Wolfspolitik zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Screenshot thegatewaypundit.com

Besonders in ländlichen Regionen sind die örtlichen Wolfspopulationen ein dauerhaftes Ärgernis. Bis zum Jahr 1992 wurde der Wolf – sofern er den Aufgetreten ist – stets bejagd und konnte sich demnach nicht dauerhaft in der Lausitz etablieren. Später fand eine politische Weichenstellung statt und ungefähr seit dem Jahr 2000 hat die Art: “Canis lupus” eine neue Heimat gefunden. Die örtliche Bevölkerung in der Lausitz wurde zu dieser getroffenen Entscheidung in dem “freiheitlich demokratischen Rechtsstaat” lediglich in Kenntnis gesetzt, obwohl es die Bürger sind: Die Probleme und die zuweilen horrenden Kosten durch dem Wolf zu tragen haben.

>>Neue Zürcher Zeitung<<

“Das SED-Regime verstaatlichte zwar die Industrie, liess aber in Handwerk und Gewerbe private Kleinfirmen gewähren. Diese passten zwar nicht ins sozialistische System, aber Privatfirmen waren effizienter als die staatlichen – und deshalb für die Versorgung wichtig. Man hielt Selbständige indes an der kurzen Leine. Der 69-jährige Lichtenstein erzählt im Gespräch von zahlreichen Schikanen. Er und seinesgleichen hätten immer mit einem Bein im Gefängnis gestanden.”

Auf der einem Seite wollten die DDR-Funktionäre keine Privatwirtschaft haben, jedoch auf der anderen Seite kam man ohne die kleinen Unternehmen nicht aus. Dieser Missstand war derart offensichtlich, das fast jedem Bürger entsprechende Wörter wie “real gelebter Sozialismus” oder “real existierender Sozialismus” geläufig waren. Die DDR ist bekanntlich untergegangen und in der heutigen Zeit sind Vergleiche mit der Vergangenheit – insbesondere mit bestimmten Abschnitten der Zeitgeschichte unzulässig. Dementsprechend hat – rein zufällig – die gegenwärtige Wolfspolitik in der Lausitz ebenfalls zwei Seiten: Auf der einem Seite existieren die offiziellen Verlautbarungen und auf der anderen Seite: Die real gelebte Wirklichkeit.

>>Kontaktbüro “Wolfsregion Lausitz”<<

“Der Mensch zählt bekanntermaßen nicht zur natürlichen Beute von Wölfen, doch viele Menschen befürchten, dass sich das ändern könnte, wenn Wölfe sehr ausgehungert sind und keine natürlichen Beutetiere mehr finden. Diese Befürchtung ist unbegründet, denn wildlebende Wölfe sind oft sehr hungrig, ohne dass es zu Übergriffen auf Menschen kommt. Der Wolf wird im Welpenalter durch die Elterntiere, die das Futter für die Jungen herantragen, auf sein Beutespektrum geprägt, der Mensch zählt nicht dazu.”

Diese nachdenklichen Zeilen stammen von einer Behörde und sich durchweg ernst gemeint. Das tragischer an dieser Auffassung ist: Der Wolf folgt in vielen Fällen seinen eigenen – ureigenem Instinkten – und weniger dem Ansichten einer staatlichen Verwaltung.

Selbst Wölfe die ihr ganzes Leben eingesperrt unter Obhut des Menschen im Zoo verbringen und außerhalb der Anlage niemals mit der wilden Natur in Berührung kommen: Bleiben trotzdem – wie normale Raubtiere – eben unberechenbar. Zwar stammen Hunde von Wölfe ab, dennoch handelt es sich hierbei um zwei verschiedene Arten – die gegensätzliche Verhaltensweisen an dem Tag legen.

>>Wikipedia<<

“Erste Vergleichsstudien zur mitochondrialen DNA von Wölfen und Hunden in den 1990er Jahren kamen zum Schluss, dass ihre Domestizierung bereits vor mehr als 100.000 Jahren begonnen und mehrfach unabhängig voneinander stattgefunden habe.”

Die Verhaltensweisen des Wolfes kennen aus eignen Erleben in erster Linie Nutztierhalter, die ihre Herden vor Übergriffen schützen und hierzu enorme Ausgaben bewältigen müssen.

>>Kontaktbüro “Wolfsregion Lausitz”<<

“Stromführende Zäune stellen einen sehr effektiven Schutz vor Wolfsübergriffen dar, weil sie für die Wölfe eine bei Berührung schmerzhafte Barriere sind. Dabei können sowohl Flexinetzzäune oder stromführende Litzenzäune eingesetzt werden. Um den in Sachsen geltenden Mindestschutzstandards zu entsprechen müssen stromführende Zäune mindestens 90 cm hoch sein. International wird allerdings eine Höhe von mindestens 110 cm empfohlen. Tierhaltern wird deshalb generell bei der Neuanschaffung zu 106 oder 110 cm hohen Netzzäunen geraten.”

