Wie Indien seine Luftwaffe modernisiert

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Die indische Regierung hat sich nach einem Bieterwettbewerb für das französische Kampfflugzeug >>Dassault Rafale<< entschieden. Das Abkommen hat einem Wert von 7,75 Milliarden Euro und beinhaltet die Lieferung von 35 Rafale Kampflugzeugen. Neben Indien hat das Unternehmen Dassault auch Exportaufträge von Ägypten (24 Flugzeuge) und Katar (24 Flugzeuge). Das Land Ägypten erhielt seine ersten französischen Jet’s, aus dem Kontingent der Armée de l´Air (Luftwaffe). Diese Flugzeuge wurden offenbar aus dem Bestand der regulären französischen Streitkräfte entnommen. Interessant an dem indischen Kaufvertrag ist die Tatsache, dass der Eurofighter ebenfalls an der Ausschreibung teilgenommen hat und offensichtlich unterlegen war. Der Eurofighter ist etwa doppelt so teuer, wie das französische Pendant und leistungstechnisch insbesondere was dem Luftkampf angeht klar unterlegen. Bei der Rafele wurde großen Wert auf Kurzstarteigenschaften – minimal 400 Meter Startbahn, sowie hohe Wendigkeit und auf ein gutes Schub-Gewicht Verhältnis gelegt.

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Screenshot defenseissues.files.wordpress.com

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Natürlich sind 35 Kampfflugzeuge für ein Land wie Indien – so große wie ein Kontinent mit über eine Milliarde Einwohnern sowie diversen Grenzkonflikten unter anderen mit China, als auch Pakistan bei weiten nicht ausreichend. Allerdings beinhaltet das Abkommen über dem Verkauf der Flugzeuge auch ein Technologietransfer. Denn Indien entwickelt mittlerweile in Eigenregie Kampfflugzeuge aus einheimischer Produktion.

Screenshot tejas.gov.in

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Die >>Hindustan Aeronautics Limited<<  baut dem >>HAL Tejas<< ein leichtes Mehrzweck-Kampfflugzeug und darüber hinaus hat Indien äußerst ehrgeizige Ziele: Denn in Entwicklung befindet sich ein zweistelliges Tarnkappenflugzeug das >>HAL Advanced Medium Combat Aircraft<< .

Screenshot aermech.in

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In diesem Zusammenhang fügt sich das rusisch-indische Gemeinschaftsprojekt die >>Suchoi T-50<< nahtlos ein. Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein Tarnkappenflugzeug, was in Vorserie bereits produziert wird.

Screenshot businessinsider.com

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Offensichtlich schlägt die indische Regierung einem analogen Weg vergleichbar wie China ein: Zum einem kauft oder beschafft sich das Land massiv Technologie rund um dem Erdball und das in Verbindung mit einer Förderung der eigenen Wirtschaft. China als aufstrebende Wirtschaftsmacht steht als Dauerphänomen mehr oder minder in ständigen medialen Fokus, aber Indien und sicherlich auch einige andere Schwellenländer bewegen sich in dem Kontext gesehen geschickt unter dem Radar. Historisch betrachtet hat Japan vor über 150 Jahren einem ähnlichen Weg beschritten.

>Wikipedia<<
„Am 8. Juli 1853 landeten unter Perrys Kommando die sogenannten Schwarzen Schiffe Mississippi, Plymouth, Saratoga und Susquehanna im Hafen von Uraga nahe Edo (dem heutigen Tokio), um die Öffnung Japans gegenüber dem Westen zu erzwingen. Aufgrund des am 31. März 1854 zwischen Abe Masahiro und Perry geschlossenen Vertrages von Kanagawa wurden zunächst die Häfen Shimoda und Hakodate für amerikanische Schiffe zum Laden von Proviant geöffnet, zudem wurden im Vertrag eine „gute Behandlung“ von Amerikanern sowie eine Begünstigung amerikanischer Schiffe vereinbart.“

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Screenshot timpanogos.wordpress.com

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Screenshot ocw.mit.edu

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Die sogenannte – Kanonenbootpolitik – der Amerikaner hatte dem ungewollten Effekt, dass das Land Japan sich aus seiner selbst auf ersetzten Isolation befreite.

Eine kurze Abriss zur Vorgeschichte: Das japanische Inselreich wurde ursprünglich von mehreren Herrschern regiert und nach diversen Kriegen in der Sengoku-Zeit und Azuchi-Momoyama-Zeit vereint, wählte aber danach ab dem Jahr 1603 – dem Weg einer fast vollkommenen Isolierung nach außen. Diese führte über die Jahrhunderte zu einer massiven technologischen Rückstand insbesondere gegenüber der westlichen Welt. Die Landungen der Amerikaner in dem Jahren 1853 und 1854 machten diese Tatsache mehr als offensichtlich. Denn die Japaner hatten der amerikanischen Flotte der  “schwarzen Schiffen” – aus militärischer Sichtweise – nichts vergleichbares entgegen zu setzen. Hinzu kamen diverse aufgezwungene Verträge. Dies führte zu einem Gesichtsverlust der Japaner – eine Tatsache die sich Westeuropäer, wenn überhaupt nur schwer vorstellen können. Nach dem “Zwischenfall” mit dem Amerikanern begann in Japan eine Ära des Fortschritts – welche bis in die Gegenwart anhält und wobei hierum religiöse Züge durchaus erkennbar sind. Unmittelbar nach dem Vorfall mit der amerikanischen Flotte schickte Japan seine Bürger in alle Welt hinaus um die neusten Technologien zu studieren und zu kopieren, sowie – soweit möglich – Ausländer ins Land zu holen um dem technologischen Anschluss zu schaffen – Mit der maßgeblichen Zielsetzung: Eine eigenständige Wirtschafts- und Industriemacht zu werden. Der Russisch-Japanischer Krieg von 1904 und 1905, wo zum ersten mal eine asiatische Macht ein europäische Land bezwungen hat, ließ damals viele interessierte Zeitgenossen aufhorchen. Ohne Frage gehört gegenwärtig Japan zu dem am stärkst industrialisierten Ländern des Planeten.

Die Nationen welche heutzutage als „Schwellenländer“ bezeichnet werden haben ein ganz ähnlichen Weg eingeschlagen. Die Intensität wie der technische-wirtschaftliche Fortschritt voran getrieben wird, ist höchst unterschiedlich, aber die Grenze zwischen Schwellen- und Industrieland verschwimmen zusehend. Das Land Indien betreibt schon seit Jahrzehnten eine eigene Flugzeugträgerflotte, diese wurden bisweilen gebraucht von anderen Nationen erworben.

>>Spiegel<<

“Die indische Marine gab sich am Montag alle Mühe, den Stapellauf der INS “Vikrant” gebührend zu feiern. Tatsächlich bedeutet die Einweihung des Schiffs einen bedeutenden Schritt für die Streitkräfte des Landes. Indien besitzt nun den ersten selbstgebauten Flugzeugträger seiner Geschichte. … Das 1953 von der britischen Marine gebaute Schiff, seit 1987 unter indischer Flagge, soll mittelfristig durch die “Vikrant” abgelöst werden. Noch in diesem Jahr soll die INS “Vikramaditya” hinzukommen, auch dieser Flugzeugträger stammt aus russischen Beständen.”

Definitiv handelt es sich bei dem Land Indien um eine aufstrebende Nation, die sich anschickt mit anderen Großmächten gleich zu ziehen.

Screenshot Wikipedia.org

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