„Anschaulicher Geschichtsunterricht für Fortgeschrittene“ – Denunziantentum: „Verpfiffen und dann von einer Schlägertruppe bedroht“

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Ich bin es leid, wie wir seit Jahren darum kämpfen, dass NGOs (Nichtregierungsorganisationen) und Antifa-Gruppen, die sich engagieren, um ihr Geld ringen und nur von Jahr zu Jahr Arbeitsverträge abschließen können. Sie müssen eine verlässliche Finanzierung haben.“ – Eine lose Organisation hat es im Bundestag geschafft und nimmt dort viel Raum ein. Mehr noch: Diese wird von weiten Teilen von beinahe allen wichtigen Parteien unterstützt, auch wenn es einige anders sehen.

„Staatliche Finanzierung für bewusst sich als nicht-staatliche Organisationen fühlende Organisationen fordert“

>>Wetzlar Kurier<<

„Abgesehen davon, dass … eine staatliche Finanzierung für bewusst sich als nicht-staatliche Organisationen fühlende Organisationen fordert, fordert sie damit …. eine Förderung von linksradikalen Schlägertruppen. Unfassbar.“

„Förderung von linksradikalen Schlägertruppen. Unfassbar“

Aber vielleicht sollte erstmal die Frage geklärt werden: Was diese Organisation überhaupt sei? – Überraschenderweise geben die Abgeordneten diese Antwort auf die Frage selbst.

„Die Antifa“ gibt es gar nicht. Weder hat sie einen Sitz, noch eine feste Struktur“

>>Vorwärts<<

„Wie ein SPD-Abgeordneter der AfD erklärt, was die Antifa ist – Problem bei der Sache: „Die Antifa“ gibt es gar nicht. Weder hat sie einen Sitz, noch eine feste Struktur. „Antifa“ steht vielmehr als Abkürzung für „Antifaschistische Aktion“ und ist eher eine Selbstbezeichnung von Gruppen, die sich etwa Naziaufmärschen entgegenstellen.“

„Abkürzung für „Antifaschistische Aktion“ und ist eher eine Selbstbezeichnung von Gruppen“

Doch es ist nirgendwo innerhalb dieser Organisation definiert, was überhaupt ein sogenannter „Nazi“ sei? Sicherlich dürfte sich niemand Sturmabteilung – kurz SA – als paramilitärische Schlagertruppe zurückwünschen. Einige Vertreter jener Organisation scheinen aber eine andere „Sichtweise“ auf die Dinge zu vertreten.

„Wir haben einen Mann getroffen, der gezielt Neonazis auflauert und sie zusammenschlägt“

>>Vice<<

„Nicht alle Antifas beschränken sich aufs Demonstrieren: Wir haben einen Mann getroffen, der gezielt Neonazis auflauert und sie zusammenschlägt. … Es gibt aber auch Antifas, die viel weiter gehen: Sie trainieren, bewaffnen und legen sich auf die Lauer, um Neonazis gezielt anzugreifen. Das erklärte Ziel: Einschüchterung.“

„Ziel: Einschüchterung“ – „Bewaffnen und legen sich auf die Lauer, um Neonazis gezielt anzugreifen“

Also hohe staatliche Vertreter bekennen sich offen zu dieser Organisation, es fließen reichlich staatliche Mittel dorthin und eine Distanzierung von Gewalt sollte irgendwie auch anders sehen. Nun, sei es drum. Interessanterweise reicht dieses Phänomen sehr weit in die Vergangenheit zurück. Es ist längst nicht auf „Links“ , „Rechts“ oder irgendeine andere Ausrichtung beschränkt.

„Straßenräuberei blühten auf“ – „Während sich die Polizei auf politische Überwachung und die Ausspähung einer angeblichen liberalen Opposition konzentrierte“

>>Phantome des Terrors von Adam Zamoyski (Buch) <<

„Das Königreich Sardinien war das erste, das nach dem französischen Vorbild der Gendarmerie 1814 ein Korps aus Carabinieri aufstellte, … Eines davon war die 4400 Mann starke Schweizer Garde unter General von Salis, deren Unkenntnis von Sprache, Land und Leuten zu einer explosionsartigen Vermehrung der Kriminalität führte. Das andere war die Truppe der Zuavi Pontifici, … die aus Arbeitslosen und Kriminellen bestand, rekrutiert von Fürst Capece Minutolo di Canosa, der für Säuberungsaktionen gegen die Liberalen in Neapel nach 1821 verantwortlich gewesen war. Er schuf eine ähnliche Truppe für den Herzog von Modena, um die dortige Aristokratie und Mittelschicht fügsam zu machen. Kleinkriminalität und regelrechte Straßenräuberei blühten auf, während sich die Polizei auf politische Überwachung und die Ausspähung einer angeblichen liberalen Opposition konzentrierte. Dies beförderte allerdings eine unterschwellige Sympathie zwischen politischen Dissidenten und Kriminellen, was die Verfolgung beider nicht eben erleichtert Sardinien war auch der erste italienische Staat, der das Volk einer größeren Kontrolle unterwarf, und zwar durch die Einführung des libretto di lavoro, eigentlich eines Personalausweises. Andere Staaten folgten und führten schrittweise Pässe und Reisegenehmigungen ein. Die neue Mode, mit Vorschriften Kontrolle auszuüben, führte dazu, dass der Staat in traditionell sensible Bereiche wie zum Beispiel Eigentumsrechte eingriff und mit der Einführung medizinischer Überwachung in die Privatsphäre vordrang, zunächst bei Ärzten und Krankenschwestern, dann bei Hebammen, dann bei Prostituierten und so weiter.“

