Wie heldenhaftes Eingreifen Menschenleben retten kann

Screenshot vimeo.com

Berichte über tödliche Familiendramen, Brandkatastrophen wo Menschenleben zu beklagen sind oder Selbstmorde gibt es reichlich. Aber manche dieser Vorfälle sind nur geschehen, um ein anderes Verbrechen zu vertuschen. Wohlweislich, tote Zeugen machen keine Angaben zu Sache mehr und aus Asche inklusive Feuerlöschwasser nach einen Brand, lassen sich kaum noch verwertbare Spuren auffinden. Ohne Beweise – kein Verbrechen! Zu allen Überfluss rät die Polizei auch noch zu Passivität.

>>Polizeiliche Kriminalpräventionder Länder und des Bundes<<

“Vorsicht! Einbrecher wollen nicht entdeckt werden. Vermeiden Sie nach Möglichkeit jede Konfrontation. Stellen Sie sich dem Einbrecher keinesfalls in den Weg. Spielen Sie nicht den Helden, denn das könnte schlimm für Sie ausgehen. Falls die Möglichkeit besteht, verständigen Sie stattdessen sofort die Polizei und geben Sie ihr eine möglichst gute Beschreibung des Täters und seines eventuell eingesetzten Fluchtfahrzeugs.”

Das alle Einbrecher nicht entdeckt werden wollen: Das ist eine unbewiesene These.

>>Bild<<

“Sechs vermummte Männer passten am Dienstagabend gegen 21.30 Uhr ein Paar vor einem Wohnhaus im kleinen Ort Gonterskirchen bei Gießen ab. Sie zwangen die beiden ins Gebäude. Polizeisprecher Jürgen Reinemer: „Die Frau wurde zusammengeschlagen. Die Männer forderten Geld und Wertgegenstände. Erst gegen 1.20 Uhr verschwanden sie, nachdem sie Feuer gelegt hatten.“ Nachbarn hörten einen Knall und Schreie, sahen die Frau (59) am Fenster. Im Haus wüteten bereits die Flammen. Die Angreifer hatten das Schlafzimmer in Brand gesteckt, sagte die Feuerwehr. Die Nachbarn konnten die Frau aus dem Fenster ziehen.”

 

>>Spiegel<<

“Am Dienstagabend sollen sechs Personen ein Paar vor dessen Haus im hessischen Gonterskirchen überwältigt und später einen Brand gelegt haben, ehe sie flohen. Die Frau wurde aus dem brennenden Haus gerettet, ihr Lebensgefährte starb: Die Polizei fand seine Leiche am Mittwochmorgen im Keller des Hauses. Nun teilten die Ermittler mit, sie hätten zwei Verdächtige festgenommen.”

Der Vorfall im Gonterskirchen zeigt einen Fall, wo Täter gezielt auf das Eintreffen der Hausbesitzer gewartet haben. Nur durch das Schreien der Frau und das – heldenhafte – Eingreifen der Nachbarn konnte überhaupt noch jemand lebend gerettet werden. Andernfalls wäre es nach hinreichender Wahrscheinlichkeit überaus fraglich, ob die Polizei überhaupt von einen Verbrechen ausgegangen wäre: Denn Einbruchsspuren dürften bei diesen Modus Operandi keine zu finden sein, da das Opfer gezwungen wurde Tür aufzuschließen und möglicherweise – sofern vorhandenAlarmanlagen zu deaktivieren. Auch ist es – nach menschlichen Ermessen – vollkommen ausgeschlossen in so einer Situation die Polizei zu verständigen.

>>Deutschland habe fertig: Reflexionen eines Polizeihauptkommissars über die Innere Sicherheit von Nikolas Weegert (Buch) <<

“Ein alter juristischer Grundsatz besagt: Das Recht braucht dem Unrecht nicht zu Weichen. Und deshalb hat zunächst einmal auch jeder das Recht, sein Eigentum, seine Besitztümer und auch sich selbst gegenüber einem Einbrecher oder einem sonstigen Eindringling zu verteidigen.”

 

>>General-Anzeiger Bonn<<

“Die Eltern sahen ihren Sohn zum letzten Mal lebend, als sie Jens am Abend des 8. November 2013 gegen 20 Uhr in Mehlem absetzten. Dort wohnte ein früherer Schulfreund, der hatte Geburtstag und wollte daheim mit den alten Freunden des Abiturjahrgangs ein bisschen feiern. Später fuhr die zehnköpfige Geburtstagsgesellschaft mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Bad Honnef, um in der Diskothek “Rheinsubstanz” in unmittelbarer Nähe der Endhaltestelle der Stadtbahnlinie 66 weiter zu feiern. 16 Tage später, am Abend des 24. November 2013, teilte die Polizei den Eltern mit, dass die Leiche ihres Sohnes im Rhein gefunden wurde. Gut 50 Kilometer flussabwärts, in Stammheim im Nordosten Kölns. Bis vor wenigen Wochen wussten die Eltern nicht einmal, welche Ermittlungsbehörde für den mysteriösen Tod ihres Sohnes zuständig ist. Die Staatsanwaltschaft Bonn versicherte Alma und Torsten Bleck noch im Juli, Köln sei zuständig, aber dort habe man die Ermittlungen eingestellt. Die Kölner Staatsanwaltschaft behauptete standhaft das Gegenteil: Man habe gar nicht einstellen können, weil man für die Ermittlungen gar nicht zuständig sei. In Köln sei lediglich die Rechtsmedizin wegen des Fundortes mit der Obduktion befasst gewesen. Bonn sei zuständig, man habe in Köln gar keine Akte. Fast neun Monate nach dem Tod des 19-Jährigen konnte zumindest dies aufgeklärt werden: Bonn ist zuständig. Und die Eltern fragen sich: Wenn es für die Klärung dieser Frage neun Monate benötigte – mit welcher Intensität wurde wohl in der Zwischenzeit ermittelt?”

Selbstmorde, Familiendramen oder bedauernswerte Feuertragödie sind  – aus Sichtweise der Behörden – sehr bequeme Erklärungsmuster.

 

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