Wie Adel, Klerus und neuzeitliches Beamtentum im Vergleich zur übrigen Bevölkerung leben

Screenshot wz.de

Beim Thema Rente wird in beständiger Regelmäßigkeit angeführt, dass das Geld nicht reiche und man sparen müsse. Was folglich sinkende Renten und steigende Abgaben bedeutet. Derzeit ist die Rente mit 70 Jahren in Gespräch und die Regelung des sogenannten “Minijobs” ist der hohen Politik ein Dorn im Auge.

>>Staatsrundfunk “Rundfunk Berlin-Brandenburg” <<

“Allerdings stagniert ihre Anzahl seit der Einführung auf hohem Niveau – was dahinter steckt, wissen auch die Experten nicht recht zu deuten. rbb|24 sprach darüber mit Wolfgang Buschfort von der Minijobzentrale bei der Deutschen Rentenversicherung. Herr Buschfort, was unterscheidet den Minijob von einem regulären Arbeitsverhältnis?

Beim Minijob haben Sie als Arbeitnehmer überhaupt keine Abgaben, keine Steuern, keine Sozialversicherung, es sei denn Sie zahlen einen kleinen Teil für die Rentenversicherung. Ansonsten zahlen Sie gar nichts, und der Arbeitgeber zahlt alles. Und bei einem normal versicherungspflichtigen Job ist es so, dass Sie etwa die Hälfte der Abgaben selbst zahlen. Sie bekommen beim Minijob also brutto gleich netto ausgezahlt.”

Die Aussage ist unrichtig! Eigentlich müsste es Herr Wolfgang Buschfort von Deutschen Rentenversicherung es besser wissen müssen.

>>Deutsche Rentenversicherung<<

“Minijobs unterliegen seit 2013 der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Arbeitgeber zahlen für ihre Minijobber einen Pauschalbeitrag. Die Minijobber selbst zahlen zusätzlich einen Eigenbeitrag. Dadurch kommen sie in den Genuss des vollen Schutzes der gesetzlichen Rentenversicherung.”

 

>>Süddeutsche Zeitung<<

“Die CDU hat das Ziel einer Arbeitslosenquote von drei Prozent bis 2025, also die sogenannte Vollbeschäftigung, in ihr Wahlprogramm 2017 aufgenommen. Ein Nutzer fragte den Generalsekretär daraufhin: “Heißt das jetzt drei Minijobs für mich?” “Wenn Sie was Ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs”, schrieb Tauber auf Twitter zurück. Bis Dienstagvormittag gab es etwa 1200 Reaktionen auf diese Nachricht. Die meisten kritisierten Taubers Aussage.”

Die Aussagen mögen auf den ersten Blick befremdlich anmuten, aber dennoch ergeben sie durchaus Sinn. Beamte der Staatsverwaltung und Abgeordnete des Bundestages zahlen keine Sozialabgaben und erhalten keine Rente, sondern beziehen eine mitunter äußerst üppige Pension.

>>Focus<<

“Insgesamt erhalten derzeit rund 1,4 Millionen Beamte auf Bundes- und Länderebene eine Pension. Im Schnitt bekommt jeder von ihnen eine Durchschnittspension von 2940 Euro brutto. Diese Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung an die Fraktion “die Linke” hervor.”

 

>>Merkur<<

“Millionengewinne und eine Bademöglichkeit in Nymphenburg: Die Wittelsbacher genießen in Bayern Sonderrechte. … Um welche Summen es genau geht, wurde lange sorgsam als eine Art Staatsgeheimnis gehütet. In bisher unbekannter Detailtreue gehen sie nun aus der Antwort der Staatsregierung auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Abgeordneten Katharina Schulze hervor. 348 Millionen Euro betrug die Bilanzsumme des Ausgleichsfonds zum 30. September 2014, schreibt Finanzminister Markus Söder (CSU). Der Jahresabschluss sei „durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen“. Die einzelnen Vermögensbestandteile und Sonderrechte lesen sich recht munter – von Schlössern und Ticketprovisionen bis hin zu Vereinbarungen über die Entnahme von Brauchwasser aus dem Allgäuer Alpsee. Es sind königliche Privilegien knapp 100 Jahre nach Abschaffung der bayerischen Monarchie … „Eine Begründung dafür kann es in einem demokratischen Staat eigentlich nicht mehr geben.“ Von dem, was der Fonds abwirft, lebt die Familie gut. Der ausgeschüttete Bilanzgewinn lag in den Jahren 2004 bis 2014 bei im Schnitt 13,7 Millionen Euro. Den größten Teil davon erhält Familienoberhaupt Herzog Franz von Bayern, der mietfrei im Nymphenburger Schloss residiert. Dort steht ihm, falls er mag, laut Vereinbarung eine Badestelle in einem Wasserlauf des Schlossparks zur Verfügung. Insgesamt werden offenbar zwei bis drei Dutzend Personen alimentiert. … Den Posten beziffert das Finanzministerium auf rund 124 Millionen Euro. Der Buchwert für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke beträgt 40 Millionen Euro.”

Es gibt (gab) dazu einen interessanten Artikel auf der >>The Huffington Post<< – welcher leider nicht mehr abrufbar ist.

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

“Vor über 200 Jahren hat der Staat die christlichen Kirchen enteignet. Dafür zahlt er ihnen noch heute Entschädigung – seit Gründung der Bundesrepublik etwa 15 Milliarden Euro. … Es geht um etwa 460 Millionen Euro, die der Staat den beiden großen Kirchen jedes Jahr überweist. Experten schätzen, dass die Steuerzahler seit Gründung der Bundesrepublik etwa 15 Milliarden Euro gezahlt haben. … Die Staatsleistungen gehen auf ein unübersichtliches Gemisch von Ansprüchen zurück, vor allem auf den Reichsdeputationshauptschluss von 1803.”

Die Aussage von Herr Wolfgang Buschfort: “Beim Minijob haben Sie als Arbeitnehmer überhaupt keine Abgaben, keine Steuern, keine Sozialversicherung, es sei denn Sie zahlen einen kleinen Teil für die Rentenversicherung. Ansonsten zahlen Sie gar nichts, und der Arbeitgeber zahlt alles.” Es handelt sich bei der gemachten Äußerung um blanken Unsinn! Es ist der Verdienst des Arbeitnehmers, welcher ihn vorenthalten und unmittelbar an die Sozialkassen geht. Auch wenn diese Form der Beschäftigung wohlweislich von Lohn-, Solidarität- und Kirchensteuern befreit ist, gibt es darüber hinaus noch eine Fülle weiterer Steuerarten, die sehr wohl beglichen werden müssen und die vor dem Finanzamt kaum oder garnicht Rückerstattbar sind. Wonach die Aussage, dass dabei “keine Abgaben, keine Steuern” gezahlt werden, ebenfalls falsifiziert wurde. Viel eher machen Äußerungen eines Wolfgang Buschfort und eines Peter Tauber unwillkürlich einen viel tieferen Blick frei: Denn sie offenbaren wie weit weg hochgestellte Funktionäre ausgestattete mit zahlreichen Privilegien von realen Leben sind.

 

 

 

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