„Führten schrittweise Pässe und Reisegenehmigungen ein“ – „Mit Vorschriften Kontrolle auszuüben“

Viele staatliche Oberhäupter haben paramilitärische Schlägertruppen unterhalten, die entweder keine oder nur eine sehr lose Verbindung zum Staat unterhielten. Im heutigen Italien – Anfang des 18. Jahrhunderts – haben sie vorwiegend aristokratische Strukturen verteidigt. Genau aus diesem Kreisen wurden auch deren Mitglieder rekrutiert. Irgendwelche formalen Verbote hätte letztlich zu nicht geführt, weil die Ideologie im Köpfen deren Mitglieder viel stärker war. Diese hätte sich einfach neu formiert und einfach weiter gemacht. Zumal diese Kreise als unantastbar angesehen wurden. Genau das selbe Phänomen ist auch viel später in der DDR aufgetreten.

„Unter den Punks waren viele Kids der alten DDR-Intelligenz“ – „Brutalsten kamen aus Familien der SED-Kader“

>>Warte nicht auf bessre Zeiten! von Wolf Biermann (Buch) <<

„Unter den Punks waren viele Kids der alten DDR-Intelligenz. Sie hassten die Arschkriecherei ihrer Familien. Aber sie fühlten sich trotzdem links – linker, radikaler als ihre feigen Eltern. Und jetzt hassten sie den Westen. Die Skins hatten Zulauf von überall. Aber die brutalsten kamen aus Familien der SED-Kader – Parteisekretäre, Funktionäre des Staatsapparats, Offiziere der Armee, Polizisten und Stasi-Väter, … . …. Semper idem et alter. Anschaulicher Geschichtsunterricht für Fortgeschrittene. Ausgerechnet aus der Rosa-Luxemburg-Straße wälzte sich eine Schlägertruppe die Schönhauser Allee hoch. Skins! Pamela zerrte mich weg. Sie fürchtete, diese angesoffenen Fußballfreunde könnten mir das Maul nach hinten schlagen, nur weil einer mich da mit Wolf Biermann verwechselt. Sie beschimpfte mich, weil ich mich nicht sattsehen konnte an diesen Goya-Gespenstern. »Der Schlaf der Vernunft bringt Ungeheuer hervor« – das hier waren die Gespenster der friedlichen Revolution, die Gespenster des Totalitarismus.“

„Anschaulicher Geschichtsunterricht für Fortgeschrittene“

Auch bei der heutigen Betrachtung der Gesellschaft wird gerne vergessen: Viel hochgestellte Politiker, Beamte und sonstige Staatsbedienstete haben eigene Kinder hervorgebracht und über deren „Freizeitbeschäftigung“ ist recht wenig öffentlich bekannt. Diese Leute wollen meist gerne selbst in die Fußstapfen ihrer Eltern treten, also muss das „System“ – unabhängig von der zeitgenössischen Ideologie – verteidigt werden. Ob nun Kommunismus, Nationalsozialismus, Monarchie oder halt irgendwas: Die Frage über das System ist eher als sekundär anzusehen. Je weiter diese Systeme fortschreiten, desto mehr Schotten sie sich nach außen hin ab. Jegliche Kritik wird unterbunden und auch unverhohlene Drohungen gehören dazu.

„Auf Kritik an dieser Verfahrensweise wird mit unverhohlenen Drohungen reagiert“

>>Der große Plan – Alltag und Herrschaft in der DDR 1949-1961 von Stefan Wolle (Buch) <<

„Es fehlte in den DDR-Medien nicht an Warnungen vor dem Elend in den Flüchtlingslagern und den Schwierigkeiten im Westen. So wurde in dem bereits erwähnten DEFA-Film »Berlin Ecke Schönhauser« das Notaufnahmeverfahren in Berlin-Marienfelde in den dunkelsten Farben geschildert: Die Ankömmlinge werden in endlosen Vernehmungen förmlich ausgequetscht. Sie werden zu Falschaussagen über ehemalige Kollegen gedrängt. Auf Kritik an dieser Verfahrensweise wird mit unverhohlenen Drohungen reagiert. Der Hauptheld des Films, der zu seinem Freund sagt, es sei wohl ein Fehler gewesen, in den Westen zu gehen, wird verpfiffen und dann von einer Schlägertruppe bedroht.“

Denunziantentum: „Verpfiffen und dann von einer Schlägertruppe bedroht“

Neben – mehr oder wenigen – offiziellen Repressalien kommen noch inoffizielle Schlägertrupps hinzu. Die staatlichen Führungskader leben – nicht nur in der ehemaligen DDR – in einer abgeschlossen Welt, die von Kritik abgeschlossen und sich selbst immer weiter in ihre selbst geschaffene Ideologie hinein steigert.