtedreieck Bautzen – Kamenz – Hoyerswerda, in dem Ortschaften teils zu 80 bis 90 Prozent sorbisch geprägt sind, registrierten wir in kurzer Zeit mehrere Straftaten.
  • Es hatte den Anschein, als ob Rechtsextremisten raus auf die Dörfer kamen, um Ärger zu machen.
  • Zudem wurden immer wieder sorbische Schilder beschmiert und mehrsprachige Ortseingangsschilder flächendeckend übermalt oder überklebt.

Auffällig: Schmierereien wie “Hooligans gegen Sorben” oder Aufkleber von Dynamo Dresden lassen vermuten, dass es offenbar Verbindungen zwischen den Rechtsextremisten und Teilen des Fußball-Milieus gibt. Das alles sind ganz klar sorbenfeindliche, zum Teil sogar verfassungsfeindliche Taten. Denn Menschen werden aufgrund ihrer bloßen Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe attackiert.“

Hooligans gegen Sorben“ oder „Dynamo Dresden gegen Sorben“ ? Was den nun?  „Es hatte den Anschein, als ob Rechtsextremisten raus auf die Dörfer kamen, um Ärger zu machen.“ Nun doch Rechtsextreme? Vielleicht kam auch nur der Verfassungsschutz raus aus Dresden – um die alte Strategie: „Divide et impera“ anzuwenden. Die meisten Menschen die aus der Lausitz stammen haben entweder sorbische Wurzeln oder sind selbst Sorben. Die Region ist seit vielen Jahrhunderten Zweisprachig.

>>The Huffington Post<<

„Wir mussten erfahren, wie weit verbreitet unterschwelliger Hass in unserer Gesellschaft ist. Dieser richtet sich nicht nur gegen Ausländer und jene Ethnien, die anders aussehen, sondern zu Teilen auch gegen Sorben.“

Die Ansiedlungen von illegalen Wirtschaftsmigranten vorwiegend mit muslimischen Hintergrund stellen eine Gefahr für die gesamte Lausitz da und natürlich gibt es dagegen Protest: Diesen Unmut, versuchen nun offenkundig der Geheimdienst gegen die eigene Bevölkerung zu kanalisieren und auf diese Weise eine Spaltung herbeizuführen.

Screenshot tagesspiegel.de

 

Loading...
Scroll Up