Die sogenannte „lockere Geldpolitik“ wird gerne als vermeintliche Lösung aller Probleme gesehen. Nur leider treibt es die Inflation in die Höhe. Am Ende kommt die durchaus diskutierte Frage auf: Lässt sich dieses zusätzlich-geschaffene Geld wieder einsammeln? Mit Negativzinsen wurde bereits ein Mittel eingeführt und der digitale Euro könnte eine ganz neue Stufe einläuten.

„50 Milliarden Reichsmark“ – „So viel kostete eine einzige Straßenbahnfahrt“

>>Geld allein ist auch eine Lösung von Mike Hage (Buch) <<

„Wer Geld bei der Bank parkt, muss ab einer gewissen Einlagenhöhe inzwischen dann auch als Privatkunde dafür zahlen. Glücklicherweise gibt es noch genügend Alternativen, mit denen du dein Kontensystem organisieren kannst. Zur schlechten Zinssituation kommt allerdings noch der Inflationsverlust. Opas Sparstrumpf erwies sich in der Hyperinflation im Gefolge des Ersten Weltkriegs als schlechte Wahl. Für 50 Milliarden Reichsmark konnte man Anfang Dezember 1923 in Berlin nicht etwa die halbe Stadt kaufen; so viel kostete eine einzige Straßenbahnfahrt. Ein Liter Milch belief sich zu dieser Zeit auf 360 Milliarden Mark. Jeder Berliner war plötzlich Milliardär! Doch in einer Zeit, in der selbst in Kleinbetrieben das Geld für Wochenlöhne mit der Schubkarre herangeschafft werden musste, kamst du auch mit einem Sparstrumpf Größe 48 nicht sehr weit.“

„Ein Liter Milch belief sich zu dieser Zeit auf 360 Milliarden Mark“

Der berühmte „Sparstrumpf“ ist also bei einer Hyperinflation relativ nutzlos. Trotz dieser historischen Erfahrungen – mit einer unvorstellbaren Inflationsrate – wird immer noch auf eine lockere Geldpolitik gesetzt.

„Lockeren Geldpolitik“ – „Im Fall einer erneuten Finanzkrise oder einer Eintrübung der Realwirtschaft“

>>Die Nullzinsfalle von Ronald Stöferle, Rahim Taghizadegan & Gregor Hochreiter (Buch) <<

„Die Notenbank muss sich mit (deutlichen) Zinserhöhungen wieder Spielraum verschaffen, um im Fall einer erneuten Finanzkrise oder einer Eintrübung der Realwirtschaft diese durch Zinssenkungen abfedern zu können. Denn solange die Bevölkerung Bargeld noch nutzt, sind Negativzinsen für den weitaus größten Teil der Geldmenge, den Kundeneinlagen bei den Banken, nicht möglich. Schließlich ist das Narrativ, dem zufolge die Weltwirtschaft aufgrund der lockeren Geldpolitik nachhaltig am Gesunden sei, den Beweis eines selbsttragenden – also nicht durch lockere Geldpolitik gestützten – Aufschwungs schuldig.“

Bargeld: „Negativzinsen für den weitaus größten Teil der Geldmenge, den Kundeneinlagen bei den Banken, nicht möglich“

Um Negativzinsen mit voller Breite durchsetzen zu können, führt kein Weg am Bargeldverbot – respektive deren Abschaffung – kein Weg vorbei. Hört sich alles weit hergeholt an? Nun, in der Welt des digitalem Euros wird es ohnehin kein klassisches Bargeld mehr geben. Und auch die Vorstellung von Negativzinsen sind bei der EZB schon recht weit gediehen.

„Vermieden werden, dass der digitale Euro als Geldanlage genutzt wird“

>>Europäische Zentralbank<<

„Sollten Guthaben in digitalen Euro verzinst werden, so würden Guthaben von Privatpersonen für den alltäglichen Zahlungsbedarf (also die erste Guthabenstufe) mit null oder positiv verzinst, also niemals schlechter als Bargeld. Die Verzinsung der zweiten Guthabenstufe sollte einen gewissen Prozentsatz unter der Verzinsung von als sicher geltenden Vermögenswerten liegen. Damit soll vermieden werden, dass der digitale Euro als Geldanlage genutzt wird, weil Zentralbankgeld der Vermögenswert ist, der Sicherheit und Stabilität am besten vereint.“

„Verzinsung der zweiten Guthabenstufe sollte einen gewissen Prozentsatz“

Natürlich wird das Wort „Negativzinsen“ vermieden, aber „unter der Verzinsung von als sicher geltenden Vermögenswerten“ dürften keine Positivzinsen zu verstehen sein. Noch konkrete ist es an andere Stelle nachzulesen.

„So könnten für das Halten von digitalen Euro feste Bestandsobergrenzen gelten“

>>Rheinische Post<<

„So könnten für das Halten von digitalen Euro feste Bestandsobergrenzen gelten. EZB-Direktor … hatte einmal eine mögliche Obergrenze von 3000 Euro in die Diskussion eingebracht. Daneben sind … zufolge auch Schwellenwerte denkbar, ab denen dann eine unattraktive Verzinsung droht. „Feste Obergrenzen würden eine effektive Begrenzung der sich im Umlauf befindlichen Menge an digitalen Euro erlauben“, … .“

„Feste Obergrenzen würden eine effektive Begrenzung der sich im Umlauf befindlichen Menge an digitalen Euro“

Es sind also verschiedene „Guthabenstufen“ vorgesehen und mit einer „unattraktive Verzinsung“ will man die „im Umlauf befindlichen Menge an digitalen Euro“ begrenzen. Jenseits einer fest definierten Obergrenze soll der Aufbau eines Vermögens für Normalbürgers unmöglich werden.