Zuschauerschwund bei Fußball: Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Screenshot twitter.com

Der Fußball gehört immer noch für viele zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung, aber die Beliebtheit erreicht bei weiten nicht mehr den Stellenwert von einst. Immer mehr Ränge in Stadien bleiben bei Spielen leer und selbst beworbene Premiumereignisse – wie die sogenannte Champions League – haben Mühe ihre Zuschauer noch zusammen zu bekommen.

>>Welt<<

„In diesen Tagen ist vom Glamour im Kapstädter Greenpoint-Stadion, wo die deutsche Nationalmannschaft im WM-Viertelfinale vor vier Jahren Argentinien mit 4:0 überrannte, wenig übrig geblieben. Das Spielfeld ist eine große braune Fläche, die Tore wurden abmontiert. Das hat allerdings nichts mit mangelnder Pflege, sondern mit dem neuen Rasen zu tun, der hier gerade ausgesät wurde. In Südafrika ruht der Ball, derzeit finden hier keine Sport-Veranstaltungen statt. Die zehn WM-Stadien sind die offensichtlichsten Symbole, die von der WM 2010 übrig geblieben sind. Und ihre Nutzungsbilanz spricht nicht gerade für einen nachhaltigen Erfolg des Turniers. Neun der zehn Arenen sind defizitär und verursachen Verluste in Millionenhöhe. Allen voran das spektakuläre Stadion in Kapstadt, dessen Bau mit 340 Millionen Euro der teuerste war. Den jährlichen Einnahmen von 1,03 Millionen Euro stehen dort Kosten in Höhe von 4,5 Millionen Euro gegenüber. Die Rechnung bezahlen die Kommunen, die ohnehin kein Geld haben.“

 

>>Augsburger Allgemeine<<

„Gegen Leverkusen waren sie nicht zu übersehen: leere Ränge in der Augsburger Arena. Diese fasst 30.660 Zuschauer. Offiziell fehlten am Freitag rund 5600, gefühlt blieben weit mehr der Bundesligabegegnung fern. Und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison.“

 

>>altravita.com<<

„Die aktuelle Saison der Serie A hat erst zwei Spieltage hinter sich gebracht, bestätigt aber schon einen Trend der letzten Jahre: Es geht niemand mehr hin.“

 

>>Mitteldeutsche Zeitung<<

„Nichts gegen kleine Klubs oder betagtere Stadien mit Charme. Doch die Kulisse im ohnehin schon winzigen (18.500) und auch noch halbleeren Mini-Stadion in Monaco ist der Champions League nicht würdig. … Für die Leipziger, die sich teils in jeweils 16-stündigen Busfahrten auf den Weg an die Cote d’Azur und zurück gemacht hatten, musste diese Spukstimmung wirken wie Hohn.“

 

>>Horizont<<

„Die mediale Allgegenwart des Fußballs legt nahe, dass er von den Deutschen mit großem Interesse begleitet wird. Eine exklusiv für HORIZONT durchgeführte repräsentative Forsa-Umfrage liefert nun etwas andere Zahlen über das Fußball-Interesse der Deutschen. Demnach interessieren sich 42 Prozent der Bundesbürger überhaupt nicht für Fußball, weitere 34 Prozent bringen dem Fußball wenig Interesse entgegen. Stark interessiert sind nur 14 Prozent, 10 Prozent sind sehr stark von dem Thema begeistert. Am wenigsten präsent ist der Fußball bei den 14- bis 29-Jährigen, wo sich nur 17 Prozent stark oder sehr stark für die Sportart interessieren. Aber auch bei den 30- bis 44-jährigen gaben 78 Prozent an, dass sie nur wenig oder gar kein Interesse am vermeintlichen Lieblingssport der Deutschen haben. Seine größte Fanschar hat der Fußball hingegen bei den über 60-jährigen, von denen 30 Prozent das Geschehen mit starkem oder sehr starkem Interesse verfolgen.“

 

>>Welt<<

„Für den mittlerweile in der 4. Liga spielenden Fußballverein SSV Jahn Regensburg habe die Stadt ein neues Stadion, die Continental Arena, für mehr als 50 Millionen Euro errichtet. Ein Teil der Kosten solle durch Einnahmen aus der Veräußerung des Namensrechts, aus Mieteinnahmen, für die Nutzung der Arena durch den SSV Jahn Regensburg sowie aus Einnahmen aus der Parkplatzbewirtschaftung gedeckt werden. Aus Sicht des Steuerzahlerbundes gehört die Errichtung eines millionenteuren Fußballstadions nicht zur öffentlichen Daseinsvorsorge.“

Neben den Bau von Stadien, kommt auch über den Umweg der Rundfunkgebühr und durch Absicherung der Spiele viel Geld den Fußball zu: Dabei hat diese Sportart bei weiten nicht mehr – die – Breitenwirkung – die sie einst mal hatte. Sicherlich tragen regelmäßig stattfindende Ausschreitungen und Terroranschläge ihren Teil dazu bei. Dennoch die Zahlen belegen, dass insbesondere die jüngere Generation den sportlichen Geschehen immer weniger abgewinnen kann.

 

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