Auch in diesem Fall zeigt sich: Der Wolf ist wenig geneigt dem Empfehlungen von Amtswegen zu folgen.

>>Outfox World<<

“Neben einem modernen Elektrozaun hat Gerd Jahnke dem Bericht zufolge auch neue Netze angebracht und einen Esel zu seiner Schafherde gestellt. Außerdem besitzt er einen Herdenschutzhund und hat nun als zusätzliche Abschreckung noch rotes Flatterband angebracht. Wenn es nach den Empfehlungen des Wolfsbüros, des Nabu und weiteren Organisationen geht, hat er alle nötigen Schutzmaßnahmen getroffen.  Und trotzdem schaffen es immer wieder Wölfe, sich seiner Herde zu nähern und Schafe zu reißen. Jahnke ist mittlerweile so verzweifelt, dass er nachts in einem Wohnwagen in der Nähe seiner Schafe schläft. Diese Kontrolle rund um die Uhr hält der Schäfer für notwendig, da er es sich nicht leisten kann, noch mehr Tiere zu verlieren”

 

>>taz.de<<

“Abgesehen davon, dass Wolfszäune gar nicht unbedingt helfen – es gibt Beispiele dafür, dass auch die unterwühlt oder übersprungen werden – handelt es sich hierbei nicht um ein einfaches Nachrüsten. Ich habe 40 Hektar Weideland, die ich komplett schützen müsste, das wären ungefähr 5,9 Kilometer Zaun, die ich bauen müsste. Alle fünf Meter ein Pfosten und Maschendrahtzaun, der auch noch 30, 40 Zentimeter in die Erde eingegraben werden muss. Nur für meinen Betrieb würde der Aufwand einige zehntausend Euro kosten.”

 

>>Berlin-City-Report<<

“Heißt es aber nicht, dass der Wolf von Natur ein scheues Tier sei und den Menschen fürchte?

Beyer: „Das ist eines der vielen Märchen, die leider auch von interessierter Seite bewusst verbreitet werden. Ich empfehle dazu die hervorragende Lektüre „Wölfe in Schlesien“, in der der Autor im vergangenen Jahr auf rund 30 Seiten ohne jede Wertung historische Quellen aus Chroniken zu Wölfen zwischen 1100 bis ins letzte Jahrhundert zusammengetragen hat. Der Wolf ist alles andere als scheu. Er ist entgegen verniedlichender Darstellungen ein aggressiv platzgreifendes Raubtier, das gewillt ist, jeden sich bietenden Lebensraum zu besetzen. Wenn er dabei keine Gegenwehr erfährt, dann wird er über kurz oder lang nicht nur die ländlichen Räume, sondern auch die stadtnahen Bereiche erobern. Das liegt schlicht und emotionslos in seiner Natur!“

 

Wieso ist letzteres ein Problem? Kann das Management nicht durch die vielen Jäger erfolgen?

Beyer: „Nein, das können die Jäger momentan nicht, da der Wolf nicht dem Jagdrecht unterliegt. Ich halte dieses zukünftig aber für den einzig sinnvollen Weg. Mit dem Jagdrecht haben wir ein bewährtes Instrumentarium, welches sicherstellen würde, dass die Entnahme von Tieren nur nach einem engen rechtlichen Rahmen und unter strenger Überwachung durch die zuständigen Behörden erfolgt. Die Jäger sind diesbezüglich an Managementpläne gebunden und haben bewiesen, dass sie damit verantwortungsvoll umgehen. Zudem sind sie die einzige flächendeckend vorhandene Gruppe, die es fachlich kann, weil genau dafür ausgebildet. Die Gesellschaft würde gut daran tun, auf diese Expertise zurückzugreifen und gleichzeitig die Jäger auch in die Pflicht zu nehmen. Wohlgemerkt, wenn die Population weiter steigt; bis dahin ist das Jagdrecht mit einer ganzjährigen Schonzeit der richtige Weg!“

Mittlerweile gibt es zahlreiche Organisationen die vergleichbare Forderungen aufgestellt haben und verlangen dem Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Rein Zahlenmäßig war der Wolf zu keinen Zeitpunkt eine von aussterben bedrohte Tierart, was die Frage aufwirft: Weshalb er im Gegensatz zu anderen wirklich gefährdeten Arten überhaupt geschützt ist?

Screenshot huffingtonpost.ca

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Screenshot theonion.com

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